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R Objektiv neu geschmiert


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Im Winter war mir aufgefallen, dass mein Elmarit R 180 bei niedrigeren Temperaturen doch etwas zu schwer in der Fokussierung wurde.

Nun habe ich Abhilfe geschaffen und den Schneckengang ohne das Objektiv zu zerlegen neu gefettet.

Das alte Fett habe ich vorsichtig so gut wie möglich mit Reinigungsstäbchen angetupft mit IPA gesäubert.

Danach sparsam neu gefettet.  Das Ergebnis ist überzeugend. Der Fokus dreht nicht zu leicht ( mag ich gar nicht) , sondern mit etwas Dämpfung, damit die Scharfstellung

angenehm und geschmeidig ist. 

Ich möchte dies als kleinen Tipp einstellen. Sicher besser als Kettenspray, Öl, oder sonstige mineralische und/oder stinkende/ ausdünstende Fette bzw. Öle die hier sonst schon mal

als Empfehlung ausgesprochen werden. Die wirklich kleine Tube kostet zwar 10 Euro, aber man benötigt pro Objektiv seh wenig. Achtung, es gibt eine sehr ähnlich aussehende Tube mit

anderem Fett, welches dann aber kriechende Eigenschaften hat und somit NICHT  für diesen Zweck zu brauchen ist.

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Guten Morgen,

so wird's gemacht! Vielen Dank fürs Zeigen und vor allem den Hinweis auf die Schmiere!

Gruß aus Stuttgart

Tom

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Der innere Schneckengang ( hier messingfarben) wird nur von einer billigen Plastehülse verdeckt, die mit drei Minnischräubchen befestigt ist.

Diesen Einsatz musst du entfernen. Das Entfernen und Einsetzen ( etwas nervig) der Minnischrauben mache ich auf einer großen hellen Decke.

Fallen die Schrauben vom Tisch auf harten Boden und springen weg -  kannste mitunter lange suchen.

Der Plasteeinsatz muss nach dem Entfernen der Schrauben etwas verschoben werden, wegen dem Blendenmitnehmer und ohne zu verkannten langsam

entnommen werden. Da das Objektiv auf kurzer Entfernung steht, siehst du nun innen den Schneckengang.

Beim Säubern schön vorsichtig, wenig Neufett, nach einigen Bewegungen die leichten Ansammlungen Fett vom Blendenring innen entfernen. Sicher ist sicher.

Plastehülse wieder einschrauben ( Schrauben mit Gefühl!!!!!!!!) anziehen, der dünne Plastik gibt schnell nach.

 

Ein komplettes Zerlegen und Reinigen bringt natürlich ein etwas besseres Ergebnis, weil man wirklich überall drankommt.  

ABER : gerade das Elmarit R 180 II ist ein recht schwieriger Kandidat. So manche Werkstatt hatte da schon ihre Probleme.

Nach Zerlegung muss die Unedlichkeitsschärfe neu eingestellt werden. Ein Defraktometer stimmt am Gerät, aber nicht im Kamerasucher.

Zudem ist das Fetten tückisch bei Teleobjektiven. Ob das Fett gut und richtig ist, merkst du erst, wenn das Objektiv an der Kamera ist.

In der Hand kann es schön leicht drehen, an der Kamera aber zu stumpf sein durch die Hebelkräfte der schweren Frontpartie.

Das richtige Fett ist hier sehr entscheidend. Ob ein Fett was taugt merkst du, wenn du es auf dem Daumenballen kreisförmig verreibst.

Ein Lithiumverseiftes Fett war viel zu flach im Zug, Waffenfette oft zu zügig, mineralische können im Zug gut sein, stinken aber - also musst du

hier mit ungewollten Ausdünstungen rechnen.

Ich bevorzuge eigentlich immer synthetische, seh hochwertige Fette. Breite Temperaturspanne, geruchsneutral und sondern keine Flüssigkeit ab.

Dieses Nachfetten kann bei vielen Objektiven gemacht werden. Starke Weitwinkel sind durch den sehr kurzen Schneckenweg weniger geeignet.

 

Viel Erfolg beim Selberprobieren!

 

 

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vor 2 Stunden schrieb R-ler:

Der innere Schneckengang ( hier messingfarben) wird nur von einer billigen Plastehülse verdeckt, die mit drei Minnischräubchen befestigt ist.

Diesen Einsatz musst du entfernen. Das Entfernen und Einsetzen ( etwas nervig) der Minnischrauben mache ich auf einer großen hellen Decke.

Fallen die Schrauben vom Tisch auf harten Boden und springen weg -  kannste mitunter lange suchen.

Der Plasteeinsatz muss nach dem Entfernen der Schrauben etwas verschoben werden, wegen dem Blendenmitnehmer und ohne zu verkannten langsam

entnommen werden. Da das Objektiv auf kurzer Entfernung steht, siehst du nun innen den Schneckengang.

Beim Säubern schön vorsichtig, wenig Neufett, nach einigen Bewegungen die leichten Ansammlungen Fett vom Blendenring innen entfernen. Sicher ist sicher.

Plastehülse wieder einschrauben ( Schrauben mit Gefühl!!!!!!!!) anziehen, der dünne Plastik gibt schnell nach.

 

Ein komplettes Zerlegen und Reinigen bringt natürlich ein etwas besseres Ergebnis, weil man wirklich überall drankommt.  

ABER : gerade das Elmarit R 180 II ist ein recht schwieriger Kandidat. So manche Werkstatt hatte da schon ihre Probleme.

Nach Zerlegung muss die Unedlichkeitsschärfe neu eingestellt werden. Ein Defraktometer stimmt am Gerät, aber nicht im Kamerasucher.

Zudem ist das Fetten tückisch bei Teleobjektiven. Ob das Fett gut und richtig ist, merkst du erst, wenn das Objektiv an der Kamera ist.

In der Hand kann es schön leicht drehen, an der Kamera aber zu stumpf sein durch die Hebelkräfte der schweren Frontpartie.

Das richtige Fett ist hier sehr entscheidend. Ob ein Fett was taugt merkst du, wenn du es auf dem Daumenballen kreisförmig verreibst.

Ein Lithiumverseiftes Fett war viel zu flach im Zug, Waffenfette oft zu zügig, mineralische können im Zug gut sein, stinken aber - also musst du

hier mit ungewollten Ausdünstungen rechnen.

Ich bevorzuge eigentlich immer synthetische, seh hochwertige Fette. Breite Temperaturspanne, geruchsneutral und sondern keine Flüssigkeit ab.

Dieses Nachfetten kann bei vielen Objektiven gemacht werden. Starke Weitwinkel sind durch den sehr kurzen Schneckenweg weniger geeignet.

 

Viel Erfolg beim Selberprobieren!

 

 

Danke für die ausführliche Anleitung! Jetzt kann ich mir das vorstellen. Mein Apo-Macro-Elmarit-R-100 könnte mal ein wenig Fett gebrauchen.

Gruß Joachim

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vor 2 Stunden schrieb R-ler:

Wenn man es einmal gemacht hat, fragt man sich warum so etwas je nach Werkstatt bis 300 Euro kostet und dann noch viel zu oft reklamationswürdig.

 

 

Man muss halt erstmal darauf kommen (nochmals vielen Dank für die Anleitung!).

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Schau halt ob es klappt, hoffe du kommst mit dem Fett klar. Das kann je nach Objektiv variieren. Je nach Schneckengang und Zustand.

Wenn  du noch Fragen hast, gerne auch über Nachricht hier.

Nimm für die Reinigung des Schneckengangs möglichst keine Ohrenstäbchen. Die verlieren zu viel Material.

Microfaser Reinigungsstäbchen aus des Frauen Schminkwelt gehen, bedingt Haarpinsel mit künstl. Haaren. beibt formstabil- nehme diesen zum Einbringen von Fett.

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Posted (edited)

Und wenn du das „falsche“ Fett erwischt hast, darfst du es in der grauen Tonne entsorgen.

Alternativ lässt du dir von ihm ein Schnittmodell erstellen.

https://www.eventbrite.de/e/donnerstalk-aus-eins-mach-zwei-objektiv-in-2-halften-schneiden-registrierung-156777554887?aff=ebdsoporgprofile

In der Vitrine sicher ein richtig toller Blickfang!

 

Edited by Leographie
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vor 35 Minuten schrieb Leographie:

Und wenn du das „falsche“ Fett erwischt hast, darfst du es in der grauen Tonne entsorgen. ...

... oder solche verbastelten Objektive gelangen in die Elektrobucht.
Auf Fotobörsen kann man das Aroma vom frischen Mandelhörnchen des Verkäufers noch gut von Ballistol im Schneckengang unterscheiden.

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vor 4 Minuten schrieb mnutzer:

... oder solche verbastelten Objektive gelangen in die Elektrobucht.
Auf Fotobörsen kann man das Aroma vom frischen Mandelhörnchen des Verkäufers noch gut von Ballistol im Schneckengang unterscheiden.

Auch eine sehr gute Empfehlung, da flutscht es richtig bei den alten Scherben: 

 

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Posted (edited)
vor 3 Stunden schrieb mnutzer:

... oder solche verbastelten Objektive gelangen in die Elektrobucht.
Auf Fotobörsen kann man das Aroma vom frischen Mandelhörnchen des Verkäufers noch gut von Ballistol im Schneckengang unterscheiden.

Falsches Fett ist nicht wirklich verbastelt. Das können auch die Mechaniker nicht blind vorhersagen, welches Fett optimal ist.

Zudem ist das in 30 Min . behoben.

Verbastelt ist, wenn Objektive zerlegt werden und dann nicht richtig zusammengebracht werden oder gar etwas kaputt geht.

Diese Methode verhindert dieses Problem !

Mein 180 er ist für meinen persönlichen Geschmack/Bedarf nun das beste das ich je zum Fokussieren in Händen hatte. Und das waren sicher ein Dutzend.

Meine Methode war nur eine Info. Machen muss es ja keiner. Es ist ja auch nicht jeder mit Geschick in solchen Sachen behaftet.

Das Macro Elmarit R 60 was Leica vor ca. 15 Jahren mal neu gefettet hatte war so leichtgängig, dass es sich beim Tragen verdreht hat und man beim

Einstellen kaum den Schärfepunkt halten konnte. Das habe ich inzwischen auch geändert und es macht wieder deutlich mehr Spaß

das Objektiv zu nutzen.

 

Edited by R-ler
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vor 4 Stunden schrieb mnutzer:

 von Ballistol

Übrigens gibt es von Ballistol eine große Spannweite von Produkten.  Neben den mineralisch müffelnden Fetten auch synthetische , ja sogar bei Liqui Moly steht ganz

klein Ballistol drauf. Da ist es nicht anders als beim Bier. Die Vielzahl der Hersteller ist  vorbei, viele Namen, wenige Hersteller.

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vor 4 Stunden schrieb R-ler:

Falsches Fett ist nicht wirklich verbastelt. Das können auch die Mechaniker nicht blind vorhersagen, welches Fett optimal ist.

Zudem ist das in 30 Min . behoben.

Verbastelt ist, wenn Objektive zerlegt werden und dann nicht richtig zusammengebracht werden oder gar etwas kaputt geht.

Diese Methode verhindert dieses Problem !

Mein 180 er ist für meinen persönlichen Geschmack/Bedarf nun das beste das ich je zum Fokussieren in Händen hatte. Und das waren sicher ein Dutzend.

Meine Methode war nur eine Info. Machen muss es ja keiner. Es ist ja auch nicht jeder mit Geschick in solchen Sachen behaftet.

Das Macro Elmarit R 60 was Leica vor ca. 15 Jahren mal neu gefettet hatte war so leichtgängig, dass es sich beim Tragen verdreht hat und man beim

Einstellen kaum den Schärfepunkt halten konnte. Das habe ich inzwischen auch geändert und es macht wieder deutlich mehr Spaß

das Objektiv zu nutzen.

 

Leographie besitzt laut seinem Forums Profil auch ein wohl älteres 180er R-Objektiv. Ich bin bereit, daran deine Tipps mal auszuprobieren und das Objektiv richtig gut zu fetten, bevor ich mich an mein wertvolles Apo-Elmarit-R-100 wage. Vorher stärke ich mich natürlich (um eine ruhige Hand zu haben) mit Seitenbacher Müsli.

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