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Eine Hommage auf die ungeliebte R3 (mot)


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Hallo alle miteinander,

 

Eine Hommage auf die ungeliebte Leica R 3

 

 

 

Der Leica R 3 wird oft nachgesagt, sie sei eigentlich keine Leica, sondern die beste Minolta, die es je gegeben hat. Dazu sei sie extrem klobig und schwer und habe das Design eines Ziegelsteins.

 

 

Doch waren die Minoltas jener Zeit nicht auch Spitzenkameras – und warum sollte Leitz in der damals fuer sie selbst extrem schwierigen Zeit nicht durch Kooperation eine Spitzenkamera ins eigene Programm ueberfuehren. (Uebrigens entstand auch die Leica CL in Kooperation mit Minolta – und einige Objektive des R-Programms, von denen eines bis 2006 noch gefertigt wurde!) Und auch die Nachfolger der R 3, die R 4 – R 7 sind noch mit Minolta entwickelt worden. Das der R 3 aehnliche Modell war die XE-1, das der R 4 aehnliche die XD-7.

 

 

Nun kurz die technischen Daten der R 3 bzw. der R 3 mot:

 

SLR mit Belichtungsinnenmesseung, wahlweise integral oder selektiv im manuellen Modus und bei Zeitautomatik;

Blitzanschluss ueber Mittenkontakt im Sucherschuh oder ueber X- und M-Buchse;

Vertikal ablaufender Metalllamellenschlitzverschluss (CLS – Copal-Leitz-Schlitzverschluss);

Bei Zeitautomatik stufenlose elektronische Zeitensteuerung von 4 sec – 1/1000 sec, manuell 13 Werte von 4 sec – 1/1000 sec, mechanische Notzeit 1/90 sec, gleichzeitig Blitzsyncronzeit;

Ausloeser 2-stufig – erste Stufe bei selektiver Belichtungsmessung zur Messwertspeicherung;

Sehr helles Sucherbild – erst bei der R 8 wieder erreicht;

Anzeige im Sucher: Blende (eingespiegelt), eingestellte Zeit bzw. A, gemessene Zeit, Belichtungsmessungsmodus (nur R 3 mot);

Ein/Aus-Schalter (erst wieder ab R 7);

Selbstausloeser (nicht R 3 mot);

Motor (~ 2 Bilder pro sec oder Einzelbildausloesung) ansetzbar und Handgriff (nur R 3 mot);

Anschliessbar alle Leica R-Objektive, auch die mit ROM, Objektive von vor 1976 muessen mit dem R-Steuernocken nachgeruestet sein, einzig das das Super-Angulon 3,4/21 passt nur an die (Ur-) Leicaflex und laesst sich nicht ansetzen;

 

 

Ausfuehrliche Beschreibung aller technischen Daten und die Handhabung aller Features der R 3 ist in dem Buch von Heinz Lichem “das LEICA R reflex system“ aus dem Laterna magica Verlag, 1978, bestens beschrieben.

 

 

Nun – was begeistert mich an der R 3 (ich habe die R 3 mot) und fuehrt dazu, dass ich sie nach wie vor benutze:

 

Der CLS-Verschluss, der extem schwingungsarm ausloest und so auch bei langen Belichtungszeiten unverwackelte Aufnahmen ermoeglicht;

Der Ein/Aus-Schalter – ich hatte noch nie leere Batterien, weil – was bei R 4/4s/4s2/5 moeglich – nicht durch unbeabsichtigten leichten Druck, z.B. in der Fototasche, auf den Ausloeser die Elektronik eingeschaltet wird;

Auch im manuellen Belichtungsmodus kann Integral gemessen werden (erst bei der R 8 wieder moeglich);

Doppelbelichtung ist mit Schieber unter dem Aufzugshebel sehr einfach moeglich;

Kamera mit Motor liegt sehr gut auch ohne Handgriff in der Hand;

Der Ausloeser liegt nicht im Verschlusszeitenrad, damit kann die eingestellte Belichtungszeit bei Verwendung eines Drahtausloesers nicht unbemerkt versehentlich verstellt werden;

 

Aber natuerlich gibt es auch ein paar Dinge, die finde ich nachteilig:

 

Es gibt keine 1/2000 sec wie bei den Flexen und ab der R 5 wieder;

Die Blitzbelichtungsmessung ist nicht TTL;

Die Anzeigen im Sucher ist bei Daemmerung bzw. Dunkelheit sehr schlecht ablesbar;

Die Belichtungseinstellung im manuellen Betrieb ist weniger komfortabel als bei den Flexen und R 7 folgende;

Spiegelvorausloesung fehlt;

 

 

 

In Summa bin ich von der R 3 (mot) aeusserst angetan und wuerde sie ohne Vorbehalte als sehr preisguenstige Moeglichkeit zum Einstieg in Leica-R-Systam sehen. Sie ist i.A. billiger als die R 4 zu bekommen, hat Zeitautomatik, alle R-Objektive passen und erscheint mir auch solider als die R 4.

Zu beachten beim Gebrauchtkauf ist, dass der Belichtungsmesser, die Umschaltung von selektiver auf manuelle Messmethode und die Zeitautomatik funktioniert. Reparaturen hier rentieren sich oft nicht.

Auch auf die Filmfensterdichtung und die Rueckwanddichtung sollten ok sein, falls doch nicht i.O. - sie lassen sich preiswertest austauschen (10.-- - 90.-- €, je nach Machart - Selbstaustausch bis CS in Solms). Auf den Spiegelanschlagdaempfer braucht man nicht zu achten – hier arbeitet bei der Leica ein Spezialgetriebe, das die Spiegelbewegung am Anschlagpunkt auf die Geschwindigkeit auf 0 heruntergebremst hat.

 

Aber ich halte sie nicht nur fuer eine gute Einsteigerkamera ins Leicasystem, wenn o.g. beachtet wird – ich benutze sie neben meinen anderen SLRs immer aeusserst haeufig.

 

 

Gruesse

 

czfrosch

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@czfrosch

 

Du wirst nicht viele Antworten auf Deinen Leica R3-Lobgesang bekommen. Wenn dann fast ausschließlich bissige Antworten. Denn die R3 ist das ungeliebte Kind in der Leica R-Reihe.

 

Obwohl die Camera einige pfiffige Features aufzuweisen hat.

Aber sie ist aus einer Minolta entstanden!

 

Vielen hier im Forum ist gar nicht klar, daß die Kooperation mit Minolta eine reine Vernunftehe war. Leitz war in den 1970er Jahren wirtschaftlich ziemlich angeschlagen und wollte sich eigentlich - nach dem Flop mit der Leica M5, den schleppenden Verkaufszahlen und der viel zu aufwendigen Herstellung der Leicaflex SL2 - vom Fotogeschäft trennen. Die einzige Chance das Endverbrauchergeschäft zu retten, sah der Leitz-Vorstand in einem SLR-Gehäuse mit der damals ach so modernen Zeitautomatik. Einer Camera-Neuentwicklung standen der hohe finanzielle Aufwand und die dazu notwendige Zeit und die fehlende elekronische Kompetenz entgegen. In Japan bei Minolta hatte man das passende Pendant in Form der XE-1 gefunden. Zumal einige Leitz-Ideen bei der XE-1 verwirklicht wurden.

Zu Beginn der Kooperation entstanden neben der Leica CL (Mfd by Minolta) einige hervorragende Optiken zum R-System. Diese konnte Leitz mangels Masse und den zu erwartenden Verkaufszahlen nicht entwickeln. Mit diesen Optiken (2,8/16; 2,8/24; 4,5/80-200; 8/800, später kamen andere und neue hinzu) konnte das Objektiv-Programm zur Leicaflex und Leica-R abgerundet werden.

 

Zurück zur Leica R3:

Am besten gefällt mir auch heute noch der seidenweich ablaufende CLS-Verschluß mit dem butterweichen Aufzug. Diesen hatte bereits die Minolta XE-1.

Leider wurden es von Leitz, Copal und Minolta versäumt den Verschluß weiterzuentwickeln und zu verfeinern.

 

Die XE-1 auf das viel größere Leica-R-Bajonett und die Leicaflex-Belichtungsmessung umzurüsten war der kürzeste und preisgünstigste Weg die (für Leitz unrentable) Leicaflex SL2 zu ersetzen.

Gleichzeitig wurde mit dem R-Nocken das bis heute gebräuchliche Minolta-Belichtungsmeßsystem eingeführt.

 

Die Umschaltung von selektiver auf integrale Belichtungsmessung unter dem Zeiteneinstellknopf war und ist einfach genial. Deshalb wurde diese Variante bis heute beibehalten.

 

Die Meßwertspeicherung (Druckpunktnahme) bei selektiver Belichtungsmessung finden wir bei den aktuellen Modellen ebenfalls.

 

Im Grunde genommen waren die LEICA R3 und R3 mot die Retter der Leicaphotographie, egal ob M oder R-Bereich.

Rund 70.000 verkaufter Cameras sind der Beweis. (Vergleich: Leicaflex SL2 = 25.000 St., was nicht hießen soll, daß ich kein leidenschaftlicher Leicaflex-Anhänger bin!)

 

Deshalb verstehe ich die Abneigung gegen die R3 nicht.

 

Grüßle aus dem Süden

K.B.

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Wieso eigentlich ungeliebt? So richtig verstehe ich das nicht.

 

Ich habe auch eine R 3 mot und ich fotografiere immer noch gerne damit (auch wenn es zwischenzeitlich gelegentlich Aussetzer des Verschlusses im Automatikbetrieb gibt und z. B. dann statt 1/60 Sek. der Verschluß 2 bis 3 Sek. offen bleibt).

Es war seinerzeit auch nicht "Liebe auf den ersten Blick", sondern nur der Wunsch und die Gelegenheit, ein Zweitgehäuse zu einer R-E zu bekommen.

Sie macht einen soliden Eindruck, liegt gut und schwer in der Hand, der Sucher ist heller und klarer als der einer Minolta XD 5. Zwischenzeitlich ist sie mir "an's Herz gewachsen" und ich möchte sie eigentlich nicht missen.

 

Andreas +

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Dann setzen wir das "ungeliebte" eben in Gaensefuesschen, das entspricht dann doch vielleicht eher der Realitaet.

Finde die Resonaz hier auf meine Hommage beachtlich - denn meist wird man mit der R3 doch mehr belaechelt - "ja, ja, das war die beste Minolta, die es je gab".

Daraus koennte man ja auch ableiten, dass die "Minolta R4-7" schlechter waren - was sie sicherlich nicht waren.

Feixende Gruesse aus dem suedlichen Erzgebirge

czfrosch

P.S. und hier die meine R3 im Einsatz (leider dominiert das telyt etwas):

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  • 9 months later...
Guest ramirezz

Das verstehe ich auch nicht. Die R3 ist doch eine richtig geile Kamera..Minolta hin, Minolta her.

 

Kann mir jemand verraten, wo ich eine originale Bedienungsanleitung für die R3 electronic bekomme? Grins.. ausser bei Ebay!

 

Herzlichen Dank im Voraus und Grüße aus Oberfranken.

 

Ramirezz

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Hallo zusammen,

 

man kann auch sagen, daß Minolta Leitz geholfen hat, sich auf das elektronische Pferd zu setzen. Schon von daher ware die Kooperation fruchtbar.

Was nur wenige wissen ist, daß es auch Canon (was jetzt nichts heissen mag) in den 70´er Jahren Probleme hatte.

Der Weg von der Mechanik für diesen Hersteller mühsam und steinig und der Erfolg stellte sich erst wieder so richtig mit der AE 1 ein.

 

Aber was Minolta angeht, so kann ich nichts schlechtes darüber sagen. Zudem waren die Optiken, besonders die alten MD Festbrennweiten mit den grünen Skalen für ihre Preisklasse alles andere als schlecht. Weder erst recht in mechanischer, als auch in optischer Hinsicht.

 

Ich erinnere mich noch gerne. Die erste SLR die ich als dreizehnjähriger in der Hand hatte und mit der ich knipsen durfte, war eine Minolta XD 5. Mensch, was war das für ein Gefühl!

 

Gruß

Thomas

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Sicher ist die R3 nicht schlecht. Aber seit die R-Preise sich alle dicht am Gefrierpunkt bewegen, würde ich erst bei R5 einsteigen. Wir reden ja hier nur über 150€ mehr... Als Erbstück ist die R3 aber immer noch ein ganz heißer Tipp!

 

Gruß Gregor

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Hallo zusammen,

 

wer sich für eine R3 interessiert:

 

In Köln bei Foto Brell wurden zwei schwarze R3 für ca. 130,- € und 150,- € angeboten, eine silberne "Made in Germany" für ca. 220,- €.

 

Die Schwarze für 130,- € hatte ich mir letztens mit einem Forumskollegen angeschaut. Bei ihr sollten nur die Dichtungen ersetzt werden, ansonsten machte sie technisch und optisch eine gute Figur.

 

Bei der für 150,- € war auch die Originalverpackung mit dabei.

 

Gruß

Thomas

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Das verstehe ich auch nicht. Die R3 ist doch eine richtig geile Kamera..Minolta hin, Minolta her.

 

Kann mir jemand verraten, wo ich eine originale Bedienungsanleitung für die R3 electronic bekomme? Grins.. ausser bei Ebay!

 

Herzlichen Dank im Voraus und Grüße aus Oberfranken.

 

Ramirezz

 

Hier werden Sie geholfen, allerdings nur in englisch : Leica R3 manual, user manual, free instruction manual, pdf manuals

aber vielleicht gibt es sowas auch mal im L.Camera Forum

Gruß,

Philipp

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@War die R3 nicht die einzige Leica-SLR, die es mit drei passenden Objektiven auch in "safarigrün" gab? Sicher schick in der Vitrine...

 

Gruß

 

Hallo Hans-Bernd,

 

stimmt. Es war die R3 Safari.

Eine steht bei Foto Lambertin in Köln zum Verkauf.

 

Ebenfalls eine "Safari" gab es in der Concorde- Edition mit goldenem C auf der Vorderseite. Sie wurde zum Überschallflug von der Fluggesellschaft verkauft.

 

Gruß

Thomas

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