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Völlig verpilzte Linsen


Summi Cron
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Hallo,

 

nur mal aus Neugier: Ein Hektor 10cm - Objektiv an einem von mir erstandenen VIIIs-Projektor ist sehr verpilzt. Der kleine Kerl hat sich schon mit der Schönheit einer Eisblume über die halbe Linse verbreitet. Das Glas ist höchstwahrscheinlich noch nicht vergütet. Und gekostet hat mich das Teil auch fast nichts (1,-€ plus Porto) Ich hatte es nur als Ersatzteilspender erworben.

Spaßeshalber würde ich aber versuchen, das Hektor zu zerlegen und den Pilz zu entfernen. Geht das? Brauche ich da Spezialwerkzeug? (Es müsste ja viel einfacher sein als bei einem Kameraobjektiv mit Blende und Fokussierschnecke)

 

Gruß

Nilz

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Aufpassen!!!

Laß das Hektor nicht in die Nähe der anderen Objetive kommen. Pilz kann ansteckend sein.

Bei relativer Feuchte unter 50% sicher, meist auch schon 60% wächst der Glaspilz nicht. Man sollte also seine Glasschätzchen entsprechend aufbewahren.

Da man ein Projektionsobjektiv mit mehr Mut zerlegen kann als ein modernes Vario, kannst du die Linsen ausbauen und mit der Methode H2O2 + Ammoniak versuchen zu reinigen. Bei einzelnen Linsen ohne Verkittung zu einem System (ich weiß aktuell nicht, ob das Hektor ein verkittetes Glied hat) kannst du auch die Linsen im Backofen braten. Hat das Hektor ein verkittetes Glied, dann sitzt der Pilz wahrscheinlich auch drin, denn Kanadabalsam ist ein guter Nährboden. Wenn du dich traust, trenne die Verkittung mit Wärme, reinige die Linsen und verkitte neu mit einem polymerisierenden Kitt. ALUX ist dir bestimmt mit seinem Rat diesbezüglich behilflich. Die Essigtour ist Quatsch. Da lacht der Pilz nur. Das Peroxid sollte möglichst konzentriert sein, aber Vorsicht vor den Fahndern. H2O2 wird bei den Terroristen zum Bombenbasteln benutzt! ;)

Nach der Reinigung brumme nochmal mit der Höhensonne richtig UV drauf!

Viel Erfolg.

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Achso, fiel mir gerade ein:

Leica nimmt wieder Objektive mit Pilzbefall zur Sanierung an. Sie arbeiten mit einem Spezialinstitut zusammen, die das machen.

Wahrscheinlich kostet die Brühe bei einem Projektionshektor aber mehr als die Brocken.

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auf jeden Fall in den Müll damit.

 

dass mit dem: "auf jeden Fall...." ist mit Verlaub, wenig sinnhaft , da wie der Threadersteller schon schrieb:

 

Ich hatte es nur als Ersatzteilspender erworben.

 

Jedoch in Fototasche wird wohl kaum jemand das Teil neben seinen "Schätzen" aufbewahren. :D

Ordnungsgemäßer Umgang und weitergehende fachmännische Behandlung vorausgesetzt, dürfte wohl nichts Weltbewegendes passieren. Wir leben halt in einer "verpilzten " Welt.

 

Eine radikale Methode , bei natürlich ausgebauten Linsen dem Pilz nach Einsatz von H2O2 noch weiter final beizukommen , soll übrigens mittels einer Mikrowelle möglich sein.

Ich selber habe allerdings dies noch nicht , mangels Pilzbefall bei Optiken , ausprobiert und kenne es nur vom Einsatz kontaminierter (stinkender !) Microfilter in der Auto-Klimaanlagen, , die sich so phantastisch refreshen lassen.

 

So sollen auch angeblich bei verpilzten Linsen die letzten Restspuren (Hitze und/oder Strahlung ???) beseitigt werden. ich müsste einmal forschen , in welchem Forum ich darüber (etwa vor einem halben Jahr ) einiges gelesen habe. Vielleicht weiß jemand , wo der Beitrag zu Optischen Gläsern-Mikrowelle gestanden hat ?

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Hallo,

 

ich habe ein bei einem ähnlichen Billigeinkauf erworbenes Focotar I einmal mit der Wasserstoffperoxid/Ammoniakmethode gereinigt und seitdem dort absolute Ruhe.

Aufträufeln, einige Minuten einwirken lassen, möglichst reibungsarm abtupfen.

Motto: Wenn nix, dann geringer Verlust - wenn Erfolg, dann nettes Objektiv.

Es hat mich allerdings doch weitgehendst die Vergütung der entsprechend gereinigten Flächen gekostet.

Achtung Kripo: Wasserstoffsuperoxid hat schon meine Apotheke nebenan vorrätig; konzentrierte Ammoniaklösung besorgt sich etwas schwieriger, über den Versandhandel.

Und was die panische Angst vor der Pilzausbreitung betrifft: Schimmelpilzsporen fliegen stets und (außer in Reinräumen) überall durch die Luft. Nicht Nachbarschaften als solche sind relevant, sondern ein günstiges Wachstumsklima für Pilze.

 

Viel Erfolg!

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Hallo und danke,

nun, ich werde mal sehen, ob ich das Objektiv überhaupt zerlegen kann, dann besorge ich mir die beiden Mittel (Ich bin Naturwissenschaftler, früher hatte ich sowas sowieso immer im Haus). Die abschließende Behandlung in der Mikrowelle ist sicherlich nicht schädlich, aber bei wirklichen Sporen womöglich ohne Wirkung, da dann kein Wasser da ist, das in Schwingungen versetzt wird. Dann kann man sie besser gleich kochen.

In der Tat wäre die Alternative, bei nächstbester Gelegenheit einen Projektor mit dem gleichen Objektiv aus der Bucht zu fischen, schneller und billiger. Zumal der besagte Projektor ohnehin innerlich nicht doll ist (fehlende Kondensoren, Lampe kaputt)

Es geht also nicht darum, irgendwas zu retten, sondern mehr um meine technische/ mykologische Neugier.

Gruß

Nils

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Stell doch bitte mal ein Bild ein wie der "Pilz" aussieht.

Ich halte es für viel wahrscheinlicher, dass das Kanadabalsam der Verkittung auskristallisiert ist (nachdem Du schon von Eisblumen sprichst).

In diesem Fall würde ich tatsächlich mal den Backofen anschmeißen und das komplette Objektiv erhitzen (ich gehe mal davon aus daß es eine Ganzmetallfassung hat).

Aber gehe langsam vor. Erst mal das Objektiv auf 50°C erwärmen und dann alle 15min um 20°C höherstellen, bis 120°C erreicht sind. Bei dieser Temperatur sollte der Kitt schmelzen und sich durch die Kapillarwirkung wieder gut zwischen den Linsen verteilen. Nach 15min kannst Du den Ofen dann ausschalten und das Objektiv im Ofen langsam abkühlen lassen.

Da die Linsen dabei fixiert bleiben, kann eigentlich nichts dezentrieren.

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Hallo Alex,

ich glaub, der Tip ist heiß. Zumal er nicht aussieht wie die Pilze, die ich aus einem alten Tokina-Tele kenne. Siehe unten:

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Stell doch bitte mal ein Bild ein wie der "Pilz" aussieht.

Ich halte es für viel wahrscheinlicher, dass das Kanadabalsam der Verkittung auskristallisiert ist (nachdem Du schon von Eisblumen sprichst).

In diesem Fall würde ich tatsächlich mal den Backofen anschmeißen und das komplette Objektiv erhitzen (ich gehe mal davon aus daß es eine Ganzmetallfassung hat).

Aber gehe langsam vor. Erst mal das Objektiv auf 50°C erwärmen und dann alle 15min um 20°C höherstellen, bis 120°C erreicht sind. Bei dieser Temperatur sollte der Kitt schmelzen und sich durch die Kapillarwirkung wieder gut zwischen den Linsen verteilen. Nach 15min kannst Du den Ofen dann ausschalten und das Objektiv im Ofen langsam abkühlen lassen.

Da die Linsen dabei fixiert bleiben, kann eigentlich nichts dezentrieren.

 

 

...:eek: :eek: ...das klingt nach ...:rolleyes: ...aber wenn es klappt einfach genial!..:) ..zu verlieren hast du nichts, also Ofen an!

 

 

Grüße,

 

Jan

 

jetzt kann ich mir vorstellen, warum das 1,2 Noctilux in der Bucht doch auf 1000 EUR ging, das sah ähnlich aus nur schlimmer!....

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Hallo,

je mehr ich drüber nachdenke und mir das ansehe, um so sicherer bin ich mir, dass es sich hier um Kristallstrukruren handelt. Hat zwar auch Ähnlichkeit mit Schleimpilzen oder thallösen Ascomyceten, aber der sogenannte Glaspilz bildet ja üblicherweise feinste Hyphen, die von einem punktförmigen Zentrum ausgehen.

Da in der Tat nichts zu verlieren ist, kommt das Ding also, wenn ich die Zeit habe, mal in den Ofen. Ich melde mich dann wieder.

 

Gruß

Nils

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  • 3 weeks later...

Hallo alle, hallo Alux,

 

ich habe das Objektiv nun wie beschrieben im Backofen behandelt. Der Linsenbelag hat sich signifikant verändert und ist auch merklich geringer geworden. Also war es auskristallisierter Kit. Vielen Dank an dieser Stelle, wieder mal was gelernt.

 

Viele Grüße

 

Nils

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Hallo

 

Hoch interessanter Beitrag...

 

Eines meiner Summars hat im Frontbereich 5 winzige Blässchen, sehen ein bisschen aus wie die in hand (mund) geblasenen Vasen, keisrund und ca 1/2 mm im Durchmesser. Kann das auch eine Verkittungsschwäche sein? Kristall Struktur ist nicht zu erkennen. Sollte ich es auch mal backen...ich nehme doch an das ein Summar aus Vollmetall ist?

 

Gruss

Uwe

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Eines meiner Summars hat im Frontbereich 5 winzige Blässchen, sehen ein bisschen aus wie die in hand (mund) geblasenen Vasen, keisrund und ca 1/2 mm im Durchmesser. Kann das auch eine Verkittungsschwäche sein?

 

Nein, tu's nicht. Die Bläschen befinden sich im Glas selbst und sind bei älteren Objektiven, so auch beim Summarit 1,5/50 etc., völlig normal und ließen sich damals beim Schmelzen der hochwertigen optischen Glassorten nicht verhindern, sie wurden vielmehr sogar als Qualitätsmerkmal für besonders hochwertiges optisches Glas gesehen.

 

Andreas

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Guest maxmurx
Hallo Alex,

ich glaub, der Tip ist heiß. Zumal er nicht aussieht wie die Pilze, die ich aus einem alten Tokina-Tele kenne. Siehe unten:

 

Hallo Nilz

 

Das Objektiv hat von der einen Seite her einen Schlag bekommen. Dabei wurde der Kitt zwischen zwei Linsen gesprengt. Die Methode mit dem Aufwärmen kann nützen. Allerdings kann es auch passieren, dass der Kanadabalsam aufkocht und sich dann kleine Blasen bilden.

 

Zerlegen und neukitten sind kleine Arbeiten, wenn Du das notwendige Werkzeug hast. Vielleicht hast Du auch Spass dabei, weil Du basteln und experimentieren kannst, ohne finanziell viel zu riskieren.

 

Gruesse von Juerg

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Hallo Nilz

 

Zerlegen und neukitten sind kleine Arbeiten, wenn Du das notwendige Werkzeug hast. Vielleicht hast Du auch Spass dabei, weil Du basteln und experimentieren kannst, ohne finanziell viel zu riskieren.

 

Gruesse von Juerg

 

zu späth :D;) OK - das war ein Insider.

Demnächst im Historcia-Forum :rolleyes: .

 

Gruß NO

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