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Sind digitale Produkte wirklich kurzlebiger?


UliWer

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Es scheint allgemeine Auffassung zu sein, dass digitale - oder sagen wir besser elektronische? - Produkte jedenfalls eine kuerzere "Lebenserwartung" haben als analoge -besser mechanische oder beim Film chemische - Produkte.

 

Mich interessiert, ob das wirklich so ist, oder ob es sich dabei um ein kulturkonservatives Geruecht handelt: frueher war alles besser.

 

Es geht mir nicht um die Frage, wie kurz die Erneuerungszyklen sind. Selbstverstaendlich ist heute eine digitale Kamera der ersten Generation mindestens 5-mal ueberholt. Sondern ganz schlicht darum, ob sie noch funktionieren und die damit erzeugten Dateien noch als Bilder mit gaengiger Software reproduzierbar sind.

 

Hat jemand noch so ein Teil, was mehr als 10 Jahre alt ist und kann damit noch fotografieren und die Aufnahmen weiter verwenden. Nicht so sehr die Theorie, was alles unter welchen Umstaenden nicht mehr funktionieren koennte, sondern die ganz banale Praxis halte ich fuer interessant: wie alt ist das Ding, geht es noch, wenn nein, gibt es Aufschluss ueber die Ursachen, was und warum es nicht mehr geht?

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ich habe die minolta f100 (2002 gekauft??) irgendwann einem freund gegeben, die konnte damals schon tiff und minolta hatte gute 4 mpix der kamera spendiert;-) sie macht heute noch gute bilder . batteriefach fällt fast ab, schrauben fehlen, aber der rest geht ohne probleme!

 

man kann auch elektronik gut bauen...

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Mein erstes Mobiltelefon, ein Motorola International 3200, funktioniert noch heute, auch mit aktuellen SIM-Karten. Es war lange in Benutzung, ist drei Altbaustockwerke durch den Lichthof ins Erdgeschoß gestürzt, beim Sprung über Mülltonnen und Mauer über den Asphalt gekracht und hat eine Nacht im Auto bei offenem Fenster im strömenden Regen gelegen. Andere haben wiederum normale Behandlung nicht lange ausgehalten.

 

Ein Verstärker, ein KA-5200, schon gebraucht gekauft, hat Jahre gehalten, während die Regler eines nicht billigen Sonyverstärkers trotz trockener Raumluft und Benutzung nach zwei Jahren korrodiert knarzten. Früh ging eine Endstufe kaputt, die Reparatur war teuer und nicht lange von Erfolg.

 

Mein HP5 hatte oft Störungen und war schnell kaputt, mein hp1100 musste ich nun vor einigen Wochen endlich austauschen.

 

Du kannst noch heute bei Ebay funktionsfähige ZX81, Spektrums oder Commodore B128 kaufen, 1000er Floppys, alte Microdrives. Mengen an Digitalkameras mit und ohne Spiegel.

 

Meinen Sony MZ1 Minidisc-Recorder habe ich vor Jahren verkauft, weil er zu schwer und zu wenig praktisch war. Der Käufer hat und benutzt ihn noch heute.

 

Das alles ist von der Qualität der benutzten Bauteile bis in kleinste Details abhängig und von Deinem Einsatz und Deiner Sorgfalt.

 

Und natürlich war früher auch einiges besser.

Edited by ehmneun
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Meiner Erfahrung nach sterben die meisten digitalen Kameras keines "natürlichen Todes", sondern werden zu "Unfallopfern". Sie stürzen sich zu Tode und verenden an gebrochenen Displays oder gestauchten Objektivtuben. Nicht selten ertrinken sie auch, allerdings nicht immer nur in Weizenbier. ;)

 

Ich glaube persönlich nicht, dass elektronische Produkte schneller verschleissen als mechanische. Wenn es jedoch soweit ist, stellt die Reparatur ein Problem dar, da es in der Regel keine Ersatzteile mehr gibt. Die altern nämlich auch bei Nichtgebrauch, daher hat es keinen Zweck sie über einen längeren Zeitraum zu bevorraten.

 

Bei meinen privaten Kameras muss ich leider von zweien (Canon Digital Ixus 300 und Casio QV-3000) berichten, bei denen - nach vielen Jahren - von einem zum anderen Augenblick die eingebauten Blitzgeräte ausfielen. Sang- und klanglos, einfach so, ohne Vorwarnung oder äußeren Anlaß. Ärgerlich, da sie ansonsten noch prima funktionieren.

 

Dann sind da natürlich noch die berüchtigten Sony Sensoren, die nach einer unbestimmten Zahl von Jahren mit farbigen Streifen im Bild ausfallen. Kann ungewollt zu geradezu künstlerischen Bildergebnissen führen. Allerdings eher abstrakte Kunst als gegenständliche. Lomographie für Fortgeschrittene sozusagen. Auslöser ist ein fehlerhafter Produktionsprozess, der die Kontakte des Sensors mit der Zeit schleichend korrodieren läst. Das Dumme daran ist, es kann jeden treffen, da fast alle namhaften Hersteller und Labels zumindest für einen Teil ihres Kamerasortiments die Sensoren von Sony beziehen. Das Gute daran ist, dass Sony (zumindest bis jetzt noch) bei solchen Defekten die Reparaturkosten direkt mit dem Kamerahersteller abrechnet, der dem Verbraucher dann eine Kulanzreparatur bieten kann. Selbst Jahre nach Ablauf der Garantiefristen. Ob das jedoch auf Ewig so weiter geht ist fraglich.

 

Und es soll auch noch eine Reihe von Fuji DSLRs auf Nikon Basis mit Fuji Super-CCD geben, die von jetzt auf gleich nur noch schwarze Bilder machen wollen. Aber das ist jetzt "Hören-Sagen" Euer Ehren.

Edited by PwoS
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Meine Digilux 1 musste auch schon in Reparatur. Schuld war ein Radunfall. Zählt das als Anwenderfehler? Seit dem Tausch des Displayglases fotografiert sie wieder wie neu.

 

Mein Vater fotografiert oft und gerne mit seiner Panasonic Lumix FZ-10, gekauft 2004. Eine praktische und handliche Kamera mit einem ordentlichen Objektiv mit Blende 2.8 über den gesamten Zoom-Bereich. Bis auf die Mini-USB-Buchse funktioniert sie tadellos.

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In meinem Schrank finden sich auch noch einige alte Digitale:

 

Agfa ePhoto 1280 (1997)

Olympus Camedia 2500 (1999)

Olympus D-600L (1997)

Pentax EL-2000 (1999)

Sony Mavica FD71 (1998)

Olympus Camedia 2100 (2001)

 

Alle Kameras funktionieren noch einwandfrei. Allerdings wurden sie auch immer pfleglich behandelt und nutzen glücklicherweise AA Akkus und keine Spezial-Akkus, die vermutlich heute schwer aufzutreiben wären.

Dass die Bildqualität heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt, versteht sich von selbst, wobei sich die Olympus-Modelle dabei noch am wackersten schlagen.

 

Gruss Peter

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Ich habe noch einen Mac aus der ersten Serie von Anfang 1985. Der läuft prima und mit der Software von damals auch recht flott. Er ist aber nur selten im Gebrauch und dann eher aus sportlich-nostalgischen Gründen. Aber auch um die Elektronik fit zu halten.

Ansonsten ist er wie neu und hat nie ne Reparatur über sich ergehen lassen müssen.

Schaut auch aus, wie eben ausgepackt. Dann habe ich noch eine Rollei Digitalkamera aus dem Jahr 2001. Sagengafte 2 MP. Das Display (war damals schon schrottig, aber normal für die Zeit) flackert inzwischen und das Objektiv klemmt auch oft beim Rein- und Rausfahren. Die Fotos, die man damit macht, sind in etwa auf dem Niveau durchschnittlicher Handy-"Kameras".

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ähnlich wie mechanische Geräte, sollten auch elektronische Geräte regelmäßig genutzt werden. Während die mechanischen "verharzen", gehen bei den elektronischen/elektrischen schon mal die Kondensatoren über die Wupper.

 

Kurzlebiger sind die digitalen Kameras eigentlich nur, weil sie von ihrem Besitzer meist schamlos verstoßen werden :)

 

Mir tun die M8en leid, die jetzt wegen der M9 verstoßen werden. Gehört sich nicht, sowas ;)

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Guest kalokeri
...

 

Mir tun die M8en leid, die jetzt wegen der M9 verstoßen werden. Gehört sich nicht, sowas ;)

 

Nur so eine Idee: analog zu einem Tierasyl, in dem alte, von ihren Eigentümern verstossene Tiere ihr Gnadenbrot bekommen, könntest Du doch ein Kamaraasyl für M8-Kameras einrichten - freiwillige Helfer, die die Kameras ausführen und in Bewegung halten, dürften sich durchaus finden lassen ...

 

Thomas

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Das Problem sind die schnellen Modellwechsel und die unzureichende Ersatzteilbevorratung. (Ich sage nur Leica CM...). Im Ergebnis lässt sich dann eine Kamera nur noch wegwerfen, selbst, wenn nur ein einziger Mikroschalter auf einer Platine defekt ist. In dem Fall, dan den ich denke, kann Jenoptik keinen Ersatz für einen abgebrochenen Ein-Aus-Schalter liefern und nimmt die Kamera auch nicht selbst zur Reparatur an. Dabei ist der Schalter eindeutig falsch dimensioniert, sozusagen mit Sollbruchstelle.

 

Je höher integriert die Bauweise ist, desto schlechtere Karten hat der Käufer im Fall eines Versagens, auch wenn nur ein sehr kleiner Funktionsbereich ausfällt. Bei einem diskret aufgebauten alten HiFi-Gerät lassen sich die trockenen Kondensatoren, die Holger erwähnt, ja noch austauschen. Wenn aber einer der ICs, OpAmps, Transistoren etc seinen Geist aufgibt, ist die Ersatzteilbeschaffung auch dort zunehmend schwieriger. Gleiches gilt natürlich auch für custom made parts, und seien es nur abgerochene Bedienelemente, Displays oder versprödete Gummi- oder Kunststoffelemente. Alte (Fein-)Mechanik lässt sich dagegen fast immer noch nachbauen.

 

Gruß Friedhelm

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Mir tun die M8en leid, die jetzt wegen der M9 verstoßen werden. Gehört sich nicht, sowas ;)

Geht mir genauso. Andererseits kaufe ich ja auch -nicht-digitale - alte Sachen, und man kann ja nicht immer auf das Ableben des Opas warten...

 

Apropos: gratuliere zum 7-jaehrigen LFI-Jubilaeum!

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Kann leider nur ein Negativ-Beispiel nennen.

 

Mein erster Filmscanner war vor Jahren ein Nikon Coolscan, ich denke es war der 2000. Er lief einige Jahre unter einer alten Windows-Version. Weiß leider nicht mehr welche. Ist schon so lange her. Als ich mir dann einen neuen Rechner mit einer aktuellen Windows-Version zulegte, hatte ich massive Probleme, einen Treiber zu bekommen. Trotzdem arbeitete der Scanner micht mehr wie gewohnt. Entnervt hatte ich mich dann zum Kauf des Coolscan 5000 entschlossen.

 

Grüße

Gertrud

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Einziges Problem scheint das Verschluss zu sein, das nach 80.00 - 100.000 Auslösungen manchmal versagt.

Gruesse,

Jean

Und das ist ein klassische digitales Problem, denn viel mehr Leute machen 100.000 digitale Auslösungen, als Leute 3.000 Filme gekauft, belichtet und entwickelt haben.

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Einen Käfer konnte ich noch selbst reparieren - aktuelle PKW - Fehlanzeige!

 

Das Problem ist nicht ein "rein" digitales - eine alte Schraubleica lässt sich mit Geduld und Spucke durch einen Fachmann reparieren - zur Not muss ein Bauteil nachgefertigt werden. Eine mit Bel-Automatik ausgestattete R oder eine Rollei SL35 - da wird das wohl schiefgehen. Je mehr Elektronikstreuerung drin steckt, desto kurzlebiger das Produkt.

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Mechanische Geräte lassen sich reparieren - und dieses ist notwendig da Mechanik Verschleiß unterliegt. Einfache Mechanik lässt sich folglich einfach reparieren, meine Harley WL von 1939 wird auch in 100 Jahren noch fahren. Bei digitalen Geräten geht die Mechanik, da sie billiger und aus nicht zu reparierenden Teilen produziert wird, vor der Elektronik kaputt. Beispiel: Tastatur eines alten Note Books: Irgendwann war sie hin, aber es gab kein Ersatz. Das gleiche gilt für preiswerte Kameras: Die Elektronik funktioniert, die Mechanik gibt irgendwann auf.

Die Frage ist also zu pauschal. Hochwertig verarbeitete Elektronische Geräte halten lange - möglicherweise gibt es aber keine Ersatzteile wie Batterien mehr ;)

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Ich habe z. B. einen HP-15 C HP-15C), der seit nunmehr 25 Jahren problemlos funktioniert, sowohl was die Mechanik (Tasten!) als auch die Elektronik betrifft.

 

Man könnte die damaligen HPs aber auch als die Leicas der Taschenrechner bezeichnen... ;)

 

Viele Grüße,

Michael

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