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Rona!d

Nicht immer nur Kaviar ...

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Das mit den Arbeitstunden kann ich Dir nicht beantworten, aber das was einst solche Mikroskope - und die gab es von ZEISS, LEITZ (Panphot), REICHERT (Univar) u.a.m. - notwendig gemacht hat, existiert heute als Aufgabenstellung in dieser Form nicht mehr. Folglich werden derartige Mikroskope nicht mehr geordert und daher auch nicht gefertigt.

 

Was hingegen die Preise anbetrifft, da stellen aktuelle Hochleistungsmikroskope selbst unter Berücksichtigung der allgemeinen Teuerung solche Geräte wie das gezeigte Ultraphot durchaus in den Schatten. Nur hat sich auch die Technologie geändert nach der solche Mikroskope konstruiert werden. Beispielsweise ist ein Fokustrieb eben kein feinmechanisches Bauteil mehr sondern ein auf Schrittmotoren basierendes. Das ist auch wichtig, weil erst der Schrittmotor durch seine hochgenaue, reproduzierbare Ansteuerbarkeit eine moderne Mikroskopie-Techniken erlaubt. Dazu kommen elektronische Aufzeichnungsmöglichkeiten über integrierte EMCCD Kameras Photomultiplier oder Gallium-Arsenid -Detektoren, rasend schnelle Galvo-, Ultraschall- oder Nipkow-Scanner, piezoelektrisch oder über Magnetspulen bewegte Z-Triebe u.v.a.m.

 

Die mikroskopischen Methoden entwickeln sich darüber hinaus vergleichsweise schnell weiter. Ein Laser-Mikroskop welches 10 Jahre alt ist, ist rein vom erzielbaren Ergebnis nurmehr begrenzt mit einem aktuellen Gerät

vergleichbar, nicht von der Empfindlichkeit der Signalaufnahme (Rauscharmut) und oft auch von den Möglichkeiten der Auswertung her. Beispiel: wir haben vor vier Jahren ein Mikroskop angeschafft, welches in der Lage ist, bei einer Auflösung von 512x512 Pixeln in Echtzeit 25fps und 10 Schichten pro Sekunde aufzunehmen. D.h. man kann beispielsweise den Virus-Transport innerhalb einer lebenden Zelle (von rund 30 Mikrometern Durchmesser) in allen drei Dimensionen in Echtzeit beobachten, vermessen und qualitativ und quantitativ auswerten. Dies auch noch mit zwei als unterschiedlich zu erkennenden Partikeln gleichzeitig. Dies wäre noch fünf Jahre zuvor nicht nur nicht denkbar gewesen, sondern auch ein sehr ordentlicher Batzen Geld. Heutige Geräte sind verbessert, in Bezug auf die Lichtempfindlichkeit der Systeme, was für die zeitliche Beobachtungsdauer (Photo-Toxizität setzt Lebendzell-Beobachtung häufig enge Grenzen) wichtig ist, aber man hat auch technisch-mathematische Möglichkeiten gefunden, die Auflösung der Lichtmikroskope über die von Abbe definierte Grenzauflösung von ca. 200nm bei sichtbarem Licht, hinaus zu treiben. Professor Stefan Hell in Göttingennhat für ein solches Verfahren (STED) 2014 den Nobelpreis verliehen bekommen. Nur eines sind diese Geräte nicht: ganz bestimmt sind sie nicht billiger geworden. Also, bezahlen ist häufig nicht das Problem.

 

Freundliche Grüße zur Nacht

 

Wolfgang

Vielen Dank für die ausführliche Anmerkung, ich weiß natürlich das die Weiterentwicklung stattfindet und auch stattfinden muss, ich bin kein Nostalgiker der unbedingt nur das Alte will weil er mit dem Neuen nicht zurecht kommt.

Die Entwicklung die Du beschreibst findet sich in allen Bereichen der Technik, im Mikroskopbau ist es halt eine unglaubliche Präzision. Das es nun möglich ist sogar die Grenze von 200nm zu unterschreiten habe ich mitbekommen, das war wirklich ein entscheidender Schritt.

Ich denke nur das heute die Entwicklungskosten einen weitaus größeren Teil des Kaufpreises ausmachen als die Fertigungskosten. Alles was heute mechanisch gefertigt wird ist im Grunde durch die neuen CNC Maschinen deutlich schneller und dadurch preiswerter herzustellen. Auch hier hat sich in den fast vierzig Jahren meines Berufslebens in diesem Berich Unglaubliches getan.

Selbst bei den Leica Kameras ist das zu merken, im Grunde sind sie im Verhältnis günstiger geworden und auch die Kameras und Objektive anderer Hersteller. Wenn ich nur daran denke wie einfach es heute ist eine aphärische Linse herzustellen. Das Blankpressen dieser optischen Elemente ist eigentlich nur möglich geworden weil es Maschinen gibt die in der Lage sind Formen in dieser Präzision zu fertigen.

Jedenfalls versuche ich immer alles aufzusaugen was es zu diesen Themen gibt, ich persönlich finde es gut wenn wir Menschon uns damit beschäftigen Mikroskope oder andere Dinge zu entwickeln und zu bauen die uns helfen diese blaue Murmel etwas besser zu machen.

Danke nochmals für Deine Worte, finde ich echt Klasse, ein Fan der Mechanik bin ich trotzdem und werde es immer bleiben aber bleiben, ohne Trotz.

Schönen Gruß aus der Südheide

Wolfgang

Edited by norma

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Guten Morgen Namensvetter!

 

Ich denke nur das heute die Entwicklungskosten einen weitaus größeren Teil des Kaufpreises ausmachen als die Fertigungskosten.

Das weiß ich nicht, aber es ist anzunehmen dass Du Recht hast. Alleine schon eben wegen der sich heute in wesentlich kürzeren Abständen als früher beständig weiter entwickelnde Lichtmikroskopie. Gerade seit Anfang der 1990er Jahre sind wirklich neue Methoden entwickelt worden. War in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhundets das Elektronenmikroskop mit seiner ganz wesentlich höheren Auflösung der Fortschrittmacher in der medizinisch-biologischen Forschung, so ist es in den letzten 25-30 Jahren absolut die noch 1990 für weitgehend ausgeschöpft erklärte Lichtmikroskopie. Möglich wurde dies durch die Entwicklung völlig neuer Methoden in Physik (Laser-Konfokalmikropie) und Chemie (neue Farbstoffe mit spezifischen Eigenschaften), forciert durch die Tatsache dass das Lichtmikroskop die Beobachtung von lebenden Zellen erlaubt, wo das höher auflösende EM nurmehr tote Materie zeigt.

 

... ein Fan der Mechanik bin ich trotzdem und werde es immer bleiben aber bleiben, ohne Trotz.

Was denkst Du, warum habe ich wohl so ein rund 50 Jahre altes Monstrum (ungefähr 50cm breit, 75cm tief und 85cm hoch) zuzüglich dem dazu gehörenden großen Schreibtisch mit der darin integrierten Stromversorgung und elektrischen Steuerung für die Großbildkamera und die im Austausch wechselweise daran anzusetzende Kleinbildkamera in meinem "Spielzimmer" stehen?

 

Freundliche Grüße

 

Wolfgang

Edited by wpo

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Frage an die Mitlesenden: Hat jemand Erfahrung mit Kameras des französischen Herstellers 'FOCA'?  Neben preiswerteren Modellen mit Festbrennweite und Zentralverschluss (?) hat das Unternehmen von etwa 1947 bis 1962 verschiedene Kameras produziert, die im Aussehen an die Schraubleica angelehnt  sind; speziell interessiere ich mich für das Modell 'Universel' in der (vor)letzten Version mit Hebel-Aufzug. Man findet etwas Literatur zum Thema, aber ich habe so einen Apparat noch nicht in der Hand gehabt. Ich wüsste z.B. gerne, ob Sucher- und E-Messer-Bild leidlich brauchbar sind, also etwa auf Niveau einer II/IIIf oder einer Canon aus der Zeit. Vorab herzlichen Dank, falls jemand so ein Ding besitzt oder sonst etwas Erfahrung damit berichten kann.

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Frage an die Mitlesenden: Hat jemand Erfahrung mit Kameras des französischen Herstellers 'FOCA'?  Neben preiswerteren Modellen mit Festbrennweite und Zentralverschluss (?) hat das Unternehmen von etwa 1947 bis 1962 verschiedene Kameras produziert, die im Aussehen an die Schraubleica angelehnt  sind; speziell interessiere ich mich für das Modell 'Universel' in der (vor)letzten Version mit Hebel-Aufzug. Man findet etwas Literatur zum Thema, aber ich habe so einen Apparat noch nicht in der Hand gehabt. Ich wüsste z.B. gerne, ob Sucher- und E-Messer-Bild leidlich brauchbar sind, also etwa auf Niveau einer II/IIIf oder einer Canon aus der Zeit. Vorab herzlichen Dank, falls jemand so ein Ding besitzt oder sonst etwas Erfahrung damit berichten kann.

Guten Tag Lenn,

 

nein, Erfahrungen habe ich damit keine, aber ich weiß dass ein nicht föllich unbekannter französischer Photograph große Teile seiner Reportagetätigkeit mit Kameras von diesem Hersteller erstellt hat. Willy Ronis hat sich wohl, wie ich irgendwo in seinen Büchern gelesen habe, ganz bewusst gegen die Leica, Contax usw. und für die Foca entschieden, warum auch immer. Da seine Bilder mit zum Besten gehören, was die französische photographie humanisme zu bieten hat, kann das verwendete Werkzeug eigentlich so schlecht nicht gewesen sein.

 

Freundliche Grüße

 

Wolfgang

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Zwergenaufstand


Das Canon 100/3.5 von 1958 ist eine fünflinsige Tele-Konstruktion, sehr leicht und ausgesprochen leistungsfähig.


Es wurde beworben als Reise-Objektiv, Canon ab 7 spiegelte den passenden Rahmen ein, ein 90-Sucher


(Leitz oder Voigtländer) zeigt mit seinen Nah-Marken recht genau das Unendlich-Bildfeld des 100ers.


 


 



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Zwergenaufstand

Das Canon 100/3.5 von 1958 ist eine fünflinsige Tele-Konstruktion, sehr leicht und ausgesprochen leistungsfähig.

Es wurde beworben als Reise-Objektiv, Canon ab 7 spiegelte den passenden Rahmen ein, ein 90-Sucher

(Leitz oder Voigtländer) zeigt mit seinen Nah-Marken recht genau das Unendlich-Bildfeld des 100ers.

 

 

 

 

Sehr schöne Zusammenstellung, das Canon ist schon sehr kompakt im Vergleich zu den anderen. Allerdings kann ich die Lobeshymnen über  Fertigungsqualität und Abbildungsleistung zumindest bei meinem Exemplar nicht so richtig nachvollziehen. Das Elmarit ist doch lang, wird aber meist unterschätzt, während das dreilinsige Elmar eine feine kleine Alternative ist.

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Ich weiß, dass der unmittelbare Vorgänger das 100/4 war, ganz ähnlich aussehend, verchromt und eher schwer, ein schlichter Dreilinser mit ebenso schlichter Abbildung, das habe ich schnell weitergegeben. Vom Fünflinser gab es drei Varianten, von denen ich nicht sagen kann, ob die Änderungen nur äußerlich waren. Ich hätte es vermutlich nicht erworben, wenn nicht der Preis gestimmt hätte und  wenn mein Dreilinser-Elmar nicht M-Fassung hätte.... Das bildet zwar wirklich gut ab, aber die fehlende Geradführung nervt mich schon.

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Ach Lenn, gib doch endlich mal Ruhe.......is doch nicht auszuhalten.....;-)

 

Nee, im Ernst: Klasse Kombi, sehr schön gezeigt, wie immer.

 

DANKE!!!

 

Gruß aus S

Tom

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Und wie ist es mit selbst angepassten Fremdlinsen?

Dieses Heliar stammt aus eine Perkeo 3x4 und wurde 1934 hergestellt. Um es jederzeit wieder in die Kamera setzen zu können habe ich die Linsenhälten einfach im Verschluss gelassen.

Das Objektiv sitzt in einer NOOKY Naheinstellfassung von Leitz und wenn man weiss wie kann sie sehr schön für ein Objektiv mit 55mm Brennweite angepasst werden, auch für den Entfernungsmesser, versteht sich. Nutzbar von 1m-unendlich

Angesetzt ist das gute Stück an einer Leica IIIb die sehr selten mal gezeigt wird, diese hier läuft tadellos aber ich nutze sie eigentlich gar nicht. Daneben ein unvergütetes Elmar das zu der Kamera gehört.

Leider bin ich noch nicht dazu gekommen das Heliar mit meinen analogen Leicas zu testen, ich habe einfach zuviel selbst umgebautes Fremdglas, also immer der Reihe nach.

Allerdings musste es sich schon an der digitalen Ilse 7A von Sony beweisen, ein Beispiel ist mit angefügt.

Angeblich soll das Heliar einen besonderen "Schmelz" besitzen, ja Pustekuchen, zumindest an der Digiknipse ist es selbst bei offener Blende schon recht scharf, abgeblendet ist es wirklich sehr gut.

Vielleicht bedarf es eines alten Dichschichtfilmes, habe mir jetzt mal ein paar Adox Silvermax kommen lassen, denke das der Film den Alten etwas näher kommt, bin gespannt. Sowie ich Ergebnisse habe landen sie hier im Forum, auch wenn es nicht Leica ist, schon mal sorry dafür.

Die Frage die jetzt bleibt, ist es Kaviar oder nicht? Preislich haben sich die Voigtländer Sachen nicht von denen aus Wetzlar unterschieden.

Mir ist es ein persönliches Anliegen den Braunschweigern das Leben zu verlängern so das sie nicht in der Vitrine versauern müssen.

Siehe auch meinen Beitrag: neues Spielzeug aus Braunschweig, hier im Forum

 

 

Edited by norma

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Schon Deine Adaptierungen sind doch KAVIAR! Die Kleinbildpatrone und Massenkameras wie Kodak Retina haben letztlich dem Kleinbildformat den Weg geebnet, Vorher gab es schon Alternativen auf Rollfilm und viele hochwertige Apparate, nicht nur die Perkeo, auch Plaubel Makinette, Foth Derby, Krauss Peggy etc. In der Perkeo war m.W. das einizige Heliar mit einer Kleinbild-Normalobjektiv vergleichbaren Brennweite. Und das Heliar war natürlich scharf, es gab für Stuioporträts allerdings auch einer Version mit verstellbaren Linsen zum Weichzeichnen.

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Soeben fertig geworden.

 

Canon IID von 1955.

Ein günstiges Bastelobjekt. Natürlich war ich nicht verwundert, daß die Verschlusstücher hinüber waren.

Wurde ziemlich zerlegt und penibel gereinigt. Die Zeiten (auch die langen) passen annähernd. Abweichungen bei den kurzen Zeiten von minus 10%

Optisch ist sie nicht perfekt. Hatte ein paar Roststellen und kleine Kratzer oben beim Schriftzug.

 

Hat mich interessiert, wie viele Ähnlichkeiten zu Leicas bestehen.

Sehr viele. Muss aber dazu sagen, daß diese Kamera in mancherlei service- und Bedienfreundlicher ist.

 

Zb. die Walzenfedern lassen sich beim spannen besser halten,  einstellen und fixieren.

Das Gehäuse lässt sich einfacher an das Chassis schrauben. Ohne dieser Fummelei mit einer zusätzlichen Leiste im Aufwickelkasten.

 

Beim Fotografieren wird man mit praktischen features belohnt.

Das Zeitenrad lässt sich unendlich drehen.

Man kann den Sucher umstellen von 50 auf 90 und 135mm Objektive.

 

Den zeitgenössischen Aufstecksucher hatte ich schon.

Momentan darf ein Summaron 35mm dran. Ein passendes Canon Serenar 50mm/f 1.8 ist im anrollen...

 

Edited by Reini

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diese japaner können nix wie schamlos kopieren, die werden sich am kamerasektor nie durchsetzen

 

Nie und nimmer...bei dem geringen Marktanteil...

 

 

Auch wenn's eine Kopie ist. Was die Japaner übrigens schon seit 1934 machen, ist sie nicht minder faszinierend.

Und wenn schon, Immerhin spricht es für das Design und die Technik von Leica.

 

Nimm's einfach hin als ein Stück Kamerageschichte.

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Und bitte nicht vergessen: Diese miesen Kopisten haben jeden Trend verschlafen, alleine deshalb konnte aus der japanischen Kamera-Industrie schon nix werden!

Und die Chinesen machen es ihnen auch noch nach, was soll nur aus der Welt werden?

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