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Schwarzweißfilter an DigiCam


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Hallo Leute, für ein kleines Projekt in schwarzweiß denke ich über folgende Dinge nach: Es wird überwiegend auf Film fotografiert, aber Teile auch digital. Und das digitale soll folgendermaßen laufen: Ich stell' die Kamera auf SW (Sucher & Screen); fotografiert wird natürlich in RAW. Beim Import zu Lightroom wandelt ein Preset alles sofort in SW um. ICH WILL die Fotos NICHT in Farbe sehen; not at all. Es werden überwiegend Portraits und auf Film nutze ich dazu einen leichten Orange- oder Gelbfilter. Nun ist mir natürlich klar, dass ich die Raws auch digital filtern kann, aber das will ich aus zwei Gründen nicht: Im Sucher möchte ich schon gefiltertes SW sehen und in der Nacharbeit möchte ich nur ein paar Lichtkorrekturen machen.

Long story short: Wenn ich nun ein Filter aufs Objektiv meiner Digicam mit Bayer-Sensor schraube, wie gut oder schlecht wirkt sich das aus? Die Bayermatrix filtert ja auch nochmal auf R/G/B (mit unterschiedlicher Verteilung) und der SW Filter (gelb/orange) wirkt sich natürlich auf die RGB Kanäle aus. Die Demosaicing-Algorithmen versuchen Farbe zu rekonstruieren. ...und da frag ich mich, ob optisches Filtern auf Digicam eher Kontra ist.

Nun interessiert mich eure Meinung :)

P.s. Nein, ich möchte keine 8,5K€ für eine mono Digicam ausgeben ;)

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vor einer Stunde schrieb Nosferatu:

Der Extra-Filter ist mE unnötig weil das über die Nachbearbeitung gezielter erfolgen kann. Der Extra-Filter passt besser zur Monochrom Kamera. 

Danach hatte ich aber nicht gefragt ;)

Edited by MikeN
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Bin heut' mal in den Garten gegangen und hab' ein paar Tests gemacht: Cam mit Bayersensor + Lux 50 + Gelb Mittel (-f1,5)

Die Ergebnisse sehen ok aus, wie ich finde. Rot Grün Kanal eher standardverteilt. Blau ziemlich nach links geschoben; klar der Gelbfilter zieht Blau nach unten (links). Demnächst werd' ich nochmal etwas "wissenschaftlicher" rangehen und ein IT8 (Color) Target einmal digital mit meinem Workflow, und einmal analog auf TMax 100 aufnehmen - many many shades of gray to compare; stay tuned.

Dennoch bin ich gespannt, ob ein paar Experten hier eine Meinung haben :)

 

Workflow: Simple LR Preset via Import: Black & White switch, leichte S Tone Curve, leichte Vignette, nen bissl Korn

Ansonsten nur Lichter: Highlights, Shadows

 

 

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Edited by MikeN
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Am 25.9.2021 um 17:53 schrieb MikeN:

ein Filter aufs Objektiv meiner Digicam mit Bayer-Sensor schraube, wie gut oder schlecht wirkt sich das aus? Die Bayermatrix filtert ja auch nochmal auf R/G/B (mit unterschiedlicher Verteilung) und der SW Filter (gelb/orange) wirkt sich natürlich auf die RGB Kanäle aus. Die Demosaicing-Algorithmen versuchen Farbe zu rekonstruieren. ...und da frag ich mich, ob optisches Filtern auf Digicam eher Kontra ist.

Nun interessiert mich eure Meinung

Ich würde noch den Weißabgleich auf 5500 K fest einstellen.

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vor 20 Stunden schrieb Andreas_Kreuz:

Ich würde noch den Weißabgleich auf 5500 K fest einstellen.

Ja! Macht absolut Sinn. Danke!

Bei meinen Kameraeinstellungen kann ich sogar noch "color tones" setzen. Handbuch sacht, damit erzielt man Effekte wie mit einem Konversionsfilter. Ich denke damit könnte ich auch einen Gelb, oder anderen Filter "simulieren".

Na ja, muss noch ein paar Tests durchführen :)

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Bin dabei, das Verfahren zu verfeinern :) ...und hab' noch 'ne Frage: Vor ein paar Jahren hatte ich mal was gesehen, auch im Kontext von irgend'nen Leicafotografen, dass man Digi auf ein "Negativfilmmedium" printen kann, so dass man dann davon auch wieder analoge Prints machen kann.

Weiß jemand um so einen Service in DE or EU?

Edited by MikeN
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Moin!

Als es in den 1990er Jahren zwar sehr gute Filmrecorder aber noch kaum wirklich gute SW-Drucker gab, habe ich sehr häufig digitale Bilddateien mit einem AGFA PCR II Plus - Filmrecorder auf Kleinbild SW-Negativ-Film ausbelichtet und dann anschließend selbst vergrößert. Für die wissenschaftliche Arbeit viele EM-Aufnahmen, aber auch anderes, auf Ilford Multigrade PE und für die bildmäßigen Geschichten auf Barütt-Papier aus gleichem Hause. Als Film habe ich meist Ilford Delta 100 verwandt und in Perceptol 1+3 entwickelt. Die Ergebnisse waren recht ansprechend. Wenn ich auf diesem Gebiet würde arbeiten wollen, dann würde ich mich u.U. bemühen, einen solchen Filmrecorder zu bekommen. Die einstmals sauteuren Dinger sind inzwischen nicht mehr jung, stehen womöglich seit Jahren unbenutzt herum und sind daher vielleicht günstig zu bekommen. Jedenfalls hätte man dann die Entwicklung in der Hand.

Den Gelb- und auch Orangefilter vor der Linse einer Digitalkamera - das habe ich selbst auch schon mit gutem Erfolg gemacht. Zwar kann man den Effekt auch mit der Bildbearbeitung simulieren, aber ich habe manchmal erlebt, dass die "gefilterten" Kanäle überstrapaziert werden, wenn ich später versucht habe hohe Filterdichten zu simulieren. Bei Verwendung eines "Hardware"-Filters ist mir das noch nie passiert.

Allerdings habe ich diese Versuche vor etlichen Jahren mit dem DMR gemacht. Es könnte nun sein dass sich dies in Verbindung mit den modernen Sensoren mit zum Teil wesentlich höherer Dynamik als dem Sensor des DMR, in Wohlgefallen aufgelöst hat. Das weiß ich nicht und müsste es abermals ausprobieren. Die SW-Bilder oben sind jedenfalls durchaus mein Geschmack und zeigen, dass der beschrittene Weg nicht verkehrt ist.

Freundliche Grüße

Wolfgang

p.s.: an einen Focus Graphics Belichter wäre vielleicht sehr(!) günstig dran zu kommen ....

Ich habe mal der Einfachheit halber einen Beitrag von mir aus dem Jahre 2006 kopiert und hier wieder eingefügt:

Die Dateien werden zeilenweise auf eine vergleichsweise (z. B. im Vergleich zum Fernseher) sehr schlanke und lange Kathodenstrahlröhre gebracht, von der sie gleichzeitig abfotografiert werden. D. h. der Verschluß der abfotografierenden Kamera steht für die Dauer der Aufzeichnung auf dem Bildschirm der Kathodenstrahlröhre offen. Der Elektronenstrahl ist, je nach Fabrikat und Modell, einigermaßen fein und auch ziemlich langsam, sodaß die Belichtung u.U. mehrere Sekunden dauern kann. Die Datei wird als RGB-Datei auf den Belichter (auch: Filmrecorder) gesandt und die Belichtung zumindest bei meinem Gerät dreimal für je einen Farbauszug auf das gleiche Filmbild belichtet. Kathodenstrahlröhre und Kamera sind zu einer Einheit verbunden.

 

Ein den Belichter in der Auflösung voll ausnützender Datensatz (als TIFF) für 36 Bilder kann für die Belichtung dann auch schon mal eine bis mehrere Stunden - je nach Modell und Treiber - dauern. Aus eigener 8jähriger Erfahrung kann ich Dir sagen, daß die resultierenden Dias, bei vorher gut aufbereiteten Dateien und einwandfrei kalibriertem 4K - Belichter auch bei 8Bit je Kanal für auch anspruchsvolle Projektionen eigentlich keinen Wunsch offen lassen. Die 24Bit RGB reichen deshalb, weil Du vor der Belichtung ja auf Deinem Bildschirm den Tonwertumfang Deines späteren Dias hinreichend beinflussen und gegebenenfalls korrigieren kannst.

 

Das Resultat ist jedoch auch unbedingt vom verwendeten Filmbelichter abhängig. Zwar sind meine eigenen Tests schon etwas älter und deshalb heute sicher nicht sonderlich repräsentativ, aber ich habe damals schon deutliche Unterschiede vor allem in der Schärfeleistung der unterschiedlichen Geräte (mit weitgehend gleichen Daten auf dem Papier) sehen können, die wohl zum Teil auf die verwendete Optik zum abfotografieren und deren Justage ab Werk zurückzuführen waren.

 

4K Auflösung entsprechen zumindest rein rechnerisch ca. 2700dpi, was normalerweise für jede Projektion gut ausreicht, und darunter würde ich freiwillig auch nicht gehen wollen; benötigst Du die Dias nicht nur für die Projektion, sondern möchtest Du ein richtiges, in der Schärfe wirklich 120%iges Duplikat, wirst Du u. U. zu einem 8K-Belichter greifen müssen. Allerdings habe ich in der Vergangenheit auch auf Ilford Delta 100 (Perceptol 1+3) SW - Negative z.T. von im Rechner generierten Zeichnungen ausbelichtet, die bis 18x24cm eine wirklich hohe Schärfe (aber auch eine leichte Verzeichnung von ca. 2,5%) zeigen und publiziert werden konnten. Auch denke ich nicht, daß bei guter Vorbereitung der Dateien Bildwirkungen verloren gehen, von denen ich nicht möchte daß sie verloren gehen. Das von mir verwendete Gerät stammt von der Firma AGFA, Modell PCR II+.

 

Tests zu dieser Technik gab es in der Vergangenheit vor allem auch in der Zeitschrift FOTOFORUM, dort sind auch regelmäßig Adressen von Dienstleistern zu finden:

z.B. DORMOOLEN / Hamburg, TORSTEN ALTMANN / Hannover, DIA-AV STRUBE / Solms u.a.m.

 

Die Preise sind von ursprünglich einmal bis zu DM 40,- je Belichtung (nicht je Film!!!) beim professionellen Dienstleister inzwischen auf wenige € je Belichtung gesunken, jedoch auch heute gilt sicherlich für die Qualität das oben geschriebene.

 

Das Labor DORMOOLEN in Hamburg existiert inzwischen leider nicht mehr, aber sicherlich finden sich andere Dienstleister, die solche Ausbelichtungen in guter Qualität liefern. Ansonsten findest Du unter "Filmrecorder" oder "Filmbelichter" zu diesem Thema im Forum das Eine oder Andere.

 

Ich hoffe, Dir ein wenig weitergeholfen zu haben, auch wenn die damals angegebenen Firmen/Dienstleister keine Dienste mehr leisten. Es werden sich andere finden.

Edited by wpo
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Die Diaprinter sind interessant, ...wäre mir jetzt aber "zuviel", zumal ich auch Negativ bräuchte (kann man natürlich auch auf ein Dia printen). Was mir eher zusagt ist das hier: https://innovaart.com/product/pictorico-ultra-premium-ohp-transparency-film-184gsm-ipf-121/

Zitat

The slightly opaque glossy surface and high ink load capacity of this Pictorico film make it ideal for creating digital negatives.

Man printet Tintenstrahl auf den Pictorico Film. Damit kann ich mir z.B. ein 4x5" Negativ printen und das dann konventionell Vergrößern. Meine Duka ist momentan allerdings "under construction", daher muss das noch ein wenig warten :).

Ansonsten hab' ich gerade ein Trix entwickelt mit diversen Testaufnahmen, um Digi vs Film filtering zu quantifizieren. Mal seh'n, was rauskommt. Stay tuned ;)

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Am 5.10.2021 um 12:41 schrieb espelt:

Auch ziemlich cool :). Für schwierige Negative hatte ich schon immer mal über so'n Workflow nachgedacht, wo man das Negativ scannt, digital "sauber" macht, es auf Film printet, um es dann analog abzuziehen :). Manchmal gibt es Kleinigkeiten, die sich analog extrem schwer bis gar nicht korrigieren lassen...

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Ich weiß ja nicht, mit welcher Digitalkamera der TO arbeitet, aber bei den Canon EOS Modellen kann man die verschiedenen sw-Filter sehr überzeugend schon in den Bildstilen in der Kamera einstellen. Das erspart einem die Nachbearbeitung später.

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vor 20 Stunden schrieb Canonier:

Ich weiß ja nicht, mit welcher Digitalkamera der TO arbeitet, aber bei den Canon EOS Modellen kann man die verschiedenen sw-Filter sehr überzeugend schon in den Bildstilen in der Kamera einstellen. Das erspart einem die Nachbearbeitung später.

Sony A7rIII. Bei den Sony A7* Modellen geht das leider nicht so einfach. Man kann da einen digitalen Konversionsfilter setzen, bei dem man die "Filterfarbe" aus einem 2d Diagram auswählt. Hab' probiert, auf den selben Ton meines physischen Filters (Gelb Mittel) zu matchen, hab's aber so genau nicht hinbekommen.

Anyway. Ich habe ein paar Tests mit Vergleichen zu Film (TriX) gemacht. Es gab auf jedenfalls eine Überraschung; ich muss das mal zusammenfassen und werde es hier posten. Spoiler: Ein digitaler Gelbfilter (Silver Efex) zeigt deutlich andere Effekte, als ein analoger auf Film. 

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Anstelle der sehr teuren Leica Monochrom Kamera gibt es eine recht wenig bekannte aber effiziente Methode, falls Du Deine MLC-Kamera in B&W nutzen willst: Monochrome Imaging Umwandlung. Monochrome Imaging bietet an, die Sony MLC in eine B&W Monochrom-Kamera umzuwandeln, indem sie das Bayer-Pattern vom Sensor entfernen. Schau mal auf der Webseite nach, wo der Prozess erklaert wird: https://www.monochromeimaging.com/technical/process/

Solche Modifikation wuerde Dir all die Farbprobleme ersparen mit den RAW Dateien. Nachteil: die Kamera waere dann wirklich nur fuer B&W Fotos. 

 

 

Edited by Martin B
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vielleicht hilft ja eine Gegenüberstellung der Ergebnisse (jeweils mit 50mm Summicron, Blende 4, ohne Veränderungen in Lightroom) 

M10, jpg Farbe, ohne Filter:

 

M10, jpg Monochrom, Gelbfilter B+W 22

 

M10 Monochrom, jpg, ohne Filter:

 

M10 Monochrom, jpg, B+W Gelbfilter 22

 

 

Edited by UliWer
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vor 3 Stunden schrieb Martin B:

Anstelle der sehr teuren Leica Monochrom Kamera gibt es eine recht wenig bekannte aber effiziente Methode, falls Du Deine MLC-Kamera in B&W nutzen willst: Monochrome Imaging Umwandlung. Monochrome Imaging bietet an, die Sony MLC in eine B&W Monochrom-Kamera umzuwandeln, indem sie das Bayer-Pattern vom Sensor entfernen. Schau mal auf der Webseite nach, wo der Prozess erklaert wird: https://www.monochromeimaging.com/technical/process/

Solche Modifikation wuerde Dir all die Farbprobleme ersparen mit den RAW Dateien. Nachteil: die Kamera waere dann wirklich nur fuer B&W Fotos. 

Ja, die hab' ich auch schon gesehen :). Cool, aber ich brauche Farbe & Mono :)

 

vor 2 Stunden schrieb UliWer:

vielleicht hilft ja eine Gegenüberstellung der Ergebnisse (jeweils mit 50mm Summicron, Blende 4, ohne Veränderungen in Lightroom) 

"M10, jpg Monochrom, Gelbfilter B+W 22" entspricht "M10 Monochrom, jpg, B+W Gelbfilter 22" --> gleiche Töne, nur unterschiede in der Helligkeit. Zum selben Result bin ich auch gekommen, nur dass ich mit TriX verglich. Der "digitale Gelbfilter" hat jedoch signifikante Unterschiede zum Optischen erzeugt.

 

 

 

 

 

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