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jerzy

Elmarit R 180 Version 1 zerlegen, renigen

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unlängst ist mir ein Elmarit R 180 in die Hände gefallen. Interessant - es handelt sich um Version 1 die viel schwerer als Version 2 ist, die SN deutet auf Prototyp.
Objektiv roch nach Schimmel, alle Linsen zeigten Schimmelbefall. Ich weiss was jeder Forum Mitglied sagen würde - Hände weg, sofort entsorgen. Ich habe jedoch den Versuch den Schimmel zu beseitigen gewagt. Da ich im Netz nichts über Aufbau von V 1 finden konnte habe ich Notizen und Fotos gemacht und im diesen pdf zusammengefasst. Ist zwar auf Englisch, vielleicht hilf doch falls jemand an Einem Arbeiten will. 1 Liter Wasserstoffperoxid, 0,25 Liter Alkohol (99%) und UV Bräunungslampe kamen zum Einsatz. Selbstverständlich auch altes Fett gereinigt und neu gefettet. Geruch ist weg, Linsen klar, auch unter der Lupe keine sichtbare Schaden an der Vergütung. Das hat mich eigentlich gewundert, vielleicht war das kein typisches Glasfungus sonder nur Feuchtschimmel

Elmarit R180 V1 CLA.pdf

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Sehr gute Anleitung, auch wenn nicht für jeden Laien geeignet. Frage bez. des Nachfettens: Wie hast Du das alte Fett entfernt, rein mechanisch oder mit Lösemittel?

Edited by AndreasG

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Sehr schön.😃

Wasserstoffperoxid 3%, nehme ich an, oder höher? Wenn die Vergütung aus Magnesiumfluorid (MgF2) besteht, hat man nicht viel zu befürchten: Mg liegt bereits in der höchsten Oxidationsstufe vor, und Fluorid lässt sich nur mit extrem drastischen Maßnahmen (zu Fluor) oxidieren.

Als Salz besitzt MgF2 eine gewisse Wasserlöslichkeit. Diese ist aber sehr gering. Sowohl H2O2 als auch Isopropanol verdampfen rückstandslos.

Zum Entfetten wird üblicherweise Benzin verwendet.

Edited by mazdaro

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Ja 3%, habe schon erfolgreich zum Beseitigen von Fungs bei unvergüteten Elmar verwendet. Das mit Oxidation von Vergütung wusste ich nicht, vielleicht sollte man bei frühen, einschichtigen Vergütungen doch mit H2O2 aufpassen

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Danke.

Oxidiert werden ja nur lebenswichtige Substanzen in den Pilzen und anderen Mikroorganismen. MgF2 ist gegenüber Oxidationsmitteln und anderen Chemikalien inert.

Ich hätte eher Bedenken, was die übliche Objektivreinigung mit Wasser (Anhauchen) anbelangt. Wenn man zum Putzzwang neigt, könnte die Vergütungsschicht mit der Zeit immer dünner werden.

Edited by mazdaro

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Die Frage ist, inwieweit eine fehlende Schicht an der Frontlinse überhaupt Auswirkungen hat. Siehe „Ab wann sind Leitz Filter vergütet?“, Beitrag #9 von halo.

Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, wieso Brillengläser vergütet/entspiegelt werden. Sollte es für den Brillenträger nicht egal sein, ob das reflektierte Licht irgendwo auftritt oder nicht (Interferenz)? Bei einem Linsensystem (Objektiv) sieht die Sache klarerweise schon ganz anders aus. Hier unterbindet ja die Interferenz eine weitere Reflektion an der Linsenrückseite, wodurch mehrfache (abhängig von der Anzahl der Linsen) kontrastmindernde Überstrahlungen minimiert werden.

Der einzige Grund, der mir für eine Entspiegelung von Brillengläsern einfallen würde, wäre der, dass man die Augen des Brillenträgers besser sehen kann...

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Habe soeben hier nachgesehen:

https://www.sehen.de/brillen/beschichtungen-und-veredelungen/

„Die Vorteile von entspiegelten Brillengläsern

Entspiegelte Gläser sorgen für einen natürlichen, farbgetreuen Seheindruck. Weniger reflektiertes Licht heißt dabei auch, dass mehr Licht die Gläser passieren kann.“

Genau das wage ich zu bezweifeln: es ist ja nicht so, dass das Licht, das reflektiert wird, dem Auge zugeleitet wird. Es wird schlicht und einfach ausgelöscht. Für den Brillenträger mag eine Entspiegelung der Rückseite vorteilhaft sein. Licht, das von hinten auf die Gläser trifft, gelangt schließlich ins Auge.

Fazit:

Eine kaum noch vorhandene Vergütungsschicht an der Frontlinse eines Objektivs dürfte keinerlei negative Auswirkungen  haben.

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vor 1 Stunde schrieb mazdaro:

Der einzige Grund, der mir für eine Entspiegelung von Brillengläsern einfallen würde, wäre der, dass man die Augen des Brillenträgers besser sehen kann...

Hinzu kommt, dass man die Entspiegelung recht heftig in Rechnung stellen kann...

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vor 23 Stunden schrieb mazdaro:

Habe soeben hier nachgesehen:

https://www.sehen.de/brillen/beschichtungen-und-veredelungen/

„Die Vorteile von entspiegelten Brillengläsern

Entspiegelte Gläser sorgen für einen natürlichen, farbgetreuen Seheindruck. Weniger reflektiertes Licht heißt dabei auch, dass mehr Licht die Gläser passieren kann.“

Genau das wage ich zu bezweifeln: es ist ja nicht so, dass das Licht, das reflektiert wird, dem Auge zugeleitet wird. Es wird schlicht und einfach ausgelöscht. Für den Brillenträger mag eine Entspiegelung der Rückseite vorteilhaft sein. Licht, das von hinten auf die Gläser trifft, gelangt schließlich ins Auge.

Fazit:

Eine kaum noch vorhandene Vergütungsschicht an der Frontlinse eines Objektivs dürfte keinerlei negative Auswirkungen  haben.

Guten Morgen!

Das ist so nicht ganz richtig. Die bloße Auslöschung von Reflexionen ist eine oft bemühte Modellvorstellung, die schon deshalb nicht stimmen kann, weil mittels hochwertiger Vergütungen gleichzeitig auch die Transmission von Objektiven erheblich erhöht wird. Wo, bitte, soll denn das hellere Bild herkommen wenn die reflektierten Strahlen ausgelöscht werden und damit nichts zur Bildentstehung beitragen können? Die physikalische Erklärung ist nicht ganz einfach und ich möchte sie hier nicht darlegen, weil ich mich nicht aufs Glatteis begeben möchte, aber so einfach wie oben im Zitat dargestellt ist es ganz sicher nicht.

Als Brillenträger möchte ich noch hinzufügen, dass ich keinesfalls auf die Vergütung meiner Brillengläser verzichten möchte. Der Unterschied zwischen unvergüteten und vergüteten Gläsern ist unbedingt sichtbar, spätestens bei einer nächtlichen Autofahrt - es sei denn, der Brillenträger ist noch in anderer Weise sehbehindert. Dann würde ich mir aber an dessen Stelle über Qualitäten von Leica - Linsen auch keine Gedanken machen.

Freundliche Pfingstgrüße vom

Wolfgang

 

Edited by wpo

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vor 59 Minuten schrieb wpo:

Wo, bitte, soll denn das hellere Bild herkommen wenn die reflektierten Strahlen ausgelöscht werden und damit nichts zur Bildentstehung beitragen können? Die physikalische Erklärung ist nicht ganz einfach und ich möchte sie hier nicht darlegen, weil ich mich nicht aufs Glatteis begeben möchte, aber so einfach wie oben im Zitat dargestellt ist es ganz sicher nicht.

Als Brillenträger möchte ich noch hinzufügen, dass ich keinesfalls auf die Vergütung meiner Brillengläser verzichten möchte. Der Unterschied zwischen unvergüteten und vergüteten Gläsern ist unbedingt sichtbar, spätestens bei einer nächtlichen Autofahrt...

 

Danke für Deinen Beitrag!

Also doch ein Unterschied. Ich will das nicht infrage stellen, aber nachvollziehen kann ich es nicht.

Vielleicht gibt es hier ja jemanden (Physiker, Optiker etc.), der erklären kann, wie die Vergütung eines Einlinsers zu einem besseren Bild beitragen kann. Dem (von halo) zitierten Wikipedia-Artikel zufolge scheint es nämlich nicht möglich zu sein.

Würde mich wirklich interessieren. 

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Auch hier https://www.brillen.de/glossar/verguetung

ist davon die Rede, dass die Transmission erhöht wird. Erklärung gibt es klarerweise keine.

Bezüglich Autofahrt fällt mir ein, dass von unvergüteten Brillengläsern reflektiertes Licht auch von der Windschutzscheibe reflektiert wird und bei entsprechendem Einfallswinkel wieder auf der Brille landen kann. Das wäre vielleicht eine Erklärung.

 

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Nach meiner Kenntnis wurden die Beschichtungen erfunden, um die natürliche Reflektion der Frontlinse zu minimieren..... wodurch auch die Lichtmenge die auf den Sensor trifft erhöht sein könnte... ( in Vergleich mit einer unbeschichteten Frontlinse). Inwieweit die inzwischen ja wohl mehrfach beschichtete Frontlinse die folgenden Linsen beeinflusst... habe ich keine Vorstellung. 

Das durch die Beschichtung „verbesserte“ Licht sollte zu klareren, kontrastreicheren Bildern führen. So, in etwa, stand es in den Broschüren. 

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Das wäre eigentlich logisch nachdem das Licht ja nicht in dünnen Lichtleitern durch den Glasblock gleitet, sondern in der Schmelze Glas durch den Glasblock wandert, gelenkt von der Oberfächenform der Vorder- und Hinterlinse jeder einzelnen Linse..... ganz einfach also mit den Computerberechnngsprogrammen  :-))))))))))))

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Wir sprechen ja nicht von Objektiven - da ist der kontraststeigernde Effekt einer Oberflächenvergütung evident* -, sondern von der Außenfläche einer Frontlinse bzw. einem Filter oder einem Brillenglas. In einem homogenen optischen Medium bewegt sich Licht bekanntermaßen gleichmäßig. Da kommt es weder zur Brechung noch zur Reflexion. Also wie sollte es im Brillenglas zu Reflexionen kommen? Zur Reflexion eines von vorne einfallenden Lichtstrahls an der Hinterseite (Übergang vom optisch dichteren zum optisch dünneren Medium) kommt es nur bei sehr schrägem Einfallswinkel. Dementsprechend schräg ist auch der Ausfallswinkel, und es stellt sich die Frage, ob ein so schräger Lichtstrahl eine weitere „schädliche“ Reflexion an der Vorderseite bewirken kann.

 

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Antireflexbeschichtung

 

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Anscheinend ist die Sache viel simpler als ich annahm: der Prozentsatz, der durch Interferenz gelöscht wird, geht nicht verloren, sondern wird gebrochen und gelangt so aufs Bild, d.h. mit der Verminderung der Reflexion geht eine Transmissionssteigerung einher. Es gilt der Energieerhaltungssatz.

https://midopt.com/anti-reflection/

 

Edited by mazdaro

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https://www.mikrocontroller.net/topic/209779

Zur destruktiven Interferenz kann es natürlich nur bei reflektiertem/gespiegeltem Licht kommen, da hierbei eine lineare Polarisierung auftritt.

Wenn es also wirklich so ist, dass der reflektierte (und gelöschte) Anteil zu einer 7%igen  Transmissionserhöhung führt, müsste es auch einen Lichtstärke-Unterschied zwischen vergüteter und unvergüteter Optik geben. Bei der angegebenen größten rel. Öffnung findet dieser Umstand keine Berücksichtigung.

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vor 23 Minuten schrieb mazdaro:

Wenn es also wirklich so ist, dass der reflektierte (und gelöschte) Anteil zu einer 7%igen  Transmissionserhöhung führt, müsste es auch einen Lichtstärke-Unterschied zwischen vergüteter und unvergüteter Optik geben. Bei der angegebenen größten rel. Öffnung findet dieser Umstand keine Berücksichtigung.

Daß das durch Reflexion auf der Emulsion (oder dem Sensor) unwirksame Licht wirksam werde, ist doch das Ziel der Beschichtung. Bei der Angabe des Öffnungsverhältnisses wird der Reflexionsverlust selbstredend nicht angegeben.

Das unvergütete Leitz (Schneider) Xenon 1.5/50 von 1936 und das vergütete Leitz Summarit 1.5/50 von 1949 haben den selben Linsenaufbau, das selbe Öffnungsverhältnis und zeigen bei einer Belichtungsmessung durch das voll geöffnetete Objektiv fast eine Blende Unterschied.

xyz.

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Edit: Der Fachbegriff heißt natürlich „Lineare Polarisation“, nicht „Polarisierung“.

Das Hauptziel einer Vergütung ist die Minimierung von Überstrahlungen, was zu einer deutlichen Kontraststeigerung führt. Erhöhte Transmission ist ein wünschenswerter Nebeneffekt.

Dass da fast ein ganzer LW Unterschied sein kann, hätte ich jetzt nicht gedacht. Ich hätte nicht einmal ein Drittel vermutet.

Von der Frontlinsenbeschichtung abgesehen (7%) bringt die Vergütung ja nicht unbedingt mehr Licht. Der springende Punkt ist der, dass das Licht an die richtigen Stellen gelangt und nicht dunklere Partien überstrahlt.

Ein Belichtungsmesser (Integralmessung) kann das klarerweise nicht unterscheiden.

Edited by mazdaro

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vor 4 Stunden schrieb mazdaro:

Von der Frontlinsenbeschichtung abgesehen (7%) bringt die Vergütung ja nicht unbedingt mehr Licht.

Aber natürlich bringt die Vergütung aller Linsen eines optischen Systems mehr nutzbares Licht auf dem Sensor oder Film, denn ohne Vergütung verliert man ca. 4% Licht an jeder Oberfläche eines Linsensystems. Bei einem 8-Linser sind das demnach 64% Lichtverlust. Moderne Mehrschichtenvergütungen verringern diesen Verlust auf 0.1 - 0,2% pro Linsenfläche, wodurch der als Beispiel herangezogene 8-Linser nur noch einen Lichtverlust von  insgesamt 1,6 - 3,2% erleidet. Von dem deutlich erhöhten Kontrast aufgrund verringerter interner Reflexionen ganz zu schweigen.

Grüße

Andreas

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