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Eine Frau fällt vom Sockel und Anderes vom Friedhof....


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Zuerst einmal ist Leben nicht Sterben. Leben ist die Ausnahme, der Moment zwischen "noch nicht" und "nicht mehr" Sein. Es ist mehr, als nur zu stoffwechseln oder zu existieren, und seltener ist es Liebe und Glück. Leben kann ein fortwährender Kampf sein, oder auch Leichtigkeit und bedingungslose Zuversicht. In jedem Fall ist es ein Geschenk, nicht jedes Geschenk muss man mögen, und man kann ein Geschenk auch zurück geben. Ohne die Tatsachen von Sterben und Tod könnte man es nicht wertschätzen. A

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Zuerst einmal ist Leben nicht Sterben. Leben ist die Ausnahme, der Moment zwischen "noch nicht" und "nicht mehr" Sein. Es ist mehr, als nur zu stoffwechseln oder zu existieren, und seltener ist es Liebe und Glück. Leben kann ein fortwährender Kampf sein, oder auch Leichtigkeit und bedingungslose Zuversicht. In jedem Fall ist es ein Geschenk, nicht jedes Geschenk muss man mögen, und man kann ein Geschenk auch zurück geben. Ohne die Tatsachen von Sterben und Tod könnte man es nicht wertschätzen. Auch wenn zuzeiten nur Überleben zu gelten scheint, ist dies doch noch etwas anderes als sterben. Den Unterschied werden wir alle irgendwann deutlich zu spüren bekommen.

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Kongruenz. Auch als Laizist und Atheist denke ich, Leben ist ein Privileg. Allerdings habe ich bisher noch keinen Sinn gefunden.

Obwohl, Sysiphos soll ja laut A. Camus glücklich gewesen sein.

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Camus hat gemeint, wir sollten uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen, das muss nicht unbedingt heißen, dass er glücklich war. Sinn und Glück bedingen einander auch nicht zwangsweise. Sinnlosigkeit und Zweckfreiheit sind manchmal schwer auseinander zu halten. Wenn etwas wenig zweckorientiert ist, nähert es sich vielleicht leichter dem Glück.

Denken kann traurig machen, träumen froh. Kongruenz ist wohl eine Illusion. Wenn Leben nicht Staunen ist, hält der Tod nur Angst bereit.

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vor einer Stunde schrieb HeWo:

Kongruenz. Auch als Laizist und Atheist denke ich, Leben ist ein Privileg. Allerdings habe ich bisher noch keinen Sinn gefunden.

Obwohl, Sysiphos soll ja laut A. Camus glücklich gewesen sein.

Und warum?  Weil er eine Lebensaufgabe hatte, denke ich. 

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vor 2 Stunden schrieb sinope73:

„Denken kann traurig machen, träumen froh.“ 

Das mag wohl sein. Aber das ist eine Kränkung des Verstandes? Was ist, wenn auf dem Sterbebett dieses Gerüst zusammenbricht?

Leben  verpfuscht? Man muß den Vorhang der Illusionen, Indoktrinationen zerreißen!

 

Edited by HeWo
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Lieber HeWo, das Gerüst wird doch sowieso zusammenbrechen, insbesondere das des Verstandes. Die Kränkung des Verstandes wird wohl noch die geringste sein. Ein Versuch von Camus, dem Absurden aufrecht zu begegnen, war sein Versuch, den er "Der glückliche Tod" nannte. Ansonsten sah er den Menschen zeitlebens als Wesen "in der Revolte".

Im Tod fällt die Revolte in sich zusammen, das Absurde erscheint letztmalig. Camus starb bekanntermaßen bei einem Autounfall, was wohl zum Absurden gerechnet werden darf. Der Freitod, mit dem Albert Camus sich immer wieder beschäftigte, würde dann eher in der Welt des Verstandes zu finden sein, wenn auch der Selbstmörder sich in noch so einer besonderen Ausnahmesituation befinden mag, so bleibt doch eine Freiheit, die zu überwiegen scheint.

Schon, dass die Selbstmörder nicht auf dem sogenannten "Gottesacker" zur Ruhe kommen durften, ist ein Zeichen dafür, dass die Religion solche Freiheitsakte nicht dulden konnte. Die Verzweiflung (an der Welt) muss nicht automatisch eine Gegnerin des Verstandes sein.

Man kann jedenfalls leicht erkennen, das diese Grundfragen unserer Existenz von einer "Kultur der Friedhöfe" auf geradezu banale Art, nicht genügend gefasst werden können.

All diesen düsteren Gedanken steht Camus' Buch der Erinnerungen an Kindheit und Jugend (Heimkehr des Lichts, Rückkehr nach Tipasa) gegenüber.

Erst ganz am Ende werden wir erfahren, was schwerer wiegt, in der Waagschale eines Lebens, das Hirn oder das Herz.

Edited by sinope73
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Freitod, Suizid käme für mich nie in Frage. Die beste  Methode das Leben zu negieren wäre Askese, wie Schopenhauer schon schrieb. Allerdings bin ich hochgradig Nikotinsüchtig. „Rauche ich so bin ich.“ :)

Ich höre jetzt besser auf, wir sind ja in einem Fotoforum. Vielen Dank für deine Kommentare!

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vor 9 Stunden schrieb sinope73:

...  wenn auch der Selbstmörder sich in noch so einer besonderen Ausnahmesituation befinden mag, so bleibt doch eine Freiheit, die zu überwiegen scheint.
... Schon, dass die Selbstmörder nicht auf dem sogenannten "Gottesacker" zur Ruhe kommen durften, ist ein Zeichen dafür, dass die Religion solche Freiheitsakte nicht dulden konnte. Die Verzweiflung (an der Welt) muss nicht automatisch eine Gegnerin des Verstandes sein.

Der Selbstmörder steht unter einem Zwang, diese Tat wird nie eine freiheitliche Tat sein.
In früheren Zeiten haben das die Menschen noch gewußt, damit wollten sie halt nichts zu tun haben, deswegen haben sie sogar die Leichen verbannt.
Andere Zeiten, andere Sitten und Gebräuche ...

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vor 9 Stunden schrieb sinope73:

Du hast recht, man kann hier über 30 und mehr Seiten von Messsuchern in Leicas reden, Leben und Tod sind wohl keine Themen im LUF.

Das grenzt halt an Re-ligion (="Wieder-vereinigung mit Gott") und das ist im LUF als Diskussionsgegenstand ausgeschlossen.

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@Macro-Elmarit - Es ist zu respektieren, dass Du wohl ein Mensch bist, dessen Orientierungen sich stark nach religiösen Maximen ausrichten.

Ich würde mir denselben Respekt für diejenigen wünschen, für die diese Maximen ausdrücklich keine Evidenz haben. Zur grundsätzlichen Unfreiheit des Freitodes gibt es andere Sichtweisen, die Geltung haben, dennoch bleibt der Freitod etwas, das nicht diskutiert werden kann, um sich einem Verstehen anzunähern. Sich angstvoll hinter Moral zu verbergen oder hinter theoretischen Konstrukten, womöglich noch unter Berufung auf Traditionen, hat für mich nichts Hilfreiches oder Überzeugendes und bietet vor allem keinen Schutz.

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vor einer Stunde schrieb sinope73:

Sich angstvoll hinter Moral zu verbergen ...

Nix für ungut, aber Freiheit hat was mit dem Verstand, dem Denken, also dem Geist zu tun.
Der große Alanis ab Insulin sagte vor acht Jahrhunderten, daß eine Zeit kommen werde, in der das Wissen den Glauben (das ist auch nur Tradition) ablösen und ersetzen wird.
Diese Zeit ist da. Allerdings wird das zarte Pflänzchen noch kaum erkannt und wenn doch, dann wird allenthalben von interessierter Seite mit brutaler materialistischer Einstellung drübergewalzt ...

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Ob Alanus ab Insulis als Denkerfürst so ganz passend herhält, weiß ich nicht. Als Denkvorbild taugt er wohl besser für Antroposophen, als für Religionsferne. Man kann über das Innenleben eines anderen Menschen nur wenig wissen, gar nichts über einen Schöpfergott. Besagter Heiliger war im Grunde ein Scholastiker, eine Theologenschule, die eher als Widerpart, denn zur Orientierung für Menschen gelten muss, die Gott für eine falsche Hypothese halten.

Selbst ein Teilhard de Chardin kann nur bedingt überzeugen, obwohl er viel mehr auf Naturwissenschaften zurückgreift, letztlich bleibt der kluge und menschliche Jesuit doch Theist. Wie sollte jemals ein Theist einen Atheisten trösten oder gar überzeugen können?

 

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Ich finde die Signatur, welche unser lieber Mit-Forent Thomas Schertel angehängt hat einfach veblüffend überzeugend und schön:

Est enim deus occultus et absconditus ab oculis omnium sapientum, sed revelat se parvulis seu humilibus, quibus dat gratiam. (Nicolaus Cusanus)

"Es ist nämlich Gott dunkel und verborgen vor den Augen aller Weisen, aber er offenbart sich den Unbedeutenden oder Demütigen, denen er Gnade gibt"

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vor 2 Stunden schrieb sinope73:

Ob Alanus ab Insulis als Denkerfürst so ganz passend herhält, weiß ich nicht...
Besagter Heiliger war im Grunde ein Scholastiker...
Selbst ein Teilhard de Cardin ...  letztlich bleibt der kluge und menschliche Jesuit doch Theist. 

In Chartres, am Ort der platonischer Schule zu Beginn des letzten Jahrtausends, weiß niemand was davon, daß Alanis kanonisiert sein soll. Auch war er Zisterzienser (also Platoniker) und kein Dominikaner ("Scholastiker"). Als "Denkerfürst" habe ich ihn nicht bezeichnet, sondern als einen, der wußte, daß die Zeit des Denkens noch kommt. 
(Und über den Jesuitenorden erfährt man genug, wenn man die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges studiert, zum Beispiel bei Schiller. Da paßt dann auch der Thread-Titel.)

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Ach je, mir ging es wirklich nicht um Kenntnisse in Kirchengeschichte und Kirchenrecht, sondern einzig darum, dass Theisten und Atheisten gänzlich andere Ursprünge für ihr Denken voraussetzen.

( Die Denkrichtung war nicht eindeutig bestimmten Orden zuzuordnen, so war beispielsweise der berühmte Scholastiker Bonaventura ein Franziskaner. Neuplatoniker waren mittelalterliche Theologen eigentlich fast alle, nicht nur Zisterzienser.

Von Kanonisierung habe ich nichts gesagt, dennoch wurde Alanus in seiner Region wie ein Heiliger verehrt.

Teilhard de Chardin habe ich als Paläontologen/Naturwissenschaftler ins Feld führen wollen, weil er als Mensch und Ordensmann des 20. Justus. doch etwas näher an unserer Zeit ist als ein Denker des Mittelalters).

Mir ging es aber darum, dass die Argumente von gottgläubigen Menschen für diejenigen, die nicht an einen oder mehrere Götter glauben, schwer anzunehmen sind.

Wir können von den letzten Dingen nichts wissen, trotzdem werden wir alle dahin kommen, egal was wir glauben oder nicht glauben.

Ein Friedhof als letzter Ort bleibt für mich ein Graus, und ich hoffe, dass ich anderweitig unterkomme, nach meinem Tod, möglichst weit weg von dem langen Ärmeln aller Religion, welchen Bekenntnisses auch immer. Da es genügend religiös gebundene Menschen auf diesem Planeten gibt, wird am auf mich wohl gut verzichten können.

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Ob es ein Wissen(!) um die letzten Dinge gibt, halte ich nicht für eine Anichtssache. Tiefe Überzeugung, die aus einem unerschütterlichen Glauben entspringen mag, der zu individueller Gewissheit zu werden vermag, halte ich für vorstellbar. ẞSolche Menschen, weniger als Finger an einer Hand, habe ich selbst kennengelernt. Einer von ihnen lebte und starb in dieser Gewissheit, doch selbst dieser, sehr besondere Mann hätte niemals von Wissen gesprochen.

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