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mazdaro

"Do it yourself" Schrauber-Thread

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Wenn jemand den Kopf unter die Motorhaube seines Oldtimers steckt, oder sich gar drunterlegt, und dabei eifrig mit seinem Werkzeug hantiert (und Kaugummi kaut) und später wieder (leise fluchend und ohne Kaugummi) rauskommt, dann...

...wäre es wahrscheinlich sinnvoller gewesen Meister Jerzy (in AU) oder Meister Claus (in D) das neuste Schätzchen ungeöffnet zu senden, statt in Einzelteilen und mit einem Döschen Schrauben dabei (incl. den Abgenudelten, minus den Verlorenen). 

Entschuldige, dass soll keine Belehrung sein, sondern einfach nur ein Erfahrungsbericht :) 

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Sonst kann es bis hin zu so unschönen Erscheinungen kommen, dass sich ein Loggerboot offensichtlich selbst versenkt!

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Wissen was man tut ist nie schlecht. Mechanik verleitet schnell mal zum Schrauben. Ich sage nur Motor 2CV. Da hat man solange irgendwo herumgedreht bis irgendwas ging. Oder gar nix mehr... Auch ein Uhrwerk ist kein Hexenwerk. Denkt der Uhrenliebhaber wenn der neuste Fang vom Flohmarkt nicht richtig tickt. Denkt es, bis ihm die Unruh um die Ohren fliegt und er vor lauter Schreck den Rotwein in den geöffneten Patienten kippt...
Ich find es faszinierend wenn man sowas kann. Aber ich lass die Finger davon bzw. bin geheilt;)
 

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Posted (edited)

Man braucht schon einiges an Vorraussetzung (wobei alles zutreffen muss): Das richtige Werkzeug, Geduld, viel Zeit, gute Augen und eine Portion Mut. 

Hab bei 2 Schraubleicas und 2 Canon die Verschlussvorhänge erneuert. Die Kameras funktionieren (wieder) tadellos wo alles passt. Zeiten, Entfernungsmesser usw.

Dazu kamen noch 3 Retinas und 3 Braun Paxette, 1 Rolleiflex, die ebenfalls komplett zerlegt und revidiert wurden.

An jüngeren Geräten (schon garnicht mit solchen mit Elektronik) würde ich mich ehrlich nicht versuchen. Bei alten Apparaten ist weniger und überschaubarere Technik.

Die Erfahrung kommt mit der Zeit. Falls etwas nicht mehr zu reparieren geht oder man selbst kaputt gemacht hat, hat man zumindest einen Einblick in die Technik und ein paar Ersatzteile auf Lager. ;))

P.s.: Ich mach sowas nur für mich, weil man mit weniger Erfahrung viel Zeit braucht und keine Garantie auf beständige Funktion geben kann.

Edited by Reini

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@tri: Ja, so kann es gehen. :)

Deshalb empfehle ich für den Beginn russische Leica-Kopien, die nicht viel mehr als 20 oder 30 € kosten. Man muss ja nicht gleich mit einer seltenen Fed-Zorki beginnen, so wie ich. Uhrmacher-Schraubendreher, eine kleine verstellbare Knipex mit Schrumpfschläuchen an den Zähnen (für die kleinen "Bullaugen"), und schon kann es losgehen. Die Chinesen bieten spezielle Alu-Schlüsselsätze an. Besonders wichtig: ein guter Spannschlüssel (E: Spanner) Ich habe zwei unterschiedliche chinesische Modelle. Sind zwar nicht der Hit, aber für einen Gelegenheitsschrauber durchaus brauchbar. Eine Uhrmacher-Lupe wäre auch kein Fehler. Benzin, Ballistol, Öl und Fett für die Objektive; alles keine hohen Ausgaben. Auch hier gilt: Übung macht den Meister. Mit der Zeit entwickelt man auch ein Gefühl für die richtigen Drehmomente der feinen Schräubchen, die man nicht auf den Boden fallen lassen sollte. Eine Suchaktion kann ziemlich nervig sein.

 

Gruß

mazdaro

 

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Die ersten hundert selbst reparierten Schätzchen ( = tausend Bilder, sagte H. N.) sind nicht die Besten.

Wenn man also im wohlverdienten und gesegneten Unruhestand damit anfängt, dann muss man rüstig sein und ab dann kaum etwas anderes mehr tun.

Besser in einer 50 Stunden- als 35 Stundenwoche, wie seinerzeit. Zum Zeitpunkt der Vererbung hat man dann mehr oder weniger die Erfahrung (viel Erfahrung heißt aus viel schlechter Erfahrung -der eigenen und der fremden- was gelernt haben) , Wissen und Können um zur guten, altmodischen Gesellenprüfung anzutreten. 

Wenn mit 65 jemand in unseren Berufen frisch und fröhlich von Null starten wollte, was würden wir darüber denken?

 

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Posted (edited)

Und der spätere Käufer des "guten Stückes" wird's dann schon merken... :(

Respektloser Umgang mit unwiederbringlich einmaligen Kulturgütern (jede alte Leica ist ein Kleinod) hat mich dazu gebracht, unfreundlicher zu schreiben als sonst; ich entschuldige mich.

 

Der Standpunkt der langjährigen großen Sammler ist ambivalent, weil jede (hochwertige) Kamera, die vermurkst wird...

(beginnend mit dem Anfang des UNgefälligen Stückes erforden bereits die vielen kleinen Schraubenköpfe nicht unbedingt Virtuosität, aber schon viel Routine)

... den Wert des seltenen Exemplares im bestmöglichen Zustand der eigenen Sammlung steigert.

Aquarelle an der frischen Luft, oder Töpfern / Holzschnitzereien usw. , wenn es unbedingt in "der Werkstatt" sein soll, oder auch Musizieren (im Quartett?), Ehrenamtliches usw.

käme soetwas nicht als gefälliges Stück in Frage :) ?

Edited by tri

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@tri. Was soll das jetzt aussagen?

Ich kann dir meine Apparate gerne zeigen. Sie funktionieren und sind sicher besser und schöner als sie es die letzten Jahre (in ihrem Dasein als Dachbodenfund oder sonstiger Lagerung) waren.

Auch wenns ein >Fachmann< machen würde, würde die Kamera im Wert nicht gesteigert werden. Die Ausgaben dafür stehn in keiner Relation. Die wirst für die beste Schraubleica (abgesehen von Spezialausführungen wie WM Eigentum, oder Kugellagerleicas) keine 300 plus 500 Servicekosten bekommen. 

Ich repariere und serviciere mein altes Motorrad seit über 20 Jahren selbst. Bekomme das Pickerl jedes Jahr ohne Beanstandung. Abgesehen davon, dass es in eigenem Interesse verkehrstauglich sein muss.

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Kann ich dir eine IIIf schicken, die ein bisschen hängt, weil du erfahrener Schrauber seit Jahrzehnten bist und hoffentlich  nicht mehr dafür verlangst und keine längere Wartezeiten hast als die 2 o. A. oderandere Namenhafte aus dem angepinnten Historica-Faden?

 

Natürlich hast recht, Reini! 4 von 5 von denen, die die Berge runterrasen, Motorisierte wohl zu einem geringeren Anteil -unlogischerweise weil bergab die Risiken vielleicht gleich sind- , verlassen sich auf die eigene Werkstatt und ihr eigenes Können. Das ist sehr oft viel besser als das von in einem Winter Angelernten und im Sommer auf dem Fahrradboom Mitschwimmenden.

Auf (meine übereifrige) Übertreibung kommen aber (bei diesem Wetter) vielleicht pro- und Contraargumente :) 

Edited by tri

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Bin gerade am Lesen des offensichtlich legendären Loggerboot-Threads. Ist schon etwas speziell.:) Bin nun bei jerzy's  technischem Beitrag mit Abbildung angelangt: eine gut verständliche Darstellung, die bestens hierher passt. Vielen Dank dafür! Praxis ohne Theorie macht nicht viel Sinn (Umgekehrt natürlich auch nicht). Ich bin so frei:

 

"Bild zeigt Teil des Verschlusses, wo die Zeiten (Schlitz) gebildet werden.

 

Die Lochscheibe ist an die Achse des 1-sten Verschlussvorhangs montiert und dreht sich, sobald ausgelöst wird.

Hebel A ist an der Achse des 2-ten Verschlussvorhangs befestigt, dreht sich auch, wenn das Verschlusstuch läuft. Am Anfang wird durch die Sperrklinke B aufgehalten, um die Zeiten zu bilden.

Wenn der Auslöser gedrückt wird, wandert die Sperrklinke nach unten, 2-ter Vorhang wird blockiert. 1-ster Vorhang geht auf die Reise, Lochscheibe mit eingeschraubtem Teil (ich weiß nicht, wie ich das nennen soll) dreht sich, und je nach eingestellter Zeit, schiebt sich die Sperrklinke nach außen, 2-ter Vorhang geht auf die Reise. Man beachte auch den Hebel C - ist mit Rückspulhebel verbunden und wird unter der Sperrklinke verschoben wenn Rückspulhebel auf R.

Foto zeigt die Positionen bei einer aufgezogener Kamera.

Das ist eine sehr vereinfachte Erklärung, nicht alles ist beschrieben, reicht aber zum Verstehen was die Bildung des Schlitzes verhindern kann.

1. Auslöser nicht richtig eingestellt - der 1-ste Verschluss geht auf die Reise, aber die Sperrklinke ist nicht ganz unten, um den 2-ten zu blockieren.

2. man beachte den schmalen Schlitz zwischen A und B. Ich habe Kameras gesehen, wo es so gut wie keinen Schlitz gab - manchmal konnte die Sperrklinke den 2-ten Vorhang aufhalten, manchmal aber nicht.

3. falsche Einstellung des Hebels C könnte die Ursache dafür sein, dass die Sperrklinke verhindert ist, den 2-ten Vorhang aufzuhalten. Das kann auch daran liegen, dass der Rückspulhebel zu locker ist und sporadisch den Hebel C unter die Sperrklinke schiebt."

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Youtube- und Forumstips, statt einem strukturierten und sehr gut funktionierenden Ausbildungsbetrieb in jungen Jahren. Draußen lacht die Sonne.

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Von meiner Ausbildung, die mit Fotografie bzw. Feinmechanik nichts zu tun hat, abgesehen, habe ich mir in einigen Bereichen, die mich interessieren, so ziemlich alles selbst erarbeitet. Die Ergebnisse bestätigen, dass das möglich ist, und ich bin sicherlich kein Einzelfall. 

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Gratuliere neidvoll! Habe vor Jahren für noch weniger als ich mir erhofft hatte eine M1 gefunden. Eines meiner ertrãumten Rentnerprojekte wird sein, diese unter Anleitung zu zerlegen, und nach viel Kopfkratzen und Nicken angesichts der Mechanismen da drin, wieder zusammen zu bauen. So dass sie wieder so funktioniert wie davor.

An der dicken Schraube vorne neben dem geriffelten Fenster der M2 habe ich als Jugendlicher mit Erfolg gedreht. Damals auch Mopeds und an 2-3 Käfer geschraubt.

Mit dem M1 Projekt muss ich noch ne Weile warten.

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Meine erste Schraubaktion (an meiner R 750 BMW) war das Festdrehen der Ventilspielschraube. "Besser zu fest, als zu locker", habe ich mir damals gedacht: ich habe es glatt geschafft, das Gewinde der Spezialschraube abzudrehen. Das hat mich aber nicht daran gehindert, einen zweiten Versuch zu starten. Beim Schrauben an einem Motorrad riskiert man im schlimmsten Fall sein Leben, beim Schrauben an einer Leica "nur" tiefe Kratzer im Chrom und andere Unannehmlichkeiten. man muss sich dieser Risiken bewusst sein.

Und dann - selbst wenn man ein gutes Händchen zum Zerlegen hat, zerlegt ist schnell. Man muss bereits beim Zerlegen an den Zusammenbau denken, muss alles genau notieren, sonst weiß man am Ende nicht mehr, wo was hingehört.

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Meine Hoffnung ist dabei die Digitalfotografie: jedes Zwischenschrittchen ein Bild. Übrigens war in der vor-vor-vorigen Forumsversion Anathomy of a M8 von Mark Norton. Different story ;) 

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