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Reini

Verschlussvorhänge bei einer Leica I/II ersetzen

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Ich wollte es wissen...und ja es ist möglich

 

Einen Verschluss bei einer Leica auch ohne Vorkenntnisse zu ersetzen.

 

Möchte mich gleich auf diesem Weg für die tolle persönliche und elektronische Unterstützung von Jerzy bedanken. Und auch dafür, daß er mir ein Stück gummierten Stoff gegeben hat.

Auch bei Loggerbot und alle anderen im Internet, wie den Youtuber >nobbysparrow<, dich mich motiviert haben, es selbst zu versuchen.

 

Da der Beitrag von Loggerbot eh schon so aufgebläht ist und vieles durcheinender kommt, das ganze hier eröffnet.

 

Zur Erinnerung: Die Leica I Umbau zu einer II hat mir gefallen.

Auch wenn mir gleich bewusst war, >da hat's was mit dem Verschluss<

Jerzy hat für mich die Sucher-Okulare gelockert, damit ich sie zerlegen kann.

 

Diese Schritte überspringe ich (ging dann recht flott) und mach gleich beim wichtigsten Teil weiter.

 

Die Verschlussvorhänge.

 

Besteht aus (jeweils von hinten gesehen:

  1. Grosse Rolle = linke Rolle, oder Nachlaufrolle, oder Zeitenrolle

  2. Kleiner Rolle, rechte Rolle, Vorlaufrolle,

  3. den Beiden Zugstangen aus Aluminium

  4. den 4 Stück Bändern

  5. den beiden Vorhangtücher

 

Zuerst wurden die Vorhänge (alte dienten als Muster) in den gleichen Abmessungen 2 Stück in der Länge zugeschnitten.

 

Unnötigerweise hab ich ein Paar der Bänder von den Zugstangen gelöst.

1 Paar neu angenäht. War eigentlich unnötig.

 

Bild 1: Die Vorhänge sind vorbereitet

 

 

Alle Teile mit heissem Seifenwasser und dann Waschbenzin gereinigt.

 

 

Als erstes hab ich die kleine Rolle beklebt. Vorher auf Papier Markierungen gemacht, damit ich weiss, wie weit ich für eine Umrundung Kontaktkleber auftragen muss.

 

Bild 2: kleine Rolle mit Vorhang bekleben (Gummierte Seite nach hinten)

 

 

Zum Glück hab ich recht gutes Augenmaß, so dass sich eine Schablone fürs herumwickeln erübrigt.

Für die Zugstangen hab ich sie schon verwendet. 2 Nägel im rechten Winkel in einem Holzbrett. (Bastelipp von Jerzy)

 

 

Nachdem ich die Wälzlager (dezent mit Heisslagerfett geschmiert) auf die kleine Rolle gesteckt hab, wurde das Chassis zusammengebaut.

Ist recht mühsam alles gleichzeitig in den oberen und unteren Teil reinzufummeln...2 kleine Rollen, die große Rolle, die Zahnräder...naja Dann mit den lediglich 3 kleinen Schrauben kompakt gemacht.

 

Zuerst hab ich die Grosse Rolle mit dem Vorhang beklebt. Stoffseite nach vorne!

Hiefür 2 schmale Papierstreifen mit Isolierband an die Bänder geklebt, damit ich sie hinter der Rolle durchfädeln kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wichtig (hier nicht am Bild zu sehen) Die grosse Rolle wird im Uhrzeigersinn gedreht = ausgelöster Zustand, und mit 2 Zahnstocher fixiert/geklemmt, damit sie sich nicht verdreht.

Denn der Vorhang wird so angeklebt, daß der Vorhang rechts ca 2-3 mm über das Fenster hinausragt. Lichtdichtigkeit!

 

Zum Glück hab ich mich für Druckkleber entschieden. Er lässt sich in noch weichen Zustand wieder lösen und schlimmstenfalls runter rubbeln.

 

Grosse Rolle ist nun beklebt. Auch hier verlass ich mich auf meine Augenmaß. Konnte mich aber auch den Sicken des Blechrahmens orientieren.

Auch in Zukunft werde ich mich (falls es unbedingt nötig ist) wieder für die >Japanische Methode< nämlich die Tücher in der Kamera anzukleben entscheiden.

Ausser die Mechanik ist sehr verschmutzt.

 

 

Nachdem das linke Tuch schön anmassiert ist, kommt das rechte dran.

Auch hier wieder die Bänder mit Papierstreifen durchgefädelt.

 

 

 

 

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Die Bänder der kleinen Rolle werden dann an die äusseren Walzen der grossen Rolle angeklebt.

Auch dafür hab ich auf eine Markierung verzichtet.

Wie weit sie herumgewickelt (ca. ¾ des Umfanges) werden, ergibt sich so: Der rechte (Vorlaufvorhang) muss den Nachlaufvorhang (den linken) um ca. 3mm überlappen.

 

Ich nusste allerdings die Bänder der Vorlaufwalze nochmals runter nehmen, weil ich erst bei der T (Langzeitbelichtung) festgestellt hab, daß dieser Vorhang das Fenster nicht ganz freigibt.

Also ablösen und um 3 mm weniger auf die grossen Rollen geklebt.

 

Die Vorspannung der Federn hab ich auf Gefühl gespannt. Die kleinen schwarzen Dinger, die wie Zahnräder aussehen (sieht man wenn man den Deckel zum Filmeinlegen abnimmt) aufgezogen, mit Zahnstocher verkeilt und dann dieses Stellung mit den beiden Schrauben fixiert.

 

So siehts von hinten aus

 

 

So von vorne

 

 

Hab das ganze zwischendurch ruhen lassen, damit sich der Kleber festigt. Und anschliessend mehrmals getestet.

 

Situation ist so.

 

Also T, die Langzeitbelichtung funktioniert absolut genau in Time. Hehehe

 

Ich hab kein Testgerät....da geh ich dann zu Jerzy!

 

Jedenfalls kann ich eindeutig einen Unterschied zwischen den Zeiten feststellen.

Wenn ich wahrend dem Aiuslösen durch das Filmfenster gegen die starke LED Lampe schaue.

 

Blendet mich die Lampe bei zb. 1/60, bei 1/500 kann ich sie sehr genau erkennen, so genau, daß ich das Wabenmuster des Glases scharf erkenne.

 

Ob es wirklich die richtigen Zeiten sind, kann ich so natürlich nicht sagen.

Jedenfalls tut die Mechanik das, was sie soll.

 

 

Ich hoffe ihr habt das ganze ein bischen verstanden und ich es nicht zu einfach erklärt.

 

Das ganze soll kein Tutorial im Sinne von >Wie macht man es richtig< sondern wie macht es Reinhard.

 

Lg an alle

 

 

 

 

 

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Danke Tom!

 

Damit sie wieder kompakter und nicht so armselig wirkt, hab ich sie zusammen gebaut.

Nichts übrig geblieben...

War aber auch wieder eine Fummelei.

 

Die Optiken gereinigt und nocht etwas Patina vom Gehäuse entfernt.

 

Ihre Innere Schönheit nun auch nach aussen gekehrt.

Edited by Reini

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Tolle Anleitung! Und ich bewundere jeden, der in zusammengebautem Zustand die klebrigen Tücher an Ort und Stelle bekommt.

 

Ich habe auch schon zwei Verschlüsse erneuert, und hatte mich dann doch lieber für die Alles-zerlegen-Methode entschieden.

 

Die waren übrigens beide Nachkriegs-Kameras, die Vorkriegs-Modelle sind noch alle intakt. Kann natürlich Zufall sein, oder hat schonmal jemand ähnliche Beobachtungen gemacht? Wie verbreitet ist das Phänomen eigentlich bei der M3?

 

Ich hatte die Verschlusszeiten mit dieser Handy-App geprüft, und mit einem Testfilm hat sich das Ergebnis dann auch bestätigt.

 

Schöne Grüße und allen viel Erfolg, herrivo

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Hallo Reini,

 

hab es heute Morgen erst gelesen durch deinen Link. Schöne Arbeit. Gefällt mir. Welchen Kleber hast du genommen ?

 

Gruß

Michel

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Guten Abend herrivo und Loggerbot!

 

@herrivo.Also die grosse Walze ist zum Bekleben im Gestell drin geblieben.

Hatte hier in meiner Reisewerkstatt nicht das geeignete Werzeug, um die Achse mit einem kleinen Hammer und einem dünnen Durchschlagwerkzeug rauszuklopfen.

 

Die kleine Walze war zum Bekleben schon ausgebaut.

Wenn eine bis ins kleinste Generalüberholung, bzw. Reinigung notwendig sind, wäre alles in zusammengebauten Zustand einen erneuerlichen Versuch wert.

Vorteil: man verstellt die ursprünglichen Zeiten/Federspannungen nicht.

 

@Loggerbot. Ich hab mir eine Tube Kontaktkleber besorgt.

Sollte die verschiedenen Temperaturen, denen eine Kamera ausgestzt sind, aushalten.

Bewährt sich und hält in der Autosattlerei ja auch schon seit Jahrzehnten.

 

Jerzy hat mir einen Stoffkleber vorgeschlagen.

Der, den ich gekauft hab hat weder Stoff auf Stoff, und schon garnicht Gummi auf Messing gehalten.

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Meine >Schwarze Lady< ist fertig!

 

Hab heute einige Zeit bei Jerzy verbracht und unter seiner Anleitung die Kamera teil-zerlegt, ein Stück vom grossen Verschlussvorhang an der unteren Kante abgeschnitten. (weil er etwas zu nieder angeklebt war)

Gelernt, wie man beim Sucher die horizantal und vertikal justierung vornimmt. Und sonstige wertvolle Tipps.

 

Und die Verschlusszeiten. Was soll ich sagen...Obwohl ich die Federspannungen der Walzen nach Gefühl eingestellt hab, haben die Zeiten eine Abweichung von nur ca. +-5%.

Also statt 1/500 = 1/487 , statt 1/20 = 1/21,5   so ungefähr.

Wir mussten also bei den Zeiten nichts korrigieren.

 

@Jerzy Nochmals vielen Dank!

 

 

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Toll! ich habe hier eine IIIf liegen, die auch neue Tücher braucht. allerdings habe ich bereits eine FED4 bei einer Probedemontage endgültig zerstört und will das der IIIf nicht auch antun.

 

ich denke, ich werde professionelle Hilfe für meine IIIf in Anspruch nehmen. so teuer kann das ja nun auch nicht sein.

 

aber vielleicht fällt mir ja mal eine FED2 in die Hände, bei der ich das dann gerne probieren werde. immerhin macht das Fotografieren hinterher mindestens doppelt so viel Spaß, wenn man die Kamera selbst zerlegt und wieder instand gesetzt hat.

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Ich würde es, falls notwendig bei einer eigenen Kamera wieder machen.

Hab zwar schon viel dazu gelernt, muss aber noch an eigenen Opfern üben...

 

Sofern mir eine schlechte, billige oder besonders erhaltenswerte zw. die Finger kommt.

 

(Bei jedem Auslösen so eine Kamera haben die Entwickler von damals meine Hochachtung, weil diese filigranen Fetzen nach Jahrzehnten noch immer funktionieren.)

 

Ausserdem muss man die vielen Stunden die man dafür aufbringt einfach aus dem Leben streichen.

 

Dass etwas kaputt wird hätte ich weniger Angst.

 

Egal was man repariert oder zerlegt. Wichtig ist: viele Fotos bei den jeweiligen Schritten zu machen und keine Schrauben, Teile etc. zu verlieren.

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die vielen Schrauben wieder an den richtigen Platz zu bringen macht mir weniger Sorgen. mich sorgt die Frage, ob ich Schrauben beim Rausdrehen derart beschädige, dass sie beim Reindrehen  den Geist aufgeben...

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Bis jetzt hatte ich Glück und die meisten Schrauben waren nicht sehr fest.

Wichtig ist, daß man absolut genau passende Schraubenzieher nimmt und im Zweifelsfall eher zu fest, als zu wenig ansetzt. (Stichwort abnudeln)

 

Im Notfall WD Öl >löst< so manches Problem.

Man putzt die Kamera ja dann eh ordentlich.

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