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bonnescape.de

Bericht: Voigtländer Heliar 3,5/50 mm VM an der M9

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Hallo zusammen,

 

weil ich die Idee, Vintage-Objektive an modernen Digitalkameras zu verwenden, interessant finde, habe ich zwei Wochen lang das Heliar 3,5/50 mm VM aus der Classic Line von Voigtländer an meiner M9 ausprobiert.

 

Kurz-Bericht:

Das Ding hat mir Spass gemacht. Vom Design und der Verarbeitung her ein echtes Schmuckstück, zwingt das Heliar zum entschleunigten Arbeiten ... im besten Sinne. Zusammen mit der M9 hatte ich das Gefühl, mit einer Kamera aus den 1950er Jahren zu arbeiten (noch mehr als sonst, wenn ich mit der M9 fotografiere

 ). Die Bildqualität war top. 

Kann ich das Heliar grundsätzlich empfehlen? Ja und Nein. Wer hofft, dass das Objektiv den Bildern einen Vintage-Look vermittelt, wird enttäuscht. Das Ding ist einfach zu gut. Noch immer ein 5-Linser wie der klassische Vorgänger, aber völlig neu berechnet. Sehr gute Schärfe bereits bei der (mässig lichtstarken) Offenblende, farbneutral wirkendes Rendering, kaum erwähnenswerte Abbildungsfehler. Lediglich Vignettierung, aber das stellt ja heutzutage kein Problem mehr dar. Manch einer wird sich also fragen, warum man sich unter diesen Umständen die "Vintage-Arbeitsweise" mit geringer Lichtstärke, gemeinsam drehenden Blenden- und Fokussierringen und dem Blendenring ohne Raststufen antun muss.

Wer es dagegen liebt, old style zu arbeiten und dennoch seinen Objektiven zeitgemäße Leistung abverlangt, wird mit dem Heliar sicher glücklich. So ganz nebenbei hat das Ding auch noch ein vergleichsweise geringes Eigengewicht und eine sich nach vorn verjüngende Bauform, die den Sucher nicht abdeckt. Nachfolgend noch ein Bilder, die ich mit dem Heliar gemacht habe.

 

(Wer die lange Fassung lesen möchte, findet sie in meinem Blog: https://www.bonnescape.info/praxistest-voigtlaender-heliar-3-5-50mm-vm/)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mir ist jetzt nicht klar, was der „old style“, das „entschleunigte Arbeiten“ und das Gefühl, mit einer Kamera aus den 1950er Jahren zu arbeiten, hier konkret bedeutet.

 

So wie es aussieht, kann man die Blende wie bei modernen Objektiven einstellen und die Fokuseinstellung klappt ebenso. Alles weitere macht es wohl allein - wie schon immer.

 

Dass es bei mäßiger Öffnung eine ordentliche Abildungsleistung zeigt, spricht überhaupt nicht gegen das Teil, ich halte das für vernünftig.

 

Wenn sich die Ergebnisse nicht von „zeitgenössischen“ Objektiven unterscheiden, oder sogar besser sind, dann verstehe ich nicht, warum man das angeblich „alte“ so hervorhebt.

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Hast Du bei dem Foto (#2) von den Gebäuden nachträglich noch an der Verzeichnung (Objektivkorrektur in Photoshop oder in der Kamera) gearbeitet? Ein Ausschnitt scheint's ja zu sein (siehe Seitenverhältnis). 

 

Ich mache die Qualität von Objektiven nämlich hauptsächlich daran fest, wie viel (oder besser wenig!) sie verzeichnen.

Die exakten Linien kommen mir schon ein wenig komisch vor.

 

Sharif

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Hast Du bei dem Foto (#2) von den Gebäuden nachträglich noch an der Verzeichnung (Objektivkorrektur in Photoshop oder in der Kamera) gearbeitet? Ein Ausschnitt scheint's ja zu sein (siehe Seitenverhältnis). 

 

Ich mache die Qualität von Objektiven nämlich hauptsächlich daran fest, wie viel (oder besser wenig!) sie verzeichnen.

Die exakten Linien kommen mir schon ein wenig komisch vor.

 

Sharif

 

 

Das Architekturfoto ist aus gestalterischen Gründen nur oben und unten etwas beschnitten.

Keinerlei Verzeichnungskorrektur, weil's tatsächlich keine Verzeichnung gibt.

Die Kante der gelben Wand links sieht ein wenig ungerade aus, ist sie aber nicht, wenn man es nachmisst.

Das Foto offenbart in der Vergrösserung nur einen technischen Mangel der Optik: Eine ganz leicht magentafarbene Kante an dem kurzen vertikalen Wandstück vor dem Himmel links.

Ich finde diese Leistung der Optik ziemlich überzeugend.

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Mir ist jetzt nicht klar, was der „old style“, das „entschleunigte Arbeiten“ und das Gefühl, mit einer Kamera aus den 1950er Jahren zu arbeiten, hier konkret bedeutet.

 

So wie es aussieht, kann man die Blende wie bei modernen Objektiven einstellen und die Fokuseinstellung klappt ebenso. Alles weitere macht es wohl allein - wie schon immer.

 

Na, es gibt schon ein paar Pönale ... 

Die hab ich in meinem Bericht ausführlich geschildert.

1.) Da der ganze Tubus drehbar gelagert ist, drehen sich Blendenring und Fokussierring nicht unabhängig voneinander. Du musst also eine bestimmte Reihenfolge beim Einstellen einhalten oder beim Drehen den jeweils anderen Ring festhalten.

2.) Der Blendenring hat keine Rastung und die Markierung wandert beim Fokussieren mit, was, wenn du mit bestimmten Blendenwerten arbeiten möchtest, schon eines zusätzlichen Blickes bedarf.

3.) Die Skalenbeschriftung ist nicht so exakt und leicht abzulesen wie z.B. bei einem aktuellen Cron.

Das ist ein bisschen so wie bei manchen Grossformatklassikern vor hundert Jahren. Das meine ich mit "old style". Und das wirkt sich natürlich auch auf die Arbeitsgeschwindigkeit aus.

Das meine ich übrigens völlig wertungsfrei. Das Heliar hat absolut seinen Charme.

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Wenn sich die Ergebnisse nicht von „zeitgenössischen“ Objektiven unterscheiden, oder sogar besser sind, dann verstehe ich nicht, warum man das angeblich „alte“ so hervorhebt.

 

Jap, das ist eben die Frage ...

 

Ich denke, dass das Heliar an den aktuellen Trend ankoppeln soll, dass die Leute Objektivklassiker an ihre Digicams montieren und sich davon für ihre Bilder einen gewissen Vintage-Look erhoffen.

Allerdings ist das Heliar dann eher was für Liebhaber, die klassisches Design mögen und auf zeitgemäße Bildqualität nicht verzichten wollen.

Ich sehe darin ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Ich jedenfalls wäre ohne diesen Vintage-Look auf das Heliar gar nicht aufmerksam geworden.

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Guest

1.) Da der ganze Tubus drehbar gelagert ist, drehen sich Blendenring und Fokussierring nicht unabhängig voneinander. Du musst also eine bestimmte Reihenfolge beim Einstellen einhalten oder beim Drehen den jeweils anderen Ring festhalten.

2.) Der Blendenring hat keine Rastung und die Markierung wandert beim Fokussieren mit, was, wenn du mit bestimmten Blendenwerten arbeiten möchtest, schon eines zusätzlichen Blickes bedarf.

3.) Die Skalenbeschriftung ist nicht so exakt und leicht abzulesen wie z.B. bei einem aktuellen Cron.

Das ist ein bisschen so wie bei manchen Grossformatklassikern vor hundert Jahren. Das meine ich mit "old style". Und das wirkt sich natürlich auch auf die Arbeitsgeschwindigkeit aus.

Das meine ich übrigens völlig wertungsfrei. Das Heliar hat absolut seinen Charme.

Wenn ich das Lob der Verlangsamung, der schlechten Ablesbarkeit der Skalen usw. recht verstehe, muß ich mir das Heliar nicht erstehen, um in den vollen Genuß der Ungenügsamkeit zu kommen, denn es reicht, sich durch eigenes Altern in den vintage Status voranzubringen: Die Augen werden schlecht, das Einrasten des Blendenerings wird vom Gehör nicht mehr registriert, das Feingefühl der Finger läßt nach und die Orientierung in Raum und Zeit wird von der Ärztin auf Geheiß der Pflegeversicherung kontrolliert, aber nicht nachjustiert, ist also ebenfalls gänzlich wartungsfrei.

 

xyz.

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Die fehlende Geradeführung (heißt das so?) ist ja auch z.B. beim Elmar 3.5/50 so, aber da ist die Einstellung der Blende ohnehin eher eine Strafmaßnahme. Beim ansonsten hervorragenden 90-Dreilinser stört es mich in der Praxis sehr.

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Guest

Da der ganze Tubus drehbar gelagert ist, drehen sich Blendenring und Fokussierring nicht unabhängig voneinander. Du musst also eine bestimmte Reihenfolge beim Einstellen einhalten oder beim Drehen den jeweils anderen Ring festhalten.

»Der ganze Tubus ist drehbar gelagert.« Das wäre ein novum, ein lustiges dazuhin.

 

»Du musst also eine bestimmte Reihenfolge beim Einstellen einhalten oder beim Drehen den jeweils anderen Ring festhalten.« So, so.

 

xyz.

Edited by Guest

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Von der Voigtländer-Homepage:

"...lautlose Blende, mitlaufendes Frontelement, mit Entfernungsmesser kombinierbar..

 

Es wird niemand gezwungen, sowas zu kaufen ...

Edited by Macro-Elmarit

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Wenn ich das Lob der Verlangsamung, der schlechten Ablesbarkeit der Skalen usw. recht verstehe, muß ich mir das Heliar nicht erstehen, um in den vollen Genuß der Ungenügsamkeit zu kommen, denn es reicht, sich durch eigenes Altern in den vintage Status voranzubringen: Die Augen werden schlecht, das Einrasten des Blendenerings wird vom Gehör nicht mehr registriert, das Feingefühl der Finger läßt nach und die Orientierung in Raum und Zeit wird von der Ärztin auf Geheiß der Pflegeversicherung kontrolliert, aber nicht nachjustiert, ist also ebenfalls gänzlich wartungsfrei.

 

xyz.

 

 

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Wenn jemand an so etwas Spaß hat – warum nicht?

 

Wenn mir nach ordentlich Wintätsch ist, greife ich auf meine Vorkriegs-Elmare 5 cm und 3,5 cm zurück ...

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