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Leica Thambar-M 1:2,2/90 offiziell angekündigt


LUF Admin
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Kann man denn nicht einfach mit dem Finger etwas Olivenöl auf die Frontlinse eines 90mm APO Summicrons streichen, um diesen Effekt zu erreichen? Man muss ja nicht immer gleich so viel Geld in die Hand nehmen. Und zudem ist das mit dem Olivenöl vielseitiger: Man kann links oder rechts herum streichen, um die Wirkung zu verändern. Etwas Butter ginge auch, wenn man kein Olivenöl hat. Und wer damit nicht erfolgreich ist kann zumindest nicht die QC dafür verantworlich machen.

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Ich denke, man kann sich auch einfach damit abfinden, dass man nicht zur Zielkundschaft für dieses Objektiv gehört.

Dann kann man das Objektiv einfach ignorieren.

Wer weiß, vielleicht bringt ja Leica noch mehr Oldies in Neuauflage raus und dann ist etwas dabei, was man mehr brauchen kann.

Sicher dabei ist aber nur, dass es dann wieder dieselben Debatten geben wird:

"Warum bringt Leica ein xyz, ich hätte doch viel lieber ein neues abc gehabt, und xyz braucht kein Mensch, höchstens Vollidioten mit zuviel Geld."

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Wenn man sich das Thambar Volume 1 noch einmal genau anschaut,

was Basis und Herstellungsideen und Idiologien betrifft, wäre und ist eine

gewisse Geschichte dazu einmal genauer gesagt nicht uninteressant, denn

das Thambar Volume 2 baut darauf auf in wahrscheinlich verbesserter

Qualität oder zumindestens in gleichbleibender letztlich an .

 

Leitz perfektionierte den Abbildungsstil nach ihren Auffassungen mit dem

Thambar 2.2 / 90mm in den 30er Jahren, basierend auf anderen Produktions-

herstellern der damaligen Zeit. Kurz gesagt, sie brachten es auf den Punkt.

Das Leitz Thambar war wie zb. auch wie von Ludwig Bertele das Sonnar

(Zeiss Ikon) ein sogenannter Nachfolger des Triplets, jedoch wurden dabei

Konstruktionsgesetze der Hektore umgesetzt, die wiederum in Ähnlichkeit

mit den Heliaren stehen welche um ca. 1900 entwickelt wurden. Wie man

merkt greift das ganze wahrlich weit zurück, bis das  für Leitz auf den Punkt

gebrachte Thambar erst einmal entstand. Was die Hektore noch betrifft zb.

im Bereich von 50mm und im 73mm waren stets grobe Rest- und Ab-

bildungsfehler das Resultat, was Leitz dazu durchdacht trieb, das ganze auf

das Planar Prinzip eben umzustellen worauf dann schlussendlich das ja

legendäre Thambar folgte...der effektiv und perfektionierte Durchbruch.

 

Wenn man bedenkt wann das Volume 1 hergestellt wurde, und was da ge-

schichtlich wie Krieg, Armut und ähnliches folgte und bis heute gesehen

noch übrig blieb von den Thambar's die damals hergestellt wurden, ver-

wundert mich eine Sammler bzw. Art Antik (Wert) Preis nicht und dafür gibt

es auch in anderen Sparten sehr gute Beispiele. Sie liegen ja im Moment

wenn überhaupt mal verfügbar im kommerziellen Preis Budget bei 5K bis

gut 8K, je nach Erhaltung und Zubehör. Ich persönlich bezweifle jedoch das

dieses neue Thambar Volume 2 je solche Dimensionen erreicht bei einem

Sammler- oder späterem Wiederverkauf, da sie keine Geschichte wie die

alten aufweisen, besser verfügbar auch in Zukunft sein werden und es

letztlich mit dem altem Leitz und dem neuen Leica eben wenig zu tun hat .

 

...my two cents

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Ich denke, man kann sich auch einfach damit abfinden, dass man nicht zur Zielkundschaft für dieses Objektiv gehört.

Dann kann man das Objektiv einfach ignorieren.

...

Ignorieren will gelernt sein, 

. Edited by kalokeri
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Kann man denn nicht einfach mit dem Finger etwas Olivenöl auf die Frontlinse eines 90mm APO Summicrons streichen, um diesen Effekt zu erreichen? Man muss ja nicht immer gleich so viel Geld in die Hand nehmen. Und zudem ist das mit dem Olivenöl vielseitiger: Man kann links oder rechts herum streichen, um die Wirkung zu verändern. Etwas Butter ginge auch, wenn man kein Olivenöl hat. Und wer damit nicht erfolgreich ist kann zumindest nicht die QC dafür verantworlich machen.

 

Na ja, ein UV-Filter mit Öl, Vaseline o.ä. tut's doch auch...

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Hoffentlich geht es den Kamera-Sammlern mal nicht so, wie es den Briefmarken-Sammlern jetzt geht. Es fehlt der Nachwuchs, welches Mädchen, welcher Junge sammelt noch Briefmarken.... wer schreibt überhaupt noch Briefe.

Wer wird alte analoge Kameras sammeln... wenn der Großteil der Fotografierenden noch nie mit derartigen Kameras fotografiert hat.

Ich befürchte, dass die Thambar-Sammler auf dem Glasklotz sitzen bleiben werden. ........ Der Schnee von übermorgen........ ich weiß.

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Hoffentlich geht es den Kamera-Sammlern mal nicht so, wie es den Briefmarken-Sammlern jetzt geht. Es fehlt der Nachwuchs, welches Mädchen, welcher Junge sammelt noch Briefmarken.... wer schreibt überhaupt noch Briefe.

Wer wird alte analoge Kameras sammeln... wenn der Großteil der Fotografierenden noch nie mit derartigen Kameras fotografiert hat.

Ich befürchte, dass die Thambar-Sammler auf dem Glasklotz sitzen bleiben werden. ........ Der Schnee von übermorgen........ ich weiß.

 

 

Mmh, das sehe ich etwas gelassener.

Wie viele fotografieren heute wieder analog, die früher nie damit zu tun hatten?

 

Und was die Briefmarken betrifft, wird die Frage...

"Darf ich Dir meine Briefmarkensammlung zeigen?"

 ... doch gerade erst spannend, wenn es keine Marken mehr gibt.

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Wenn man sich das Thambar Volume 1 noch einmal genau anschaut,

... Sie liegen ja im Moment

wenn überhaupt mal verfügbar im kommerziellen Preis Budget bei 5K bis

gut 8K, je nach Erhaltung und Zubehör. Ich persönlich bezweifle jedoch das

dieses neue Thambar Volume 2 je solche Dimensionen erreicht bei einem

Sammler- oder späterem Wiederverkauf, da sie keine Geschichte wie die

alten aufweisen, besser verfügbar auch in Zukunft sein werden und es

letztlich mit dem altem Leitz und dem neuen Leica eben wenig zu tun hat .

 

...my two cents

 

 

Mal gucken?

https://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&_sacat=0&_nkw=thambar&LH_PrefLoc=2&LH_Complete=1&LH_Sold=1&rt=nc&_trksid=p2045573.m1684 ergibt z.B.:

 

http://www.ebay.de/itm/Leitz-Thambar-2-2-9cm-with-original-Filter-hood-and-caps-for-Leica-screw-moun-/372102188389 

Für US $5.266,00 Ca. EUR 4.467,63 nicht verkauft
 
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Hoffentlich geht es den Kamera-Sammlern mal nicht so, wie es den Briefmarken-Sammlern jetzt geht. Es fehlt der Nachwuchs, welches Mädchen, welcher Junge sammelt noch Briefmarken.... wer schreibt überhaupt noch Briefe.

Wer wird alte analoge Kameras sammeln... wenn der Großteil der Fotografierenden noch nie mit derartigen Kameras fotografiert hat.

Ich befürchte, dass die Thambar-Sammler auf dem Glasklotz sitzen bleiben werden. ........ Der Schnee von übermorgen........ ich weiß.

 

Na ja, Briefmarken. Minox-Format. Nicht so prickelnd. Vor allem: keine Technik!

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Na ja, Briefmarken. Minox-Format. Nicht so prickelnd. Vor allem: keine Technik!

 

Ja. da ist natürllch immer noch ein Unterschied zwischen einer Briefmarke, die nichts mehr wert ist und einer Kamera, die nichts mehr wert ist.

Andererseits hört man bei Versteigerungsannahmen sehr häufig... diese Art Kunst, diese Bilder, diese Vasen ,diese Spielzeuge waren früher mal fast unbezahlbar... da hat sich der Markt sehr abgeschwächt..... wenn es überhaupt moch einen gibt.

Aber Leica hat immer noch einen Zug-Namen., wer weiß wie lange noch?

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Schon nicht uninteressant...dennoch...

gebe ich zu bei Ebay nicht recherchiert zu haben, das hat schlichtweg pers. Gründe

da meine letzten gut drei Käufe in der Vergangenheit fürn "..." waren und ich spreche hier

von Objektive allgemein. Darum halte ich mich an diese Plattform nicht denn trotz einigen

Wissens meinerseits und deren Beschreibung und des nicht Wissens oder Wissens

und des nicht hinzufügens, war es negativ. Ich würde dort nichts mehr was hochpreisige

Dinge angeht ohne das vorher eine Ansicht bzw. der Funktionalität prüfend möglich ist,

kaufen ! Ebay ist für mich da nicht wirklich ein Maßstab, da muss ich passen.

 

Vor gut 2 Jahren war ich in Berlin bei einem gutem Sammler, da waren und ich erinnere

mich gut, 2 alte Thambare im allerbesten Zustand und mit sämtlichem Zubehör sowie bei

einem sogar noch die Verkaufsquittung vorhanden, beide waren 100 Prozent funktional

und der Preis pro... wie das neue Thambar und noch so etliche einige Hunnis drauf.

Beide sind verkauft worden an Sammler und geringfügige Nutzer, denn als ich ein seltenes

altes Stativ bei ihm kaufte und es abholte fragte ich nach, weil es mich interessierte .

 

Hier gibts auch ein altes Thambar zu kaufen mit Zustand B/C :

 

https://www.meister-camera.com/de/gebraucht/7976/leica-thambar-229cm-das-original

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Wer wird alte analoge Kameras sammeln... wenn der Großteil der Fotografierenden noch nie mit derartigen Kameras fotografiert hat.

Ich befürchte, dass die Thambar-Sammler auf dem Glasklotz sitzen bleiben werden. ........ Der Schnee von übermorgen........ ich weiß.

Das Sammeln alter analoger Kameras ist bereits voll am Laufen im Ausland - Cameraventures sammelt (und verkauft dann) eine Reihe analoger Modelle. Ich bin sicher, dass auch bald andere in das immer profitabler werdende Geschaeft mit alten Kameras einsteigen werden. 

 

Da diese Thambar-Objektive nur in recht kleiner Stueckzahl produziert werden, werden wahrscheinlich sofort alle auch zu dem Wucherpreis an Sammler verkauft werden. Es wird ein Sammlerstueck bleiben. Zum richtigen Fotografieren damit werden es nur wenige nutzen. 

Edited by Martin B
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Ja. da ist natürllch immer noch ein Unterschied zwischen einer Briefmarke, die nichts mehr wert ist und einer Kamera, die nichts mehr wert ist.

Andererseits hört man bei Versteigerungsannahmen sehr häufig... diese Art Kunst, diese Bilder, diese Vasen ,diese Spielzeuge waren früher mal fast unbezahlbar... da hat sich der Markt sehr abgeschwächt..... wenn es überhaupt moch einen gibt.

Aber Leica hat immer noch einen Zug-Namen., wer weiß wie lange noch?

 

Ja, Gerd, ich habe mal einen Schweizer Auktionator über den Rückgang der Preise beim Märklin-Krokodil klagen hören.

Bei H0 ist nur noch allerbeste Qualität gefragt -  also nur noch Lemaco, Fulgurex, Micro-Metakit usw. Das Ganze möglichst in einer exakten 1:87 Umsetzung - nich so olle Märklin-Kloben.

Bei Leica werden wohl am Ende auch nur die "Spezialitäten" gefragt bleiben, also nicht die R4, sondern eine M4-Sonderserie und nicht das 4/250 sondern das 4/280 usw. 

Ach ja - und die neuen Noctiluxe und Thambare 

Edited by Apo90
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Das Sammeln alter analoger Kameras ist bereits voll am Laufen im Ausland - Cameraventures sammelt (und verkauft dann) eine Reihe analoger Modelle. Ich bin sicher, dass auch bald andere in das immer profitabler werdende Geschaeft mit alten Kameras einsteigen werden. 

 

Da diese Thambar-Objektive nur in recht kleiner Stueckzahl produziert werden, werden wahrscheinlich sofort alle auch zu dem Wucherpreis an Sammler verkauft werden. Es wird ein Sammlerstueck bleiben. Zum richtigen Fotografieren damit werden es nur wenige nutzen. 

Das passende Beispiel aus dem Phono-Bereich ist Revox.

Für schöne und gut erhaltene Tonband- und Casettenmaschinen werden schon wieder sehr anständige Preise aufgerufen. 

Alles was gut war und nicht mehr gebaut wird, aber noch gebraucht werden kann, hat Preissteigerungs-Chancen.

Beispiel: R-Apo-Objektive.

Edited by Apo90
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C. Emmermann hat in

"Die Leica" Heft 2, 1935 S. 36-40 ["Praktisches Arbeiten mit dem Thambar"]

(Nachdruck in 4 Bänden)

u.a. folgende Empfehlungen gegeben:

 

- einige Filme zu Studienzwecken opfern,

- erst mal Betrachtung des Effekts mit Mattscheibengeräten zum Sammeln von Erfahrung mit dem weichzeichnenden Objektiv,

- erste Versuche mit 3,2 und vorgeschalteteter Mittelblende

 

- Man wird meistens mit Portraits beginnen

- am besten pralle Sonne, so daß Lichter und Schatten gut verteilt sind

- mit Mittelblende und Blende 3,2 beginnen, dann 4,5 und 6,3

- dann Mittelblende entfernen und zwei weitere Aufnahmen mit 9 und 12,5.

 

Der Film sollte nicht ausgesprochen hart aber erst recht nicht weich sein. Seine Empfehlung Isopan F.

Zu Testzwecken auf glänzendes Papier vergrößern.

 

Jetzt weitere Tests mit Mittelblende und 2,3 und 3,2. Der ganze Bildcharakter wird mit der größeren Blende sonniger durch Überstrahlungen von hellen in dunklere Bereiche. Jetzt nehmen technische Schwierigkeiten zu. Als Film den härteren Rectepan oder jetzt Isopan FF. Jetzt härteres Papier zum Vergrößern verwenden - aber Vorsicht Korn nimmt zu.

 

Gerne grelle Sonne beim Thambar.

 

Es mit Weichzeichnung nicht zu weit treiben - schon gar nicht bei Männerportraits.

 

Bei Kunstlichtaufnahmen bewährt sich eine einzelne Lampe und Schattenaufhellung mit Reflektor. Das Modell muß auf jeden Fall härter im Licht stehen als gewohnt. Bei zu großer Aufhellung durch weitere Lampen werden die Aufnahmen gerne zu weichlich. Keinen Streuschirm vor die Lampe setzen.

Zu Testzwecken auf mindestens 9x12 vergrößern - Kontaktabzüge lassen keine ausreichende Beurteilung zu.

 

Man muß sich hüten, die Weichzeichnung zu übertreiben - "schließlich ist sie kein Selbstzweck sondern ein Mittel die Bildwirkung zu steigern."

 

Als Vergrößerungspapiere sind glatte glänzende Oberflächen geeignet - werden oft jedoch speckig glänzend bei Portraits. Besser dann solche mit Velvet-Oberfläche oder in größeren Formaten mit Royal-Oberflächen.

 

"Der fortgeschrittene Lichtbildner ... erstrebt Weichheit der Zeichnung bei harmonischer Abstufung vom hohen Licht zum tiefen Schatten. Verblasene Weichlichkeit ist nicht sein Ideal."

 

Soweit Emmermann, der 1935 in Heft 1 und 2 zwei Aufsätze über das Thambar und einen mit dem Titel "Soft - Focus" geschrieben hat.

 

Mit Vaseline, Photoshop o.ä  den Effekt nachahmen ? Never ! Ja gut, wer meint es zu können und wer Laminat echtem alten Parkett gleich achtet - nur zu.

Dann aber doch eher mal durch die wabernde Abluft einer Spirituslampe fotografieren, das hätte wenigstens was originelles.

 

Ich kann jeden verstehen, der eine Kamera von Leica gekauft und aufgrund persönlicher Erfahrung den Eindruck hat, sein teuer erworbenes System oder der Service bei Leica sei noch nicht ausgereift - wenn er den als Priorität eingeschlagenen Weg zur Rekonstruktion des Thambars kritisiert.

 

Für mich gilt jedoch : Glückwunsch Leica zur Fortführung der Traditionslinie.

 

Mir ist der Preis des Nachbaus zu hoch, da er mit originalen alten Exemplaren korreliert - da warte ich lieber wie schon lange auf einen zufälligen günstigen Garagenabverkauf irgendeiner Wilmersdorfer Witwe.

 

War es nicht ein alter Kommunistenspruch : Der Proletarier muß nicht alles haben - aber er sollte wenigstens wissen, was es alles an Schönem gibt. (oder so halt.)

 

 

 "Alles mit der Leica ! Alles für die Leica"

Curt Emmermann 1931

Edited by machmaphoto
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Wenn man sich das Thambar Volume 1 noch einmal genau anschaut,

was Basis und Herstellungsideen und Idiologien betrifft, wäre und ist eine

gewisse Geschichte dazu einmal genauer gesagt nicht uninteressant, denn

das Thambar Volume 2 baut darauf auf in wahrscheinlich verbesserter

Qualität oder zumindestens in gleichbleibender letztlich an .

...

 

 

Ich habe so meine Zweifel, ob die ursprüngliche Idee für das Thambar wirklich die Verbesserung der überholt wirkenden Hektor-Objektive war.

 

Der Unterschied zum optischen Design des 1:1,9/7.3cm Hektor ist augenfällig: das Hektor hatte 6 Linsen in 3 Gruppen, das Thabar nur noch 4 Linsen in 3 Gruppen - folgte also insofern der alten Idee des Triplets, wenn auch mit einem anderen Aufbau. 

 

Das Hektor war insbesondere für die frühe Farbfilmfotografie gedacht, für die man eine hohe Lichtstärke brauchte. Es war aufwändig konstruiert, aber äußerst kompakt. Es ist wesentlich kleiner als das heutige 75 mm Summicron und erst recht als das 75mm Summilux - und passte deshalb gut an die kleine Schraubleica. 

 

Jetzt galt es, ein 90mm vergleichbar hoher Lichtstärke zu konstruieren, das schon wegen der größeren Brennweite deutlich größer sein musste. Mit einer Beibehaltung oder sogar Steigerung des optischen Systems wäre ein ziemlich schweres Gerät herausgekommen. Dagegen setzte aber das Gebot des kompakten Schraubleica-Systems seine Grenzen. Etwas größer war unvermeidbar, aber nicht viel größer.

 

Schaut man die Ausmaße des Thambars an, wundert man sich, denn  auf den Bildern sieht es ziemlich groß aus. Nach den Abmessungen ist es das aber nicht: Länge bis Bajonettauflage ohne Gegenlichtblende: ca. 90mm, das entspricht in Etwa dem 1:2,8/90mm Elmarit aus den Fünfzigern. Das Thambar ist wegen der höheren Lichtstärke natürlich "dicker": 57mm im Vergleich zu ca. 52 beim Elmarit. Es wiegt rd. 500g - vermutlich unterscheidet sich das heutige Gewicht nicht stark vom ursprünglichen (Bajonett bringt etwas mehr Gewicht, der heutige Lack ist aber vermutlich leichter).  Das Hektor wog mit Sonnenblende und Deckel auch knapp 500g,  das Elmarit ist mit rd. 350g deutlich leichter.

 

Vergleicht man das Thambar allerdings mit den lichtstarken Nachfolgern, wird das Ziel bei der Konstruktion des Thambars deutlich: das 1:2/90mm Summicron wog über 680g, das Summarex gar 800g. Beide sind zwar auch in Schraubfassung erschienen, das Summicron ist aber für die Schraubleica ursprünglich nicht angeboten worden, das Summarex zwar sogar nur mit Schraubfassung , aber wer es jemals ausprobiert hat, weiß dass es für die Schraubleice völlig ungeeignet ist - es ist schlicht viel zu schwer. Man muss berücksichtigen, dass in den Dreissigern, als das Thambar erschien, noch das einfachere Blechgehäuse für die Kameras produziert wurde, das etwas stabilere kam erst mit der IIIc - als das Thambar schon wieder ausrangiert war.

 

Meine These ist daher: es war das Ziel beim Design des Thambars, ein zwar lichtstarkes aber dennoch kompaktes und insbesondere nicht zu schweres Objektiv zu bauen. Das ging nur durch Reduzierung des optischen Aufwands - mit der Folge, die wir heute entweder bewundern oder enschieden ablehnen.

 

Und dann gab es noch eins - fast noch wichtiger als die Größe und das Gewicht: der Preis. Das Hektor war zu seiner Zeit sauteuer: 1938 260- RM. Zum Vergleich: ein 50mm Elmar kostete 77,- RM - also 1 Hektor entsprach ungefähr der "Währung" von 3,4 Elmaren. Das war damals schon zu teuer. Das Thambar kostete 195,- RM -  also rund 2,5 Elmare. (Ein Summar kostete 157,- RM, ein 90mm Elmar 105,-RM). Es gab also anscheinend auch eine Preisvorgabe für das Design: es musste deutlich preiswerter sein als das Hektor - obwohl damals die längeren Brennweiten durchweg teurer waren als die kürzeren.

 

Also: nicht zu groß, nicht schwerer als das Hektor aber vor allem deutlich billiger. Das ging damals nur, indem man bei der Optik sparte.  

 

Meine These ist also: das Thambar war ein Versuch, unter den Beschränkungen der Schraubleica ein hoch lichtarkes 90mm Objektiv herauszubringen, was deutlich weniger kostete als das Hektor. Das konnte damals nicht gelingen und führte zu dem "Marketingtrick" des Weichzeichners. Erst mit der Aufgabe des für große und schwere Linsen ungeeigneten Schraubanschlusses konnten hoch lichtstarke Objektive - wie das Summicron - marktgängig werden (das Sumarex war nie marktgängig).  Und mit dem technischen Fortschritt konnten auch leistungsstarke Objektive im mittleren Preissegment angeboten werden, wie z.B. das Elmarit. 

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Glaubt man den Angaben, die zum alten Thambar verfügbar sind, hat es auch rd. 500g gewogen, so dass ich nicht davon ausgehe, dass die Neuauflage leichter geworden ist. 

 

Richtig ist der Hinweis, dass man - nach dem Krieg - durch den Einsatz anderer Materialien für die Fassung in der Lage war, Gewicht einzusparen (siehe Elmarit). Das galt aber in den Dreissigern noch nicht, und führte nach meiner These zu Restriktionen beim Objektivdesign, um zu schwere Klötze zu vermeiden.

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