Jump to content
carbarazzi

Dias abfotografieren mit der SL ???

Recommended Posts

Hallo, hat schon mal jemand das Thema "Dias abfotografieren" mit der SL probiert? Der Umfang beträgt ca. 2000 mehr oder weniger unsortierte, aber super beschriftete Dias in den damals wohl üblichen Pappschachteln, der grösste Teil aus den 60er Jahren mit ganz viel Kodachrome (schlecht zu Scannen) und vielen verglasten Dias (noch schlechter zu Scannen). Daher die Idee, die Dias selbst abzufotografieren oder - wenn es für die SL (oder M) keine gescheite Lösung gibt - auch den ganzen Packen zu verschicken und das ganze im Auftrag machen zu lassen.

 

Mit den mitgelieferten Softwarepaketen sollte Tethered Shooting etc. direkt auf die Festplatte oder idealerweise direkt in Lightroom ja hoffentlich funktionieren. Aber welche Macroausstattung kann man denn für die SL empfehlen? Vorhanden sind die Varios und das 50er sowie Q, M und M-Objektive wie 21 3.4, 28 Cron, 50 APO, 90 Summarit, m. E. alle nicht ausreichend Macro-tauglich, um ein Kleinbilddia abzubilden. Eine kleine LED Leuchtplatte ist für wenig Geld zu haben und zur Sortierung der Diamassen möglicherweise sowieso eine sinnvolle Ausrüstung. Kummer macht mir die Objektivausstattung. Von Novoflex gibt es einen Balgen, den man möglicherweise montieren kann, man könnte das alte 100er APO Macro R erwerben, alternativ (mit schon vorhandenem Adapter M auf SL) auch mit dem 90er Macro-Elmar + Macroadapter arbeiten, kurz: ich habe keine Ahnung. 

 

Losgelöst von der Preisdiskussion und auch der jetzt schon vorhandenen Erkenntnis, dass es wohl günstiger wird, den Auftrag zu vergeben: wer hat eine Idee, was die sinnvollste Ausstattung für diese Auftragsarbeit für meine Eltern ist - wenn man mit den vorhandenen Kameras arbeiten möchte? Ich habe ja das Gefühl, eine kleine Olympus MFT, Nikon, Canon oder Sony mit einem nativen Macroobjektiv wäre eventuell einfacher...

 

Viele Grüsse
C.

 

 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich habe letzthin eine ähnliche Arbeit mit einer M (Typ 240) durchgeführt. Am Ende habe ich die folgende Ausstattung verwendet:

 

BEOON (Mini-Reprogestell von Leica)

Elmar 1:2.8/50mm

Leica M

FL-Leuchtpult

Distanzhalter (2 Holzstücke) zur Vergrösserung des Abstands zwischen BEOON mit zu fotografierendem Dia und Lichtplatte, damit Kratzer und Staub auf der Lichtplatte nicht mit abgebildet werden.

 

Schwierigkeiten:

 

Mein BEOON scheint etwas krumm zu sein, so dass die Reproduktion nicht exakt die Mitte der Vorlage erfasst. Behebung: ich habe den Masstab etwas verkleinert, so dass der Rand des Diarahmens mit auf's Bild kommt. Das ist mir für meinen Zweck gut genug. Ich habe dafür die Ringe A, B und C verwendet und das Objektiv auf 1m Distanz eingestellt. Damit ist das Problem der abgerundeten Ecken der in Pappe gerahmten Dias auch gleich gelöst.

 

Die Wahl des Objektivs ist offenbar etwas heikel. Das Elmar hat eine effektive Brennweite von 51.8mm und funktioniert am BEOON gut. Das Summarit-M hat eine Brennweite von 50.1mm und kann am BEOON für diese Arbeit nicht verwendet werden, da die Kamera mit dem Objektiv nicht nahe genug zur Vorlage gebracht werden kann.

 

Vorteil:

 

Das Befüllen des Vorlagenträgers und Auslösen dauert pro Dia etwa 10 Sekunden, wenn man nicht besonders schnell arbeitet; das ergibt pro Minute etwa 6 Dias.

 

Das genannte Objektiv ist für den hier beschriebenen Zweck gut genug, da die Dias offenbar mit einem weniger guten Objektiv belichtet worden sind. Jedenfalls ist die Schärfe im gesamten Bildausschnitt hinreichend.

 

Die Belichtungsautomatik (Blendenvorwahl) hat mir gute Dienste geleistet; die meisten Dias wurden so passabel belichtet. Die Ausnahmen können ohne Schwierigkeit im Nachgang wiederholt und korrigiert werden.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Falls Scanner nicht von vornherein ausgeschlossen sind: Ich habe vor Jahren meine etwa 5000 Dias mit einem Epson Perfection 4990 gescannt. Diahalterung auf das Glas gelegt, 12 Dias einlegen und den Rest hat der Scanner gemacht: Staub und Kratzer herausgerechnet, Farben und Kontrast korrigiert. Kodak, Fuji, Agfa, Kodachrome wurden anstandslos verarbeitet. Und es lief nebenher...ab und zu am PC vorbeigehen und nachlegen, lediglich die gerahmten Dias mussten umgerahmt werden.

 

Auftragsarbeiten waren sehr unbefriedigend gelöst worden.

 

Ein neuerer Scanner von Canon für 120 EUR hatte ebenfalls eine Schablone für mehrere Dias. Hier fehlte lediglich die Software zur Erfassung von Kratzern. Wenn man eine gute Qualität haben möchte halte ich die Scannerlösung nach wie vor für die beste.

Edited by Alo Ako

Share this post


Link to post
Share on other sites

so ähnlich habe ich das auch gemacht - zwei Änderungen:

 

1. normales 3Beinstativ, bei dem man die Mittelsäule von unten einstecken kann, Kugelkopf und daran die Nikon D800 mit Nikkor 60/2,8. Abgeblendet auf die förderliche Blende (größte Schärfe)

 

2. Anreißwinkel aus Stahl auf der medizinischen Leuchtplatte (homogene Ausleuchtung mit Tageslicht) mit Gewebeband fixiert und das alles so ausgerichtet, das das Dia das Bild voll ausfüllt und immer in der Eckes des Winkels sitzt.

 

Zwei Personen - einer der die Dias einlegt, eine zweite Person bedient die Steuersoftware

 

Mit der SL würde ich ein Makroobjektiv leihen/kaufen. Entweder von der TL, sofern die SL im APSC-Format für diese Dias genügend Auflösung bringt oder ein R 100er APO Makro mit Elpro. Achtung AF abschalten, WB auf Automatic, Zeitautomatik, Blende auf max Schärfe und los gehts.

 

Vielleicht ist ein Nikkor 60er Makro und APSC-Nikon D5500 z.B. insgesamt sinnvoller. Beides von < 1000€. Und anschliessend ohne großen Verlust wieder verkaufen.

Share this post


Link to post
Share on other sites

..1. normales 3Beinstativ, bei dem man die Mittelsäule von unten einstecken kann,...

Für diesen Aufbau würde ich ein Reprogestell vorziehen. Im übrigen finde ich das von Dir vorgeschlagene Vorgehen auch sehr nützlich.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Auch eine gute Idee......

 

Korrektur meines Beitrags: statt „...die gerahmten Dias mussten umgerahmt werden...“ muss es heissen „...die glasgerahmten Dias mussten auf glaslos umgerahmt werden....“.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Schon mal vielen Dank für die ganzen Rückmeldungen. Ich glaube, ein Scanner ist schon einmal ausgeschlossen, da ich ungern die glasgerahmten und beschrifteten Dias zerstören möchte. Auf der Einkaufsliste stehen jetzt also Leuchtplatte und ggf. ein Reprogestell, falls das mit meinen Stativen zu wackelig ist. Alternativ stöbere ich auf der Seite von Novoflex gerade bei den Balgengeräten, da gibt es das Universalbalgengerät Balpro1   https://www.novoflex.de/de/produkte/makro/balgengeraete/universalbalgengeraet-balpro-1/universalbalgengeraet-balpro-1.html mit Anschlussmöglichkeiten für die SL und nahezu beliebige Objektive. Meint ihr, das 50 APO M taugt als Macroobjektiv, wenn man es an einen Balgen hängt? 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Das 50er APO M ist nicht unbedngt eine gute Empfehlung und müsste zumindest in Retrostellung montiert werden. Setz an den Balgen lieber ein Makro Elmarit R oder ein altes Micro Nikkor oder irgend ein (altes) Vergrößerungsobjektiv an.

Edited by halo

Share this post


Link to post
Share on other sites

Herzlichen Dank an alle, ich war gerade Online-Power-Shoppen....

 

(Art. CASTEL-COP-DIGI) - Diakopiervorsatz

(Art. LETA) - Adapter für Leica T/SL Kamera an NOVOFLEX Universalbajonett A

(Art. CASTBAL-TS90) - Balgenaufsatz CASTBAL T/S Komplettset

 

Damit sollte man ein paar alte Dias sicherlich digitalisieren können - und vielleicht ergibt sich ja mit der Ausrüstung auch noch ein neues Hobby im Macrobereich... Ich werde berichten, sobald ich die ersten vorzeigbaren Ergebnisse habe.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Das neue Hobby Makrofotografie benötigst Du unbedingt! Für ein paar alte Dias hättest Du sonst einfach sehr vel investiert. Damit hättest Du auch nach erstklassigen Dienstleistern Ausschau halten können. Denn jetzt kommt ja noch eine definierte Beleuchtung (Blitz?) hinzu und das Einfuchsen in die Software, um auch bei unterschiedlichen Filmen brauchbare Ergebnisse zu erzielen.

 

Viel Erfolg!

Share this post


Link to post
Share on other sites

Stimmt, wirtschaftlich betrachtet ist das natürlich totaler Unfug, insbesondere wenn ich anfange, mir noch einen imaginären Stundenlohn für die Arbeit zu berechnen. Aber eine Hobbyerweiterung für nur ein paar hundert Euro Aufpreis gegenüber der externen Bearbeitung von 2000 Dias ist doch schon mal nicht schlecht, und ich habe auch schon mal für grösseren Quatsch Geld ausgegeben :-) 

Und die restliche Hardware? Blitze und Stativ sind vorhanden, ein Leuchtpult brauche ich sowieso und Lightroom dreht sich auch schon auf der Festplatte.....

Edited by carbarazzi

Share this post


Link to post
Share on other sites

Das steht und fällt alles mit einer sehr guten Leuchtplatte.

 

BTW: iPad oder iPhone haben eine brauchbare homogene Fläche mit einer Lichtquelle, die keine Farben im Weiss auslässt. Der Rest macht der AWB der Kamera zu 99% richtig.

 

Also iPhone (oder anderes Smartphone) an Tisch fixieren! Makro auf die Kamera, Selbige aufs Stativ - und los geht‘s.

 

Wenn das nicht zufriedenstellend ist, kann man natürlich das große Besteck kaufen, oder genau den Schwachpunkt auswechseln.

Edited by hverheyen

Share this post


Link to post
Share on other sites

Gerade beim Handy oder Tablet kann die Rasterung des Display stören, weil man mit ziemlicher geschlossener Blende arbeitet. Sollte eine solche Störung wirklich auftreten: den Abstand vom Dia zur Leuchtplatte vergrössern.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ein gebrauchtes Just Normlicht gibt es von 40 - 100€. Da braucht es keine Verrenkungen mit Smartphone-Displays. Tut schom beim Sortieren der
Dias gute Dienste.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Schon mal über die Verwendung eines dafür speziell konzipierten Diascanners nachgedacht? Der scannt die Dias inkl. Magazin und kostet nur einen Bruchteil einer Kamera + Objektiv.

Edited by happymac

Share this post


Link to post
Share on other sites

Schon mal vielen Dank für die ganzen Rückmeldungen. Ich glaube, ein Scanner ist schon einmal ausgeschlossen, da ich ungern die glasgerahmten und beschrifteten Dias zerstören möchte...

 

Warum soll das Glas vor den Dias beim Abfotografieren kein Problem sein?

 

Wenn es keine Schwierigkeiten mit Englisch gibt, lohnt sich vielleicht ein Blick ins internationale Forum. Es gibt da inzwischen eine ganze Reihe von Threads zum Thema Abfotografieren von Dias rund um das Stichwort BEOON.

 

Als geeignetes Objektiv wird dort das Focotar II empfohlen. (Ich befürchte aber, dass nach dem Wirbel, der dort entstanden ist, die Preise für ein BEOON und das Focotar II bald drastisch steigen werden)

 

Die Novoflex-Lösung habe ich mir mal angeschaut. Ich traue ihr nicht wirklich bei der Planlage des Kopiervorsatzes, mag mich aber täuschen. Außerdem ist der Aufwand, der für ein senkrechtes Abfotografieren auf einer Leuchtplatte ohne dafür geeignetes Reprostativ getrieben werden muss, nicht zu unterschätzen.

 

Nachtrag: Eine adäquate und insbesondere standesgemäße Lösung für die exakte Ausrichtung gibt es übrigens hier: https://www.meister-camera.com/de/gebraucht/7796/leica-floth-für-hektor

 

Man beachte auch das dazugehörige Reise-Reproduktionsgestell „Stare“.

Edited by UliWer

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now

  • Recently Browsing   0 members

    No registered users viewing this page.

×