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Bericht zum 6. Leica Fotografentreff Berlin vom 3.12. 2015 - Emotionen

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Liebe LFB Freunde,

 

unser 5.Treffen hat anscheinend eine so große Begeisterung ausgelöst, so daß sich am Donnerstag  Abend 22 "Leicanier",

 

zu einem der emotionalsten Abenden trafen, die wir seit langem erleben durften.
 

 

Es freut uns besonders das Bärbel wieder teilgenommen hat und diesmal nicht der einzige weibliche Gast war. Überrascht wurden wir von Antje,

 

die sich zu uns gesellt hat, eine Berliner Fotokünstlerin, die wir hoffentlich, künftig, öfters begrüßen dürfen.


Mir war es klar das es nicht einfach sein würde mit dem Programm, die Erwartungen des 5. Treffens zu erfüllen.

 

Um so überraschter war ich, das wir das noch toppen konnten, allerdings auf eine ungeahnte, emotionelle Art und Weise.
 

 

 

Unsere Programmpunkte waren:

- Fotoreportage " Spuren suche" : Berthold

- Fotokunst Präsentation : Überraschungsgast Yüksel Hayrili

- Bildervortrag 10 Jahre Digitalfotografie ein Rückblick: Kladdi

- Hardware Vorstellung (es muss nicht die SL sein) : Bodo

 

 


Über pünktlich fanden sich fast alle ein, sodaß der Abend mit guter Stimmung und intensiven Gesprächen begann.

Bewusst haben wir in Anlehnung an Jose's damaligen Vortrag, der heutigen, politischen Situation und der Jahreszeit, Bertholds Thema gewählt:


Er begann mit seinem angekündigten Vortrag "Spuren suche".

So recht konnte sich erst niemand vorstellen was gemeint war und um so bewegender war es, als er sein Thema präzisierte:                    SA Gefängnis Papestraße !

 

Das SA-Gefängnis befand sich von März bis Dezember 1933 im Keller des Gebäudes der Eisenbahnkaserne in Tempelhof. Es war eine Einrichtung der SA-Feldpolizei.

 

In dem Gefängnis wurden in diesen 9 Monaten etwa 2.000 Menschen inhaftiert, von denen heute 500 namentlich bekannt sind. Etwa 30 von ihnen starben durch Misshandlungen bzw. deren Folgen!

Unterstützt durch seine sehr bewegenden Aufnahmen, erzählte Berthold mit respekt und in der gebotenen Rücksicht, aber auch mit der notwendigen Deutlichkeit,

 

seinen Eindruck von dem was er  sah und heute empfand. Zu recht schilderte Berthold sehr plastisch, die unvorstellbaren, grauenhaften Taten und Foltermethoden

 

der SA . Was sich dort an Abartigkeiten abspielte und zu welchen Mitteln gegriffen wurde, entbehrt jeglicher menschlicher Vorstellungskraft. 

 

Abgründe taten sich auf, als wir uns vorstellten, zu was Menschen fähig sind und wie unscheinbar alles begann.

 

Aufmerksam, berührt und emotionell getroffen, folgten wir alle gespannt seinen Ausführungen. Es passte alles in die jetzige besinnliche Zeit und es sollte uns allen daran erinnern,

 

das wir heute mit der Flüchtlingssituation besonnen umgehen müssen.

 



Heime die Brennen, Menschen die misshandelt werden, möchten wir nicht mehr erleben!

 


Um so mahnender war Bertholds Schlusswort, das ich bitte allen ans Herz legen möchte:



Wehret den Anfängen!
 

 

Berhold, Danke für den berührendsden Foto - und Fachvortrag den wir je erleben durften.

 


So nun war erst ein mal Pause angesagt, in der sich nicht nur die Raucher draußen trafen um etwas Luft zu schnappen.

 


Danke Bodo das Du uns mit Leica SL und dem 24 - 90 mm Zoom überrascht hast, die eifrig von jedem begutachtet und ausprobiert wurde.

 

Wir überbrückten damit die Zeit bis unser Abendessen serviert wurde und wir gemeinsam die gute Küche des Berliner Hofes genießen konnten.

 

Das Essen und der Service waren wieder hervorragend, so daß wir wohl auf lange Zeit dem Berliner Hof treu bleiben werden - Danke.

 


Nach einer weiteren kurzen Pause stand nun Yüksel's Vortrag auf dem Programm. Yüksel ist ein Berliner, professioneller Fotograf, dem ich völlige Freiheit seiner Präsentation eingeräumt hatte.

 


Er begann mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen Mesopotamiens, unweit der Syrischen Grenze. Von Mardin aus erstreckt sich bis zur Syrischen Grenze eine 80 km tiefe Landschaft,

 

die zu den fruchtbarsten Regionen der Türkei gehört. Jahrhunderte lang lebten dort Muslime und Christen einvernehmlich miteinander, was auch durch zahlreiche Kirchen bewiesen ist.

 

Erst in der jüngsten Vergangenheit werden die Christen ausgegrenzt und es kommt zu Reibereien. Wir bekamen einen Eindruck Jahrhunderte alter Bauten,

 

angefangen von landes typischen Wohngebäuden, über Kirchen, bis hin zu den Moscheen die durch ihre Schlichtheit wirken.
 

 

Es folgte nun die Präsentation seiner Portrait Aufnahmen. Hier zeigte Yüksel die gesamte Bandbreite seines fotografischen Könnens.

 

Er bevorzugt B&W Aufnahmen im Gespräch mit dem zu porträtierenden, kein Posing, ohne Blitz, nutzt das vorhandene natürliche Licht in Räumen, allenfalls unterstützt,

 

durch eine Steh oder Tischlampe. Er berichtete und zeigte uns  seine spezifischen Entwicklungstechniken, wo besonders eine Wischtechnik des frischen Druckes beeindruckte.

 

Seine Interpretation der Aufnahmesituationen und der beabsichtigten Wirkungen durch Licht und Schatten, verdeutlichten sein überaus intensives Einfühlungsvermögen in den Moment.
 

 

Aber Yüksel beherrscht auch die Werbe und Studiofotografie. Hier durften wir einige hoch professionelle Aufnahmen bewundern, die in div. Hochglanzmagazinen wieder zu finden sind.
 

 

Danke Yüksel das Du uns einen Einblick in deine Arbeiten gewährt hast und wir würden uns freuen, wenn Du auch in Zukunft als neuer "LFB'ler" teilnehmen würdest.
 

 

Nicht das der Eindruck entsteht, das wir ständig Pausen machen, aber jetzt war wieder eine Unterbrechung notwendig.
 

 

Die SL kreiste immer noch, Raucher trafen sich draussen, im Vortragsraum wurde weiter angeregt diskutiert.

 

Martin, Antje, Jose und Yüksel tauschten Erfahrungen aus, wartend auf den letzten Programmpunkt : Bildvortrag 10 Jahre Digitalfotografie ein Rückblick


Kladdi begann mit einer Aufzählung seiner damaligen Hardware. Und als könnte es nicht besser passen - er begann mit einer Leica Digilux 2,

 

deren Bildgebung nicht nur seiner Ansicht nach, heute immer noch heraus sticht.


Das erste von ihm gezeigte Bild, 3 AfrikanerInnen, wurde mit der Nachfolgerin der Digilux 3 aufgenommen, deren Qualität den heutigen Kameras in nichts nachsteht.

 

Aktuell hat er sich einer M verschrieben, die ihm sehr viel Spass macht.

 

Nun zeigte er u.a. eine romantische Landschaftsaufnahme seiner Frau Bärbel. Hier zeigte sie ihr Können, ein interessanter Wettbewerb im Hause von Bärbel und Kladdi.


Eine weitere Landschaftsaufnahme von Kladdi folgte,  wie sich herausstellte eine Rehaklinik, wunderbar gelegen auf einer Anhöhe, im Vordergrund ein See gesäumt von

 

üppigen Sträuchern und Bäumen. Wir merkten alle - ein besonderer Moment! Kladdi berichtete von seinem Aufenthalt dort, wo er Gott sei Dank eine schwere Krankheit überstanden hat.

 

Nach nun mehr 2 Jahren des Bangen und der Hoffnung geht es ihm wieder sehr gut - Kladdi für den Zukunft im Namen aller,  wünschen wir Dir, das es so bleibt.

 


Alle Vorträge wurde mit großer Anerkennung und starkem Applaus gewürdigt. Die gesamte Stimmung war sehr gut, fast ausgelassen, aber auch sehr respektvoll,

 

in Anbetracht dessen was wir an diesen Abend erleben durften.

 


Hartmut warb noch für zwei Veranstaltungen, auf die ich jetzt nicht näher eingehe, wie ihr sicherlich verstehen werdet und die wir zu einem anderen Zeitpunkt bewerben werden.

 


Bis spät in den Abend saßen wir zusammen diskutierten angeregt das Gesehene, die überragende Qualität der SL und es wurden neue Kontakte geschlossen und Verabredungen getroffen.


Wir, Cord und ich, danken den Referenten und  allen Teilnehmern für diesen außergewöhnlichen Abend und versprechen, das wir uns bemühen werden,

 

das Erreichte zu halten und aus zu bauen. In diesen Zusammenhang hier der Link zum nächsten, 7. LFB Treffen in Berlin, zu dem wir Euch alle sehr herzlich einladen

 

und an dem wie immer, auch Berlin - Besucher, herzlichst eingeladen sind:

http://www.l-camera-forum.com/topic/254309-7-leica-fotografentreffen-am-26022016-ab-1830-uhr/

 


Wir wünschen allen Lesern ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und vor allem ein gesundes neues Jahr 2016!

Liebe Grüße Klaus und Cord
 

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    • By macrobernd
      Liebe Leica StammtischlerInnen,
      nach zweimaliger Pause wollten Artur und ich das April-Treffen organisieren. Leider entwickeln sich die Ereignisse rund um die Covid-19 Epidemie so schnell, dass wir das April-Treffen absagen müssen.
      Es ist sinnvoll möglichst viele soziale Kontakte in den nächsten Wochen zu vermeiden. Wir können dadurch zwar nicht verhindern, dass sich Menschen mit dem Coronavirus anstecken, aber wir können den Zeitraum, in dem das passiert, ausdehnen. Dadurch entlasten wir unser Gesundheitssystem und geben all denen, die an den Folgen einer Ansteckung leiden, die Möglichkeit bestmöglich versorgt zu werden.
      Wenn uns dies gelingt, bin ich der festen Überzeugung, werden wir die Epidemie in drei Monaten überstanden haben. Wir werden uns dann bei hoffentlich schönen Wetter am 11. Juli in einem Münchner Biergarten treffen können. Bis dahin drücke ich euch die Daumen.
      Bleibt gesund! 
      Artur und Bernd
       
      P.S.: Für interessierte, die wissen möchten, warum die aktuellen drastischen Maßnahmen notwendig sind:
      Hervorragend erklärt, aber auf Englisch: https://www.washingtonpost.com/graphics/2020/world/corona-simulator/ Oder ähnlich aus der SZ: https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/coronavirus-die-wucht-der-grossen-zahl-e575082/
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