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Deine erste Leica? Erzähl mal...


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Na, dann bin ich wohl einer der ganz früh verdorbenen:D

 

1971, in der schulischen Photo-AG aktives Mitglied seit 4 Jahren, erst mit Agfa Iso-Rapid C, dann mit Edixaflex und Isco 2,8/50mm (gebraucht für 218,- DM an Geburtstags/Weihnachts- und sonstigen Zuwendungen erworben bei Foto Mengede in Mülheim a.d. Ruhr) zeigte mir, damals 17Jahre alt, mein Technologie-Lehrer nicht nur seine frisch erworbene Leica M5, sondern auch, wie man die Bilder mittels Focomat Ic auf das 24x30 und 30x40 Papier bringt (mit echtem Hochglanz, nix PE!)- und weil ich da auch gleich den Unterschied zwischen Summicron und Isconar zu sehen bekam ... naja, für eine Leica reichte es natürlich vorn und hinten nicht, woher auch.

 

Also wurde nach fleißiger Ferienarbeit bei Foto Ohle in Lemgo (wir waren im Jahr vorher umgezogen) ein nagelneuer Ladenhüter erworben: Retina-Reflex IV mit Xenon 1,9/50mm und 4/85mm Tele-Arton. Der technische Fortschritt war ganz gut sichtbar, aber die begrenzte Ausbaufähigkeit auch, wenn ich mal wieder den neuesten Zuwachs bei Lehrers Leica-Ausrüstung und die resultierenden (Sport-) Aufnahmen zu sehen bekam.

 

Aber dann trat sie in mein Leben: blaue Augen, schwarzes Leder, ich konnte den Blick nicht von ihr wenden

.

 

Der Besitzer einer ländlichen Photodrogerie - Dobritzsch, der Laden existiert schon lange nicht mehr - brachte mich mit einem Studenten der Bielefelder Werkkunstschule zusammen und der wiederum zeigte mir, was man mit einer Rolleiflex so alles machen konnte. Zwar keine Viecher im Zoo und auch für Nahaufnahmen nicht erste Wahl erzog mich diese Kamera aber wie keine andere in späteren Jahren mehr zum Bilder machen, vor Allem Bilder von Menschen. Kurz, eine Rollei musste her und so wanderten die ersten Gehaltszahlungen nahezu abzugsfrei zu Herrn Petri nach Detmold:1320,- DM für die 2,8F und 100,- DM für Tasche und Riemen. Die ersten 3 Filme (AGFA CT18, weiß ich noch als wenn es gestern gewesen wäre) gabs als Dreingabe und als mir kurz drauf günstig eine Tele-Rollei angeboten wurde ..... und dann noch eine ziemlich abgegrabbelte aber funktionsfähige Weitwinkel (in Münster, garnicht günstig) ... Ich ärgere mich heute noch, dass ich die Ausrüstung ein paar Jahre später abgegeben habe, aber man macht Dummheiten im Leben.

 

Gänzlich unbeeindruckt von der Rollei-Liebe saß aber der Leica-Stachel. Jedesmal, wenn ich meinen nunmehr ehemaligen Lehrer besuchte, tat er wieder weh und so kam wie es kommen musste: im Herbst 1974 sah ich bei Photo Scheel im Hamburg auf der Mönckebergstraße eine M4 Schwarzlack mit einer winzigen Macke in der Lackierung der Deckkappe zu einem außergewöhnlich guten Preis liegen. 1100,-DM waren nun auch nicht gerade wenig, aber da der Händler zum Abdecken der Lackmacke noch einen passenden Leicameter bereithielt (nein, nicht umsonst), wurde sie dann doch meine.

 

Wie es weiterging? Mein Mentor lieh mir erst einmal ein 35er Summicron bevor ich mir im Jahr darauf 35 und 90mm Summicron kaufen konnte (damals waren gute Drucker noch nicht für jeden zugänglich und auch an das richtige Papier war nicht zu kommen:D). Aus dem Mentor wurde im Laufe der Jahre ein Freund und bei unseren Treffen hat die Leica wohl immer irgendeine Rolle gespielt. Leider ist er vor 5 Jahren gestorben. Seine M5 von damals liegt bei mir und ab und zu bekommt sie auch noch Arbeit. Dank Herrn Reinhard läuft sie, als wäre sie erst in der vorigen Woche von ihm erworben worden.

 

Bisschen viel Roman, aber mir sind wieder so viele Einzelheiten eingefallen ...

 

Wolfgang

Edited by wpo
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Meine Frau und ich, wir haben uns sehr lange vergebens ein Kind gewünscht. Kurz vor "Toreschluss" hat es dann doch geklappt und ich habe kurz vor der anstehenden Geburt die hormonell-emotionale Situation meiner Frau schamlos ausgenutzt und ihr glaubhaft (natürlich hat sie mir kein Wort geglaubt, ich glaubte aber, sie würde mir glauben) versichert, Babies und Kinder könne man viel besser mit einer kleinen unauffälligen Kamera wie der M9 fotografieren. Vor der Nikon D3 würde sich ganz sicher unser

Ich hatte ja mal selbst versucht einen solchen Faden wie hier anzustossen..... leider ohne richtigen Erfolg. Hoffentlich läuft der jetzt besser:) - Ich kam 1979 zu meiner ersten Leica. Ich war zu dieser Zeit im 2. Semester des Lette-Vereins und hatte zwei Freunde, von denen der eine kurz darauf nach Essen auf die Folkwang und er andere nach Dortmund wechselte. Beide waren nur mit der M2 und einem 35er Summilux unterwegs, während ich noch eine recht umfangreiche Canon FD Ausrüstung benutzte.

Ende der 70er Jahre arbeitete ich nebenbei in einem Fotogeschäft im Ruhrgebiet. Eines schönes Tages kam eine elegante ältere Dame in dieses Geschäft und zu mir und fragte, ob "wir" auch eine alte Kameraausrüstung von ihrem verstorbenen Mann ankaufen würden. Ich bejahte dieses und durfte eine alte braune Fototasche mit Patina öffnen. Ich hielt wohl augenblicklich die Luft an und in meinen Augen muss ein verräterischer Glanz gelegen habe. (Eine ganz schlechte und falsche Reaktion, wenn man etwas

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Das erinnert mich aber sofort an die versch. Fotoblättchen der 60er Jahre..... Mit den Leserfotos und der privaten Geschichte dazu. "Unser Leser, Herr Dr. Seife mit seiner Gattin anäßlich einer Pause auf dem Weg über den St. Gotthard.... die Leica III g immer dabei......und der agfa CT 18 natürlich. "

Piefkiger ging es gar nicht.

 

" Um den Nachwuchs ist es uns nicht bange... der kleine Rolf mit der Kamera seines Grovaters hat keine Angst vor großen Pferden" usw. usw.

 

Nein danke, sage ich da.... auch wenn mir die hier erzählten Geschichten .... und ich mag alte Geschichten sehr.... sehr gut gefallen. Aber ich finde, so ein Beitrag in diesem Forum ist etwas ganz Anderes als eine Veröffentlichung in einer Fotozeitschrift. Da wären sie zu persönlich.... was hier für uns gerade das schöne ist. Man "kennt" sich doch über die Jahre und hunderte von Beiträgen etwas..

 

Ach, Gerd, ich denke dass das eher davon abhängt, wie man sowas anfängt. Nicht das ich mich selbst jetzt darunter einordnen will, aber in den 60er und 70er Jahren gab es mal in der Leicafotografie eine Rubrik "Meister der Leica" . Dort wurden auch Werdegänge dargestellt und ich meine die ganz gerne gelesen zu haben. Kommt vielleicht auch auf den Schreiber an oder auf den der die Texte redigiert.

 

Freundliche Grüße zum Sonntag

 

Wolfgang

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In Khe gibt es noch einen guten Händler mit grossem Angebot für Berufsfotografen. Der verkauft alles ausser Leica.

 

Seinerzeit gab es noch einen in der Weststadt, Foto Ritter wenn ich mich nicht irre und einen in der Akademiestrasse, der Name ist mir entfallen. Die waren eigentlich auch nicht schlecht. Die besten Geschäfte habe ich aber mit Foto Rosenthal in der Erbprinzenstrasse gemacht. Die hatten auch ein schnelles und gutes Labor. War eine schöne Zeit.

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Seinerzeit gab es noch einen in der Weststadt, Foto Ritter wenn ich mich nicht irre und einen in der Akademiestrasse, der Name ist mir entfallen. Die waren eigentlich auch nicht schlecht. Die besten Geschäfte habe ich aber mit Foto Rosenthal in der Erbprinzenstrasse gemacht. Die hatten auch ein schnelles und gutes Labor. War eine schöne Zeit.

 

Die Geschäfte kenne ich auch alle noch. Davon existiert keines mehr. Es gab dann noch einen Händler der vom Verkauf von Leicas und Fotoarbeiten existieren wollte. Er hat mir auch die R8 schmackhaft gemacht.

Nach Geschäftsaufgabe soll er auf einer Schweizer Alm Kühe gehütet haben.

 

Gruss Dieter

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Bild Vorträge von Fritz Sitte und Hans Karl Gsellmann mit Leicavision das waren meine Fotografen die mit Leicas den Hauch von Abenteuer ins Heimische Tristess zauberten. Leica die Marke für Abenteurer und Weltendecker.

Mein Vater hatte auch eine Leica aus den Fünfzigern die er in den 70igern gegen eine Neue Nikormat Spiegelreflex tauschte und mich gleich mit Nikon Infizierte bis Heute .

Leica und Leitz in unserer Fotogruppe war einen Garant für Zuverlässigkeit und Spitzen Scharfe Bilder bei der Fotoausarbeitung. Leitz Pradovit Diaprojektor Fabriksneu mit allen Raffinessen hat mein Vater noch vor einigen Jahren gekauft und durch nichtgebrauch an mich weitergereicht. Ein Erlebnis mit AHA Effekt hatte ich in meiner Jugend. Ein Befreundeter Fotohändler präsentierte uns seine Private Leica Sammlung die war damals schon ein Vermögen wert. Solche Eindrücke prägen einen fürs ganze Leben.

Heute besitze ich eine Leica V LUX 1 als Zweitkamera. Praktische Gerät sehr Handlich und man muss nicht den ganzen Krempl an Ausrüstung beim Wandern und Radfahren mitschleppen. Die Historische Entwicklung von Leica bis zur Gegenwart ist für mich als Hobbyhistoriker eine Spannende Geschichte die es so nicht Zweimal gibt.

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Meine erste und einzige Leica ist eine M 2 mit Summicron 35 und Elmar 90, 1964 gekauft und immer noch in meinem Besitz, aber nicht mehr in Benutzung.

 

Schade eigentlich (das mit der Nichtbenutzung). Und da stellt sich mir außerdem die Frage, welches 90er Elmar das ist …

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Meine erste Leica war einen M3 mit 2.8 Optik hat 11000 Schillinge gebraucht gekostet, das war 1985. Ich habe mit der Kamera nicht viel fotografiert und sie dann für eine Canon EOS 5 eingetauscht. 1992 folgte eine gebrauchte neue M6 die unbenutzt war, mit eine 50/2,0 Optik und einem 35 mm Objektiv. Verwendet habe ich die Kamera ebenfalls recht selten da die Ausbeute eher dürftig war, ich war ja die modernen Autofokus Kameras gewohnt, ich habe die Kamera dann zugunsten eines Motorrad für meine Frau verkauft. Meine dritte M Leica war wieder eine M3, in Ebay als deffekt gekauft. Kaputt war nichts nur der Selbstauslöser ist nicht zurückgelaufen daher hat der Auslöser nicht funktioniert, kostenpunkt 160€. Die Leica habe ich noch immer. Leider kann ich mich nicht durchringen die Kamera zu verwenden und mittlerweile laufen auch die langen Zeiten nicht mehr. Als Nebenprodukt ist mir auch noch einen R5 in die Hände gefallen, liegt ebenfalls im Kasten neben der M3. Aber es wird auch heuer einen Sommer geben und dann.....

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ich bin eher Späteinsteiger bei Leica, aber immerhin noch vor dem 50. .... erste Berührungen mit der Fotografie hatte ich in der siebten Klasse in der Foto- AG meiner Schule, es war eine Gesamtschule mit Ganztagsunterricht und viele Freistunden habe ich in der schuleigenen Dunkelkammer verbracht...später hatte ich dann im Haus meiner Eltern meine eigene Dunkelkammer....die erste Kamera war eine Exakta, später über Konica dann zu Nikon gewechselt, sowohl analog als auch digital....nach der Schule bin ich am Lette-Verein gelandet, aber nicht in der Fotoabteilung, war mehr eine technische Ausbildung, bei der aber immerhin am Mikroskop fotografiert wurde und zur Dokumentation auch ohne Mikroskop an einer Plaubel Peco Junior mit 9x12cm Negativen....Die Leica ist dann 2013 zu mir gekommen, weil mir, wie so vielen, das Nikon-Gerödel zu schwer wurde....eine M-E .... das hat von Anfang an so gut funktioniert, dass ich mittlerweile alles von Nikon verkauft habe....ganz spontan ist dann in der letzten Woche noch die Großmutter der M-E in Form einer M4 bei mir eingezogen, nur knapp jünger als ich....der erste Film ist noch drin und ein Scanner fehlt auch noch....

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meine erste Leica IIIf mit Elmar 3,5/50 kaufte ich 1953 für DM 750,-- mit 21 Jahren von einem Monatsgehalt von knapp DM 200,-- . Da ich auf den fälligen ersten Sonntagsanzug verzichtete, standen mir als Anzahlung 250,-- zur Verfügung. Wie es weiterging war nicht gefragt!.

 

Da fällt mir heute noch etwas dazu ein: Bevor ich die Leica kaufte kannte ich den Photo-Porst-Katalog mit allen Einzelpreisen der verschiedensten Kameras auswendig

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...ganz spontan ist dann in der letzten Woche noch die Großmutter der M-E in Form einer M4 bei mir eingezogen, nur knapp jünger als ich....der erste Film ist noch drin und ein Scanner fehlt auch noch....

 

Geht auch ohne Scanner: M-E + BEOON (ist durchaus zu bekommen und bezahlbar). Funktioniert in Verbindung mit einer Tageslicht-Leuchtplatte und einem 50er Vergrößerungsobjektiv (oder einem anderen 50er) ganz gut; bei Farbnegativen ist es mit der Software etwas schwierig …

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Es war 1975. Ort des Geschehens: Berlin Flughafen Tempelhof. Meine erste Leica war nicht meine eigene erste Leica. Sie gehörte dem Flughafen-Fotografen (dessen Namen ich leider nicht mehr weiss). Er fotografierte auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof ankommende Fluggäste und offerierte ihnen für 20 Mark, welche im Voraus bezahlt werden mussten, das Schwarz-Weiss-Foto zuzuschicken. Sein Geschäft funktionierte. Er verfügte über eine grosse Entwicklungs- und Printmaschine. Und ich wurde für eine Weile sein Assistent. Und knipste und knipste. Höchst selten beschwerte sich jemand, ungefragt fotografiert zu werden. Für die meisten war es eine Ehre, wie eine VIP vom Fotografen persönlich empfangen und abgelichtet zu werden.

 

Die Leica - es war wohl eine M4 - durfte ich auch in der Freizeit gebrauchen. Meine Retina IIIc blieb im Schrank liegen. Als ich den Job auf- und die Leica abgab, reichte mein Geld nicht für den Erwerb einer eigenen Leica. Aber für eine Practica (KB-Spiegelreflex-Kamera aus der DDR), die in Ost-Berlin damals für wenig West-Mark erhältlich war.

 

Bilder aus dieser Zeit kann ich keine zeigen, da ich keine habe. Sollte jemand wissen, wie der Flughafen-Fotograf heisst (oder hiess), würde ich mich über eine Nachricht freuen.

Edited by Overland
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Hi folks,

 

ich bin neu hier und möchte mich vorstellen.

 

Meine erste Begegnung mit Fotografieren hatte ich im Alter von etwa zehn Jahren.

Auf einem Schulausflug hatte ich eine (damals schon alte) MF-Kamera (4,5 x 6 cm)dabei. Und einen s/w-Film. Farbfilme gab's zwar schon, waren aber sündhaft teuer.

Nach Einlegen des Films stand ich vor dem ersten Problem. Auf der Rückseite ist ein Schieber angebracht, der zwei Fenster bedeckt. Hier erscheinen die auf dem Papier des Rollfilms aufgedruckten Bildnummern. Musste jetzt die Nummer erst im ersten und dann im zweiten Fenster erscheinen oder nur einmal? Also fragte ich unseren Lehrer, der wusste es aber nicht. Und so hatte ich am Ende der Schulfahrt acht statt sechzehn Bilder. (Schade eigentlich, aber besser als doppelt belichtet.) Und die waren mir für den ersten Versuch ganz gut gelungen.

Im Alter von fünfzehn habe ich mir eine einfache DuKa-Einrichtung zugelegt und eine Zeitlang meine Filme und Bilder selbst entwickelt. Aus Kostengründen nur mit Kontaktrahmen, was nicht wirklich befriedigte.

Später habe ich mir dann eine KB-Kamera zugelegt und bin auf Dias umgestiegen.

Es war eine Braun mit Wechseloptik; mit Gewinde.

Eine Leica war schon lange mein Traum den ich in den 80er Jahren verwirklichte.

Die M6 (perfekt! sie hat alles was man zum Fotografieren braucht) kam auf den Markt und sie hatte anfangs erhebliche Lieferzeiten; alle Händler die ich ansprach konnten mir nur einen Eintrag in ihre Warteliste anbieten.

Der Tag an dem ich sie das erste mal in Händen hielt und damit fotografierte war bei einem Leica-Fachkurs in Wetzlar.

Dann kam der ersehnte Anruf aus Hamburg und ich habe mich auf mein Motorrad gesetzt und bin vierhundert Kilometer gefahren um sie abzuholen.

Falls Interesse besteht, werde ich die Erzählung fortsetzen.

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Als Schüler kratzte ich all mein Geld zusammen für eine Yashica-Spiegelreflex. Aufgrund der Systemkompatibilität wurde da nach Studienbeginn eine Contax SLR draus. Ich zog mir die ganze Sucht rein: marschierte die ganze Gehäuselinie von der 137 MA bis zu zwei Stück RTS III durch. Zoom ging gar nicht, man war ja fanatischer Qualitätsfan, also Festbrennweiten, lichtstarke, alles, was Zeiss so zu bieten hatte, dem dynamischen Gebrauchtmarkt sei Dank.

 

Als Zeissianer war ich natürlich davon überzeugt, dass Leitz nur teuer war und sonst nicht viel taugte.

 

Die Materialsucht ("nur was viel wiegt ist auch robust und daher gut!") führt zur ersten Leistenzerrung, die überschwere Fotoausrüstung kann beim ersten Saharaurlaub mit dem eigenen Fahrzeug nicht mehr griffbereit aufbewahrt werden, weil sie im Falle eines Überschlags "Tod und Verderben" im Wageninnern verbreiten würde. Bei jedem Fotostopp muss die Tasche also mühevoll rausgekramt und wieder verstaut werden.

 

Fotografieren macht keinen Spaß mehr. Ich beginne von einer handlichen Systemkamera zu träumen, die in einer kleinen Tasche im Beifahrerfußraum stets griff- und einsatzbereit mitfährt.

 

Der Direktor unserer Fakultätsbibliothek ist (war, leider) ein großer Leica-Sammler. Er drückt mir eines Tages eine M6 mit einem 50er in die Hand. "Probieren's mal!" Das war 2003. In allen Foren hieß es damals: "Uiuiui, Messsucher ist zickig! Belichtung ist zickig! Nur mit Schwarzweiß, nix für Dia!" Ich fotografierte nur Dias, kam auf Anhieb perfekt damit zurecht. Gewohnt an Motor, Automatik, allen Schnickschnack, fühlte sich die M6 an wie eine Verlängerung von Hand und Auge.

 

Einen Monat später kaufte ich - überteuert - eine gebrauchte M6 Classic mit 50er Summicron IV. Der erste Urlaub damit war eine Neuentdeckung: Fotografie muss nicht stressig sein! Das war 2004. Seither ist die M6 bei mir und ich hier im Forum (bzw. im Vorgänger). Zwar habe ich mich nach langem Widerstand 2013 dann doch dem digitalen Sektor angeschlossen (M9-P), aber die Freude ist geblieben - wenn ich auch immer noch gegen plötzliches Aufkeimen der alten Materialsucht ankämpfen muss.

 

Marcus

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Meine erste Photokamera (schrieb man damals noch so) war eine Agfa Isola I, mit Rollfilm (noch vorhanden). Damals im zarten Alter von 15 Jahren machte ich mit dieser Kamera, meinem Bruder und zwei Fahrrädern mich auf von Düsseldorf nach Nordschottland und im nächsten Jahr über die Alpen nach Venedig. Eine tolle Zeit, leider sind die Fotos mittlerweile verschwunden oder nur noch als sw Negative vorhanden.

Danach bekam ich von Vater eine Kodak Retina (Baujahr bis 1936). Ist heute noch im Bestand, aber mehr zu Sammlerzwecken, obwohl sie durchaus gut erhalten ist und perfekt funktioniert. Danach kam, ebenfalls von Vater, eine Kodak Retina Reflex mit Wechselobjektiven von Schneider-Kreuznach, Brennweiten 50 mm, 80 mm,35 mm. Da glaubte man sich sehr weit vorne.

Als Student stieg ich dann in die Minolta Reihe ein, SRT 303, Dynax zuerst analog dann digital.

Jetzt bin ich seit zwei Wochen zur Leica M gewechselt, mit den Objektiven 50 mm, 135 mm, 21 mm. Warum? Ein wenig hat das natürlich etwas mit dem Ruf dieser Marke zu tun (Besitzerstolz), außerdem störte es mich, daß man sich mit den Vollautomaten keine Gedanken mehr machte nach dem Motto, knipste einfach ein paar mal mehr, eines wird sich schon bearbeiten lassen.

Nun geht es nach Ostern nach Holland zu den Tulpenfeldern oder was davon noch übrig geblieben ist. Bin gespannt auf meine Ergebnisse.

 

Euch Allen immer Gut Licht.

Wolfgang

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Heute besitze ich eine Leica V LUX 1 als Zweitkamera.

:D

Möchte ich Aktualisieren :

 

Definitiv bin ich ab Heute Besitzer einer Nagelneuen Leica V- Lux 3.

Habe die alte V-Lux 1 zurückgegeben . Mann gönnt sich ja sonst nichts. War ein Schnäppchen. Restposten im Geschäft. Geiles Teil Noch Handlicher und macht alles noch um eine Spur besser. Habe mir die ganz Neue V-Lux angeschaut. Super Teil aber Definitiv etwas zu wuchtig geraten, wie eine DSLR. Ansonsten hätte ich schon bei der zugeschlagen. Was nicht ist kann ja noch werden,

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...

Jetzt bin ich seit zwei Wochen zur Leica M gewechselt, ...

 

Na dann, Wolfgang, sei herzlich Willkommen!

 

Es gibt hier eine fidele und aktive "Mittelhessen-Runde", die sich öfters mal trifft. Halte doch mal die Augen auf und komm zum nächsten Treffen einfach dazu.

 

Übrigens: http://www.l-camera-forum.com/leica-forum/forumstreffen/367994-samstag-09-mai-2015-im-hessenpark.html

 

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1976 als freier Fotograf mit Yashica TL ElectroX (natürlich in schwarz:cool:) für die heimische Presse unterwegs, gab mir ein Leitz-Mitarbeiter seine SL2 in die Hand und forderte mich auf einige Fotos mit der Leica zu machen. Von den Ergebnissen waren wir in der Redaktion so begeistert, dass ich die modernere und billigere R3 als 2. Wahl bei ihm bestellte. Die war trotzdem für mich noch so teuer, dass ich sie wochenlang bei mir ohne Objektiv stehen hatte. Danach folgten dann ein R 1,4/50; und später alle R-Kameras und diverse R-Objektive bis zur heutigen S2; mit Umwegen über M3, M6/M7.

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