Es ist immer aufregend, wenn eine neue Kamera vorgestellt wird – insbesondere, wenn es sich um die Kultkamera eines legendären Kameraherstellers ist.
Die Leica M10 ist das letzte Mitglied in einer Kamerafamilie, die mit der Leica M3 begann, die 1954 vorgestellt wurde,

Die Leica M3 war revolutionär, da sie Sucher und Messucher ihrer Vorgänger kombinierte und das alte Gewinde durch ein Bajonett ersetzte.
Seit damals wurde die Serie durchgehend weiterentwickelt, wenn auch in kleinen Schritten: TTL Messung wurde 1971 mit der Leica M5 eingeführt, die Zeitautomatik 2002 mit der Leica M7.

Mit Hut im Mond – Leica M10 mit 50mm Summilux M Asph. – 1/125s – ISO 8.000

Die Leica M8 als erste digitale M wurde 2006 vorgestellt – ein gewagtes Projekt eines Herstellers mit begrenzten Entwicklungs-Ressourcen aber jeder Menge Ehrgeiz.
Seit dem ersten Modell wurde Live View eingeführt, Videoaufnahme, zwei reine Schwarzweiß-Kameras und eine, die gänzlich ohne Display auskommt. Analoge Filmkameras wurde nicht nur weiterproduziert, 2014 wurde mit der Leica M-A sogar ein neues Modell vorgestellt.

Außer diesen – manchmal sehr ungewöhnlichen – neuen Leica M Modellen hat Leica in den letzten Jahren vorgestellt:

  • Eine Mittelformat-Kamera (Leica S)
  • Eine APS-C Kamera mit einem System aus kleinen und ausgezeichneten Objektiven mit einem radikal reduzierten Touch-Interface (Leica T /TL)
  • Eine Vollformat-Kompaktkamera (Leica Q) und
  • Eine spiegellose Systemkamera mit Vollformat-Sensor (Leica SL) mit dem gleichen Bajonett wie die Leica TL und dem besten elektronischen Sucher auf dem Markt

Nach all diesen interessnaten Entwicklungen kommen wir zur Leica M10: Es war ein langes Warten, seit der Ankündigung der Leica M (Typ 240) sind mehr als vier Jahre vergangen, die Erwartungen sind dementsprechend hoch! Es wurde über elektronische Sucher spekuliert, über Hybridsucher und sogar über Autofokus.

Mystery Morning – Leica M10 mit 60mm Makro Elmarit R – 1/500s – ISO 100

Als Leica Rumors im Dezember 2016 technische Daten durchsickerten (größtenteils korrekt), war die Reaktion der Fangemeinde interessant und aufschlussreich. Im Leica Forum kann man die Stimmungslage der Fans verfolgen, unter den Mitgliedern finden sich viele intelligente, meinungsstarke und teilweise humorvolle Autoren. Die Reaktionen auf die Leica M10 Daten changierten zwischen „Nie wieder eine Leica M ohne Video“ und „Auf keinen Fall eine Leica M mit Video“. Einig war man sich nur, dass die neue Kamera dünner als der Vorgänger ist, keine Videofunktion hat und einen elektronischen Aufstecksucher anbietet, der bereits zwei Jahre alt ist. Ein Rohrkrepierer also?

Ein echtes Problem bei Kamera Tests (und für die Tester) ist der Zwang, Checklisten abzuarbeiten. Dies hat dazu geführt, dass die meisten Kamerahersteller immer kompliziertere Kameras entwickeln mit einer Vielzahl von Funktionen, die die meisten Fotografen nie nutzen.
Leica hat dieser Versuchung konsequent widerstanden, daher sind ihre aktuellen Kameras vor allem für Fotografen konstruiert.
Radikale Abweichungen von der Norm (wie die Monochrom Kameras oder das Weglassen des Display bei der Leica M-D) erfüllen die Wünsche vieler Fotografen, sich auf die Grundwerte zu besinnen und Ablenkungen zu reduzieren.

Winterküche – Leica M10 mit 90mm Makro Elmar M – 1/180s – ISO 100

Auf dem Papier scheint die Leica M10 wie eine Leica M (Typ 240) ohne Videofunktion aus, tatsächlich wurde sie aber in nahezu jeder Hinsicht verbessert. Leica hat auf die Kunden gehört und fast alle Kritikpunkte an den Vorgängermodellen berücksichtigt.

  • Das Gehäuse ist dünner und leichter (etwa wie Leica M6TTL oder M7)
  • Der Messsucher ist größer und heller
  • Das ‚Set‘ Menü wurde durch ein konfigurierbares ‚Favoriten‘-Menü ersetzt
  • Das LCD Display hat ein geändertes Seitenverhältnis und eine höhere Auflösung
  • Die Anordnung der Bedienlemente wurde überarbeitet und vereinfacht
  • Ein eigenes, gut konzipiertes ISO-Einstellrad wurde eingeführt.
  • Die Abdichtung wurde verbessert
  • Puffer, Bildbearbeitung und Schreibgeschwindigkeit wurden verbessert – es kann jetzt ohne Verzögerungen fotografiert werden.
  • Die Serienbildgeschwindigkeit wurde ungefähr verdoppelt
  • Die Qualität für hohe ISO-Werte wurde um mindestens 2 Belichtungsstufen verbessert.
  • ISO 100 als Ausgangswert erleichtert Aufnahmen mit Offenblende bei guten Lichtverhältnissen
  • Der elektronische Sucher Visoflex (Typ 20) hat eine höhere Auflösung, ein helles und klares Bild – und GPS
  • Auslöseverzögerung und Schwarzpause wurden auf ein Drittel (ggü. Leica M240) reduziert
  • Messpunkt und der vergrößerte Sucherausschnitt im Live View können jetzt verschoben werden.

Die einzigen Nachteile sind der Verzicht auf Video und eine kürzere Akku-Laufzeit.

Weiße Meerzwiebel – Leica M10 mit 90mm Makro Elmar M – 1/500s – ISO 100

Der Test

Meine Zusammenarbeit mit Leica besteht darin, die Kameras zu testen, nicht aber darin, Reviews zu schreiben. Daher ist dieser Artikel keine krische Beurteilung der Kamera. Wenn ich Fehler an der Kamera finde, teile ich sie zunächst Leica mit.
Dies vorausgeschickt: Dieser Artikel ist mein Werk, niemand hat mir vorgeschrieben, was ich schreiben soll, noch würde ich etwas gegen meine Überzeugung schreiben oder Kritikpunkte an der Kamera verschweigen.

Es ist ein spannender Job, Kameras zu testen, komischerweise gehört eine gewisse Portion Drama immer dazu, meist im Zusammenhang mit Auslandsreisen. Dieses mal stand die Kamera in Wetzlar erst einen Tag vor unserem Abflug nach Kreta bereit, zu kurz, um sie per UPS zu uns in England zu schicken. Also schickte Leica sie in unser Hotel.

Beim Frühstück während einer Wanderung auf Kreta guckte ich per Sendungsverfolgung, wo sich das Kamera befand und stellte bestürzt fest, dass es in Athen lag – mit der Nachricht, dass die Adresse nicht korrekt angegeben war.

Ich rief bei UPS in Athen an, wo man mir mitteilte, dass sich die Kamera tatsächlich in Chania auf Kreta befand. Also rief ich die Vertretung in Chania an, noch bevor ich meinen Namen nennen konnte (geschweige denn die Tracking-Nummer) teilte mir die Dame mit: „Ihr Paket liegt vor mir, wir können es aber nicht nach Loutro liefern, da es keine Straße dorthin führt. Ein Freund vor mir liefert aber am Freitag Speiseeis mit der Fähre, ich kann es ihm mitgeben. Oder wir schicken es mit dem Bus nach Chora Sfakia, wo sie es vom Fahrer übernehmen können.“

So haben wir es dann gemacht – ich rechnete damit, das wertvolle Paket persönlich vom Fahrer gegen Vorlage meines Ausweises und Unterschrift entgegen zu nehmen. Aber nein: Als der Bus ankam teilte mir der Fahrer lakonisch mit: „Das Paket ist irgendwo unten beim Gepäck, nehmen Sie es sich einfach raus.“

Was ich tat.

In diesem Artikel werde ich die Kamera und die Konfiguration einmal komplett durchgehen und die neuen Features und Funktionen jeweils erklären. Ich hoffe, dass ich euch so einen guten Eindruck der Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten der Leica M10 geben kann und was sich in den letzten vier Jahren seit der Vorstellung der Leica M (Typ 240) getan hat.

Die Prinzessin auf der Kanzel – Leica M10 mit 50mm Summilux M Asph. – 1/60s – ISO 400
Caspar in Gedanken- Leica M10 mit 75mm Summilux M Asph. – 1/45s – ISO 800

Die Kamera

Abmessungen und Gewicht

Die M10 ist deutlich schlanker als die Leica M (Typ 240) – es ist bemerkenswert, was 4 mm Unterschied ausmachen. Zu verdanken ist dies zum Teil dem tiefer liegenden Bajonett, was aber nur etwa die Hälfte ausmacht. Der Daumengriff liegt etwas tiefer, was den Halt spürbar sicherer macht. Die neue Kamera ist 50g leichter als der Vorgänger – 647g gegenüber 695g gemäß unserer Küchenwaage (mit Akku und SD-Karte). Die Abmessungen der M10 entsprechen damit fast genau der Leica M6TTL und der M7.

Der Messsucher

Der Messsucher der Leica M10 wurde komplett neu konstruiert, ist größer als der der M240 und verfügt über eine Sucherbildvergrößerung von 0,72 – statt der 0,68x der letzten Ms. In der Praxis kann man durch den größeren Messsucher die 28mm Rahmenlinien besser erkennen, die stärkere Sucherbildvergrößerung erleichtert das Fokussieren: Eine kleine, aber deutliche Verbesserung.

Der Sensor

Leica legt nicht offen, wer den Sensor der Leica M10 liefert, es handelt sich jedoch nicht um den der Leica SL/Q, sondern ist speziell für die Leica M10 entwickelt.
Der Sensor verfügt über einen maximale ISO-Wert von 50.000 (drei Belichtungsstufen mehr als ISO 6.400 der M240). Die hohen ISO-Werte lassen sich sehr gut einsetzen: Der Dynamikumfang wurde verbessert, das Banding deutlich reduziert bei guter Farbwiedergabe.
Für die Leica M (Typ 240) habe ich den maximalen ISO-Wert meist auf 1.600 oder 3.200 gesetzt, mit der Leica M10 verwende ich ISO 10.000 oder 12.500. Im praktischen Gebrauch würde ich sagen, dass die neue Kamera zwei Blenden Vorteil gegenüber der M240 hat, verglichen mit der Leica SL liegt der Vorteil bei 1/2 Blende.

Der Prozessor

Die M10 hat einen Maestro II Prozessor. Hier handelt es sich um eine modifizierte Version des Leica SL Prozessors, mit dem die Kamera weniger Wärme entwickelt und weniger Strom verbraucht. Wie in der Leica SL sorgt er für hohe Schreibgeschwindigkeit und schnelle Bildwiedergabe.

Leica M (Typ 240), Leica M6TTL und Leica M10 im Vergleich – Sie sind identisch hoch. Ein Basisplattenvergleich zeigt, dass die M6TTL und die M10 die gleiche Breite und Tiefe haben.

Das Display

Wie bei der Leica M240 ist der LCD Monitor 3“ groß, hat aber eine verbesserte Auflösung (1.036.000 gegenüber 920.000 Pixel) und ein anderes Seitenverhältnis. Er ist sehr scharf und hell. Perfekt geeignet für Live View oder die Bildwiedergabe und ein deutlicher Fortschritt gegenüber der M240 – wobei das Display der M240 bereits gut ist.

Die Bedienelemente

Auf der Oberseite der Kamera findet sich jetzt ein ISO-Wahlrad, die Videotaste ist verschwunden und der An/Aus Schalter ist auf seine eigentliche Funktion reduziert.

Die Kamerarückseite zeigt ein neu gestaltetes Daumenrad sowie eine Kreuzwippe, der wesentliche Unterschied liegt aber in den Tasten links des Displays.

Die Leica M240 verfügt über sechs Tasten:

  • LV
  • PLAY
  • DELETE
  • ISO
  • MENU
  • SET

Bei der Leica M10 wurden diese auf drei Tasten reduziert:

  • LV
  • PLAY
  • MENU

Das vereinfacht die Eingabe enorm , wenn man kalte Händen hat, Handschuhe trägt oder das Auge am Sucher: Perfekt umgesetzt.

LV Taste

Beim Druck auf die LV Taste wird sofort der Live View aktiviert – selbst wenn man sich im Bildwiedergabe-Modus befindet.

PLAY Taste

Drückt man die PLAY Taste, wird die letzte Aufnahme gezeigt. Die Zoom-Funktion mit dem Daumenrad funktioniert genauso gut wie mit der M240.

Über das hintere Einstellrad kann man ins Bild zoomen oder in den Übersichtsmodus springen, über die Kreuztaste springt man zum nächsten oder vorherigen Bild.

Wenn man in ein Bild gezoomt hat, kann der vergrößerte Bereich mit der Kreuztaste verschoben werden. Um zum nächsten Bild bei gleicher Vergrößerung wechseln möchte, kann man den PLAY Button gedrückt halten und dann die Kreuztaste oder das hintere Einstellrad nutzen.

Wenn man während der Anzeige von Bildern, die MENU Taste drückt, erscheint das Wiedergabemenü mit folgenden Optionen:

  • Einzelbild löschen
  • Mehrere Bilder löschen
  • Bewerten
  • Alle Bewertungen löschen

MENU Taste

Beim ersten Druck auf die PLAY Taste erscheint das Favoriten-Menü. Es das SET Menü der M240 und der andere Leica M Kameras. Das Favoriten-Menü lässt sich mit Funktionen individuell konfigurieren, darüber hinaus lässt sich für jedes User Profil ein eigenes Favoriten-Menü anlegen.

Es lassen sich beliebig viele Optionen ins Favoriten-Menü legen, aber die Reihenfolge kann nicht geändert werden, es wird immer die Reihenfolge des Hauptmenüs verwendet.

Die letzte Option des Menus ist das Hauptmenü, das sich einfach erreichen lässt. Wie in allen Menüs springt man aus der ersten Option durch klick nach oben auf den letzten Eintrag. Auf das Hauptmenu gehe ich im Konfigurationsabschnitt noch näher ein.

Triumvirat – Leica M 10 mit 75mm Summicron – 1/60s – ISO 640

Staub- und Spritzwasserschutz

Leica hat beim Thema Abdichtung Fortschritte gemacht, aber natürlich kann die Leica M10 nicht komplett wetterfest sein, da weder die Leica M Objektive noch das Bajonett abgedichtet sind. Trotzdem wurde der Wetterschutz optimiert, indem der EVF Steckplatz entfernt wurde, der Stecker befindet sich jetzt auf der Rückseite des Zubehörschuhs – wie bei der Leica T. Dadurch hat die Kameraoberseite keinerlei Aussparungen mehr, weder durch das Mikrofon noch durch den schwarzen Kunststoffschutz oberhalb der Trageösen. Die Abdichtung der Bodenplatte wurde ebenfalls verbessert, diese befindet sich nun rings um die Innenkante statt ausschließlich um die Öffnung für Akku und SD-Karte.

Natürlich schütze ich die Kamera, wenn es regnet. Sie hängt über meine Schulter unter meinem Arm. Ich war zwei Stunden mit der Leica M10 im Dauerregen unterwegs, die Kamera schräg gehalten, so dass das Regen direkt auf das Display und die Bedienelmente fiel. Auch wenn ich das ausdrücklich nicht empfehle: Der Kamera hat das nichts ausgemacht, auch wenn sie nicht so gut abgedichtet wie die Leica SL ist. Sie lässt sich also auch bei schlechtem Wetter einsetzen, wenn man sie sorgfältig behandelt.

An/Aus-Schalter

Der An/Aus Schalter wurde so verändert, dass er nur eine Funktion hat: Die Kamera ein- und wieder auszuschalten. Die Optionen für Selbstauslöser- und Serienaufnahmen wurden in eine Menüoption des Drive-Modus versetzt. Für mich kein Problem – wenn man will, kann man die Funktionen einfach ins Favoriten-Menü laden. Hier kann dann zwischen folgenden Optionen gewählt werden:

  • Einzelaufnahme
  • Serienaufnahme
  • Intervall (man kann die Anzahl der Bilder und das Zeitintervall einstellen)
  • Belichtungsreihe
  • Selbstauslöser 2s
  • Selbstauslöser 12s

Ich bin sicher, dass nicht alle mit dieser Änderung glücklich sind. Für mich ist es aber eine Erleichterung, da ich nicht mehr versehentlich den Selbstauslöser-Modus aktivieren kann.

Chimping – Leica M10 mit 75mm Summilux M – 1/125th – ISO 8.000

ISO-Wählrad

Zuerst hielt ich es das neue ISO-Wählrad für eine schlechte Idee, obwohl sich das Rad gut anfühlt und perfekt ins Design der Kamera passt. Der entscheidende Vorteil ist aber, dass nun die drei wichtigsten Variablen für die Belichtung (Verschlusszeit, Blende und ISO) auf der Außenseite der Kamera sichtbar sind.

Das Wahlrad erinnert an den Rückspulknopf bei einigen M-Filmkameras (u.a. Leica M3 und die aktuelle Leica M-A). Um das ISO Rad zu entriegeln, muss man es mit zwei Fingern nach oben ziehen – dies erfordert mit Absicht ein gewisses Geschick. Wenn man die Empfindlichkeit öfter verstellen will, kann man es auch in der entriegelten Position belassen, da es sich nicht leicht verstellt. Eine rote Linie wird sichtbar, wenn man den Knopf rauszieht, beim Reindrücken verschwindet sie wieder und das Wählrad schließt bündig mit der Deckkappe ab.

Um die ISO Einstellungen zu ändern, hebt man das Wahlrad leicht an und dreht es. Um es wieder zu sperren, muss man das Rad zurückschieben.

Mithilfe des Wahlrads können ISO Werte zwischen 100 und 6.400 eingestellt werden. Außerdem gibt ein rotes „A“ für „Auto“ und ein rotes „M“, das für „Menü“ steht.

Mit der M-Einstellung wird der ISO-Wert verwendet, der im Menü gesetzt wurde, hier stehen Werte von 100 bis 50.000 zur Auswahl.

In der Praxis funktioniert das gut: Werte, die über das Wahlrad eingestellt werden, haben immer Priorität gegenüber den im Menü verwendeten. Im Menü habe den höchsten ISO eingestellt, den ich noch verwende – in meinem Fall ISO 10.000.

ISO Wahl bei User-Profilen

Für jedes der vier benutzerdefinierten Profile lässt sich ein expliziter ISO-Wert oder Auto-ISO festlegen. Wenn das ISO-Wählrad auf M steht, wird der gewählte Wert verwendet. Dieser kann aber jederzeit durch Einstellung eines anderen Werts per ISO-Rad geändert werden.

Max Middleton mit der Charlie Harper Blues Band – Leica M10 mit 75mm APO Summicron M – 1/125s – ISO 10.000

Kameragurte

Viele Leica-User schwören auf eigene Kameragurte und lassen den mitgelieferten Gurt oft unbenutzt. Bei der Leica M10 hat Leica aber auf das alte Design verzichtet und liefert einen schlanken Ledergurt mit. Das Modell ist okay, aber für meinen Geschmack nicht flexibel genug, also verwende ich einen eigenen Gurt.

Man kann mich durchaus einen Kameragurt-Fetischisten nennen. Ich habe einige schöne Modelle von Leicatime, Artist & Artisan, Tie Her up und Harry Benz.

Wie die neueste analoge Leica Kamera (Leica M-A), besitzt die Deckplatte der M10 keinen schwarzen Kunststoffschutz an den Trageösen. Das macht die Kamera zwar schöner und schlanker, aber in der Praxis könnte dies schneller zu Abrieb am Kameragehäuse führen.

Meine Erfahrung zeigt, dass dies mit Gurten aus dickem Leder schneller passiert. Denkt also darüber nach, wenn ihr euren Kameragurt auswählt – solche Spuren sind schwer zu entfernen.

Optionaler Elektronischer Sucher

An der Leica M10 kann der elektronische Sucher Visoflex (Typ 020) verwendet werden, der auch an die Leica TL und Leica X (Typ 113) passt.
Anstatt eines Steckplatzes unter dem Zubehörschuh (wie bei Leica M240), sind die Anschlüsse auf der Rückseite des Blitzschuhs, wodurch ein Schwachpunkt für die Abdichtung der Kamera entfällt.

Chris auf seinem Mähdrescher – Leica M10 mit 80-200 f4 Vario Elmar R – 1/250s – ISO 100

Akku und Ladegerät

Die M10 verfügt über einen kleineren Akku als die Leica M (Typ 240), um ein schlankeres Gehäuse zu ermöglichen. Ich nehme an, dass es hier einige Kritiker geben wird, aber in der Praxis gab es durch den kleineren Akku keine Probleme.

Die technischen Daten des Akkus:

  • Nennspannung: 7.4V
  • Kapazität: 1100mAh / 8.2Wh (im Vergleich die M240: 1800mAh / 13.32Wh)
  • Ladestrombegrenzung: 8.25 V

Einige Praxiswerte:

  • Verwendung des Messsuchers ohne EVF oder Live View, aber mit viel Testen und Ausprobieren:
    Ich habe 310 Bilder gemacht, woraufhin die Akkuladung noch bei 45% stand.
  • Verwendung der Kamera ohne Sleep-Modus, die ganze Zeit eingeschaltet, Live-View auf Dauerbetrieb (meist mit EVF):
    Der Akku hat 1 1/2 Stunden durchgehalten und ich habe 160 Aufnahmen gemacht.
  • 45 Minuten Shooting, kein Sleep-Modus gewählt, kein EVF:
    Ich habe 245 Bilder gemacht und noch 85% Akkuladung gehabt.
  • 3 Stunden Shooting, mit elektronischem Sucher, mit GPS aber ohne Live View, ohne Ruhemodus oder Auto-Abschaltung: ca. 150 Bilder gemacht und immer noch 50% Batterieladung.

Verbessert wurde die Ladestandsanzeige: Der verbleibende Prozentsatz verringert sich gleichmäßig und die Kamera arbeitet ordnungsgemäß, bis der Akku erschöpft ist. Bei etwa 5% zeigt die Kamera einen Warnhinweis.

Der INFO-Bildschirm (Taste in der Mitte der Kreuzwippe) zeigt die verbleibende Akkuladung als Prozentwert und als Ladebalken. Der Balken ist grün bei 100% und geht allmählich ins gelbe bis rote (bei 5%).

Das Ladegerät ist dem der M240 sehr ähnlich, 80% Ladestand werden durch eine Leuchtdiode angezeigt. Es hat sowohl einen 8-adrigen Stromanschluss als auch einen 12V Eingang, so dass Akkus auch im Auto geladen werden können.

Fen Ley Lines – Leica M10 mit 16-18-21mm f4 Wide Angle Tri Elmar – 1/125s – ISO 100

Konfiguration und Steuerung

Ich habe nicht vor, alle Menüoptionen im Detail durchzugehen. Im Grunde ist die Menüstruktur der M240 sehr ähnlich, hat aber einigen auffällige Verbesserungen.

Die 3D-Grafik des M240 Menüs sind Geschichte und die einzelnen Punkte sind viel klarer aufgebaut: Das Hauptmenü der M240 erstreckt sich über fünf Seiten, bei der M10 sind es lediglich vier – mit nur zwei Menüpunkten auf der letzten Seite.

Beim Drive-Modus handelt es sich um eine neuen Menüpunkt (s.o.), die den Selbstauslöser-, Intervall-, Einzel- und Serienbildmodus beinhaltet. Die Belichtungsreihen-Option ist hier ebenfalls zu finden.

Ein netter Zug der Kamera: Vor einem Reset fragt die Kamera:
– Wollen Sie die Userprofile sichern?
– Wollen Sie die Dateinummerierung beibehalten?

Objektiverkennung

Dieser Bereich wurde im Vergleich zur Leica M240 ausgebaut und sinnvoller strukturiert, teils um die zusätzlichen Optionen darzustellen, teils um Fehlbedienungen zu vermeiden, wenn Objektive von Hand ausgewählt werden.

Die Optionen sind:

  • Aus
  • Automatisch
  • Manuell M
  • Manuell R

Die wichtigsten Änderungen:

  1. Man kann jedes Objektivprofil manuell auswählen – selbst wenn ein kodiertes Objektiv angeschlossen ist.
  2. Wenn man auf ein kodiertes Objektiv wechselt, verwendet die Kamera automatisch das korrekte Modell aus der Liste.
  3. Wenn man auf ein nicht kodiertes Modell wechselt (oder einen Adapter), wird das Objektivprofil ausgewähl, das man als letztes eingestellt hat.

Wenn man also sowohl kodierte als auch nicht kodierte Objektiven hat, muss man nicht jedes Mal ins Menü wechseln, um das korrekte Objektiv auszuwählen. Außerdem können auch für kodierte Objektive verschiedene Profile verwendet werden.

Als Beispiel: Wenn man manuell das Profil für ein 16mm Objektiv gewählt hat und auf ein kodiertes 50mm Summilux wechselt, wird das korrekte Profil angewendet und nicht das vorher manuell gewählte.

Wie gewohnt wird das Objektiv in den EXIF-Daten der Aufnahme gespeichert. Der geschätzte Blendenwert wird nicht mehr angezeigt – dieser findet aber weiterhin für die Berechnung von Objektivkorrekturen etc. Verwendung.

IKEA – Leica M10 mit 28mm Summicron Asph. – 1/180s – ISO 100

ISO Einstellungen

Die ISO-Einstellungen haben nun einen eigenen Menüpunkt. Die Optionen gleichen denen der ISO-Taste auf der M240:

  • Maximaler Auto ISO Wert
  • Maximale Belichtungszeit

Es ist viel einfacher, die ISO Werte über das Menü einzustellen, als das lästige Drücken und Gedrückthalten der M240.
Als maximale Belichtungszeit lassen sich einstellen:

  • 1/Brennweite
  • 2/Brennweite
  • 4/Brennweite

Die Verschlusszeiten sind einstellbar von 1/2 bis 1/500 Sekunde.

Meine Meinung: Es sich um die beste Auto ISO-Einstellung , die ich bisher verwendet habe – und ich habe einige Kameras getestet.

Elektronischer Sucher und Display-Steuerung

Anders als bei den alten Modellen, hat der Visoflex Typ 020 einen Kontaktsensor. In der Standardeinstellung schaltet er sich also direkt ein, wenn man hindurchschaut und schaltet zurück auf das Display, wenn man die Kamera vom Auge nimmt. Das funktioniert gut, doch stört mich diese Einstellung eher – besonders bei schlechten Lichtverhältnissen, wenn der LCD-Monitor eine Ablenkung sein kann.

Die Menüoption „EVF/Displaysteuerung“ bietet alle Optionen, um diese nach eigenen Vorzügen einzustellen. Die Funktion ist in folgende Optionen unterteilt:

  • Wiedergabe Darstellung
  • Live View Darstellung
  • Kurzansicht Darstellung

Für jeden Punkt stehen folgende Optionen zur Auswahl:

  • Auto
  • EVF
  • Display
  • Die Option Auto bedeutet, dass der Augensensor automatisch umschaltet.
  • Bei EVF wird ausschließlich der Visoflex verwendet (sofern angeschlossen).
  • Bei der Wahl der Option Display wird nur das LCD verwendet.

Anfangs stehen alle Optionen auf Auto – ich habe folgende Einstellungen vorgenommen:

  • Wiedergabe Darstellung: Display
  • Live View Darstellung: Elektronischer Sucher
  • Kurzansicht Darstellung: Automatisch

Diese Option ist sehr gut durchdacht. Generell scheint in die Umsetzung des Menüsystems der Leica M10 eine Menge Arbeit geflossen zu sein – und Kunden-Feedback). Es ist einfach und umfassend – alles funktioniert so, wie man es erwartet.

Besorgte Prinzessin – Leica M10 with 75mm Summilux M – 1/90s – ISO 3.200

Bedienelemente konfigurieren

Die meisten Bedienelemente an der M10 sind selbsterklärend und lassen sich nicht ändern, doch sind auch einige Einstellungen konfigurierbar. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Favoriten bearbeiten
  • Einstellräder anpassen

Unter „Favoriten bearbeiten“ werden alle Menü-Optionen angezeigt. Sie können durch einfaches Ein-/Ausschalten zum Favoriten-Menü hinzugefügt oder entfernt werden.

Ich verwende die Standardeinstellung, es ist aber möglich, das Favoriten-Menü auf zwei Seiten zu erweitern. Die Einstellungen werden im Benutzerprofil gespeichert, so dass man für verschiedene Aufnahmesituationen individuelle Favoritenmenüs einrichten kann.

Es ist außerdem möglich, die Funktion des Daumenrads zu konfigurieren. Es gibt drei Optionen:

  • Aus
  • Belichtungskorrektur
  • Live View Zoom

WLAN

Die Leica M10 verfügt über eine WLAN-Funktion, mit ähnlichen Einstellungen wie bei der Leica SL. Wenn das WLAN angeschaltet ist, kann man zwischen den Optionen wählen, ein Netzwerk einzurichten oder sich in ein bestehendes einzuloggen. Das Einrichten eines Netzwerks oder Einloggen funktioniert gut – Passwörter und Netzwerke werden gespeichert.

Ich konnte die App für kurze Zeit testen und sie funktioniert wie erwartet: Man kann fernauslösen und die wichtigsten Einstellungen ändern. Es wird auch ein vernünftiges Vorschaubild auf das Mobilgerät überspielt, wenn man „DNG only“ fotografiert.

Die restlichen Konfigurationsoptionen sind gegenüber der Leica M240 weitgehend unverändert.

Eisige Dämmerung – Leica M10 mit 50mm Summilux M Asph – 1/350s – ISO 100

Fotografieren mit EVF und Live View

Fangen wir mit der schlechten Nachricht an: Man kann den elektronischen Sucher nicht mit der Leica SL oder Q vergleichen. Es gibt weiterhin eine Schwarzpause von einer knappen Sekunde und es gibt keinen elektronischen Vorverschluss, so dass sich der Verschluss vor der Belichtung schließen muss. Trotzdem wurden beide Probleme im Vergleich zur Leica M (Typ 240) verbessert, die Schwarzpause wurde auf ein Drittel reduziert.

Der Visoflex ist groß, klar und hell – und nicht zu kontrastreich, er ist eine echter Fortschritt gegenüber der M240. Darüber hinaus zeigt sich kein „Tearing“ und obwohl es kleinere Aussetzer gibt, ist die Auslöseverzögerung minimal und die Bildwiederholungsrate ausgezeichnet – sogar bei schlechten Lichtverhältnissen.

Die Bildvergrößerung funktioniert schneller und die verbesserte Auflösung macht das Fokussieren in kritischen Situationen deutlich einfacher, gleiches gilt für das LCD.

Was viele M-Fotografen glücklich machen wird: Zoom-Punkt und Messpunkt für die Belichtungsmessung können mit der Kreuzwippe verschoben werden. Das funktioniert sehr gut, beide Optionen (Zoom und Spot) werden gemeinsam verschoben und wenn man den Auslöser halb drückt, wird automatisch der Belichtungswert des hervorgehobenen Bereichs berechnet.

Ich habe den EVF der Leica M (Typ 240) in letzter Zeit sehr selten benutzt (Ich bevorzuge dann eher die Leica SL). Mit der Leica M10 macht es aber wieder Spaß, den EVF in Situationen zu benutzen, in denen der Messsucher nicht geeignet ist, z.B. bei Nahaufnahmen mit dem Makro Adapter M und dem 90mm Makro Elmar. Ich habe auch einige R Objektive ausprobiert: Das 60mm Makro Elmarit und das 35-70mm f4 sind meine Favoriten.

Ich habe mich auch dabei ertappt, den EVF mit M-Objektiven zu verwenden, speziell bei schlechtem Wetter: Die JPG-Einstellungen habe ich auf kontrastreich und monochrom gestellt, (bei Verwendung von DNGs) – man ist fokussiert und konzentriert sich nur auf die Komposition.

Ich fotografiere am liebsten mit Spotmessung, die Belichtungskorrektur auf dem hinteren Einstellrad. Die Suchervergrößerung oder Fokus Peaking benutze ich eher selten, da der elektronische Sucher gut genug ist, um präzise scharfzustellen – und die Bildgestaltung so viel einfacher ist.

Ein guter Freund hat „gute Technik“ einmal so definiert, dass sie vor allem nicht irritieren sollte. Der neue EVF/LCD der Leica M10 ist vielleicht nicht perfekt, aber es ist eine Freude ihn zu verwenden – und er irritiert nicht.

Eidechse mit Kuchen (Madeira) – Leica M10 mit 90mm Makro Elmar und Makro Adapter M – 1/180s – ISO 1.600

Fotografie mit dem Messsucher

Der Messsucher ist der Hauptgrund, warum man sich eine Leica M kauft. Er ist Essenz und Daseinsgrund der Kamera. Live View ist eine schöne Option, kann aber nicht der beste Weg sein, mit einer Leica M zu fotografieren.

Eine Reihe von scheinbar kleineren Veränderungen haben das „Gefühl“ bei der Verwendung der Leica M10 als Messsucherkamera revolutioniert: Der neue Entfernungsmesser wurde komplett überarbeitet und verbessert. Die stärkere Vergrößerung von 0,72 macht das Fokussieren etwas einfacher und das vergrößerte Fenster macht die 28mm Rahmenlinien besser sichtbar – eine deutliche Verbesserung!

Im Serienbildmodus schießt die Kamera rund 26 DNG-Bilder in sechs Sekunden (4 Bilder / Sekunde). Danach verringert sich die Zahl auf zwei Bilder die Sekunde. (getestet mit einer Sandisk Extreme 128 GB Card). Mit schnelleren SD-Karten sollten bis zu 5 B/s möglich sein.

Im Vergleich dazu macht M-P 240 14 Bilder in acht Sekunden und danach fällt sie auf etwa ein Bild pro Sekunde. Serienbildaufnahmen werde ich mit der M eher selten machen, aber mit dieser Leistung wird einem kein Bild wegen eines vollen Buffers (2 GB) entgehen.

Die Kombination aus dem verbesserten Messsucher und dem schlankeren Gehäuse, den verbesserten ISO-Werten und dem speziellen ISO-Wahlrad, machen Messsucherfotografie mit der Leica M10 noch besser als mit den bisherigen M-Kameras.

Angel’s Inn Paradise (Madeira) – Leica M10 mit 90mm Makro Elmar und Makro Adapter M – 1/180s – ISO 1.600

Bildqualität

Die Leica M10 hat wie die Leica M240 einen 24MP Sensor, die Bildqualität wurde aber in jeder Hinsicht verbessert.

Farbwiedergabe

Viel Aufwand wurde offensichtlich in die richtige Darstellung der Farben investiert. Dies ist ein kompliziertes Thema, bei dem persönliche Präferenzen mindestens genauso wichtig können sein wie technische Genauigkeit.

Adobe hat schon vorgearbeiten: Lightroom unterstützt die Leica M10 bereits. Mir ist aufgefallen, dass die Hauttöne deutlich verbessert wurden, der leichte gelbe Schimmer der Vorgängermodelle wurde reduziert und die Rottöne sind etwas dezenter.

Ich verwende den automatischen Weißabgleich sehr wenig, aber hier wurde viel Arbeit investiert und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

ISO

Ich habe detaillierte ISO Vergleiche zwischen der Leica M240, M10 und Leica SL gemacht (alle Aufnahmen sind mit dem 50mm APO Summicron bei Blende 8 entstanden).

Meine Ergebnisse zeigen, dass…

  • ISO 6.400 der Leica M10 etwas besser als ISO 1.600 ISO der M240 ist
  • ISO 25.000 der M10 hingegen sieht etwas schlechter aus als ISO 6.400 der M240.

Insgesamt hat die Leica M10 einen Vorteil von zwei Belichtungsstufen gegenüber der Leica M240.

Im Vergleich zur SL scheint die M10 eine knappe 1/2 Belichtungsstufe besser zu sein – vielleicht auch weniger.

Auf jeden Fall ist ISO 12.500 für Innen-Aufnahmen gut nutzbar, mit ISO 25.000 kann man besonders bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen noch arbeiten.

Honky Tonk – Leica M10 mit 60mm Makro Elmarit R – 1/250s – ISO 100
Echo & Chloe – Leica M10 mit 75mm Summilux M Asph. – 1/125s – ISO 4.000

Zusammenfassung

Engagierte Fotografen, egal ob Amateur oder Profi, haben sich seit der Digitalisierung der Fotografie an stetige radikale Änderungen gewöhnt. Die Erwartungen sind immer hoch und jede neue Kamera braucht sein „Killer Feature.“

Aber die Zeiten haben sich geändert: Mittlerweile liefern alle Kameras eine fantastische Bildqualität und die meisten produzieren tatsächlich ein Bild, wenn man den Auslöser drückt. (in alten Zeiten: ssst ssst sss Klick)

Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, um zu erkennen, dass wir keine zusätzlichen Features brauchen, sondern bessere – und eine bessere Benutzerführung.

Die Leica M war nie eine Universalkamera, aber das Maß der Dinge für Street und Reportage Fotografie. Die Leica M9 erweiterte das Spektrum um Landschaftsfotografie und die Einführung des Live Views eröffnete schließlich weitere Felder wie Makro und Naturfotografie.

Mit der Leica M10 zeigt Leica, dass sie dem Konzept der Messsucherkamera treu bleiben: Die Funktionalität der wurde verbessert anstatt sie zu ändern:

  • Das Kamera-Menü ist ein Musterbeispiel klarer Organisation und Einfachheit, wobei sie viele Optionen lässt, die Kamera individuell zu konfigurieren.
  • Der Messsucher wurde verbessert, in der Größe als auch in der Vergrößerung.
  • Der Pufferspeicher wurde vergrößert und die Zeit zwischen zwei Aufnahmen halbiert.

Natürlich ist es schön, dass die neue Leica M10 schlanker geworden ist – und das ISO-Einstellrad ist tolle Erweiterung.
Alles in allem ist sie eine Kamera, die auch die Emotionen anspricht.
Aber der echte Fortschritt liegt darin, dass die Leica M10 dem Fotografen erlaubt, in allen Situationen bessere Bilder zu machen, speziell in schwierigen Lichtsituationen.

Seit sechs Monaten fotografiere ich jetzt mit der Leica M10. In dieser Zeit habe jeden Aspekt der Kamera gründlich ausprobiert und schätzen gelernt – wahrscheinlich die Kamera, die meinen Bedürfnissen am besten entspricht. Jedes Detail zeigt, wie viel Erfahrung, Gedanken und Wissen eingeflossen sind: Sie ist eine Kamera, die von Fotografen konzipiert wurde, um von Fotografen genutzt zu werden – mit Kopf und Herz.

Das Erwachen der Macht – Leica M10 mit 50mm APO Summicron – 1/2000s – ISO 100
Sonnenaufgang in Sfakia – Leica M10 mit 35mm Summilux Asph. – 1/45s – ISO 100
Waschtag – Leica M10 mit 90mm Makro Elmar mit Makro Adapter M – 1/180s – ISO 100
Kreuz und quer – Leica M10 mit 60mm Makro Elmarit R – 1/125s – ISO 100
Butter Wouldn’t Melt – Leica M10 mit 75mm APO Summicron – 1/90s – ISO 1.250
Echo – Leica M10 mit 50mm Summilux Asph. – 1/90s – ISO 3.200

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10 Comments

  1. Interessanter Tippfehler 😉
    Ich gehe zumindest von einem Tippfehler aus.

    => „Das Gehäuse ist dümmer und leichter (etwa wie Leica M6TTL oder M7)“

  2. Bei der M und M-P (Typ 240) wurde die Serienbildgeschwindigkeit höher als ISO 1000 langsamer. Wie sieht das bei der M10 aus?

  3. […] Hier könnt ihr den umfangreichen Bericht im Leica-Forums-Blog lesen: Leica M10 Review […]

  4. Great as always 🙂

    CYBORA

  5. Der Bericht macht es nicht einfacher zu widerstehen.

    Danke für den ausführlichen Erfahrungsbericht.

    Gibt es eine Erkenntnis, ob die Bewertung im Wiedergabemenü vom RAW-Converter erkannt wird und ob auch eine „Bild schützen Funktion“ existiert?

    Gruß Mark

  6. An den Qualitäten der M-Leicas bei guten Lichtbedingungen bestehen keine Zweifel. Sind die Schwachlichtfähigkeiten dagegen nicht nur besser als bei vorangegangenen Generationen, sondern haben sie an die Fuji-X-Kameras aufgeschlossen?

  7. […] oder Tee weiter mit der Fotografie beschäftigen möchte, kann man beispielsweise ein höchst ausführliches Review über eine Systemkamera lesen. Wenn man möglicherweise schon sehr lange im Bonner Umland verwurzelt ist, dann kann man […]

  8. Schade das diese features nicht in die Monochrom eingefossen sind.
    Oder wird dort auch sich was Bewegen?

  9. Wenn man die Fotos auf dpreview mit anderen Vollformatkameras vergleicht, dann sind alle schlechter bei iso 12500 außer der Pentax K1. Auch Fujis Canon Sony und Nikon. Das ist bemerkenswert. Eigentlich suchte ich eine Kamera, die detailreichere Fotos als die M10 macht. Aber es scheint, die M10 zeigt die meisten Details, nur die Leica Monochrom zeigt noch mehr in dieser Sensorklasse.

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