Das LEICA APO-VARIO-ELMARIT-SL 1:2,8-4/90-280 mm als zweites Objektiv für die Leica SL war schon zum Start des Leica SL Systems im Oktober angekündigt worden, jetzt ist es auch im Handel erhältlich. Hier sind jetzt die genauen technischen Daten und der Preis: In Deutschland soll es 5.800 € kosten.

Die Leica SL hat im letzten halben Jahr viel Lob bekommen, als Kritikpunkt wird aber immer wieder vorgebracht, dass nur ein natives Objektiv zur Verfügung stand. Mit den beiden jetzt verfügbaren Optiken deckt das System jetzt 24-280mm ab – mit vergleichsweise hoher Lichtstärke.

Später dieses Jahr wird noch ein 50 mm Summilux vorgestellt werden, weitere lichtstarke Festbrennweiten werden sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Aufwändige Konstruktion

Das neue LEICA APO-VARIO-ELMARIT-SL 1:2,8-4/90-280 mm ist aufwändig konstruiert: Es besteht aus 23 Linsen in 17 Gruppen, sieben davon beweglich.
Zwei Fokuselemente sorgen über mittels Doppel-Innenfokussierung für schnellen AF. Die Baulänge des Objektivs bleibt dabei konstant – sowohl bei Fokussierung als auch Zoom.

Optischer Bildstabilisator bringt 3,5 EV

Der optische Bildstabilisator soll laut Leica 3,5 Blendenstufen kompensieren.
Legt man die 1/Brennweite-Daumenregel zugrunde, so kann man im Telebereich statt 1/300 eine 1/30 sek verwackelungsfrei verwenden. Da es für diese Werte noch keine offiziellen Testverfahren gibt, werden die Werte aus Praxistests interessant.

Ab nächste Woche (24. März) wird das LEICA APO-VARIO-ELMARIT-SL 1:2,8-4/90-280 mm im Handel für 5.800 € erhältlich sein, Gegenlichtblende und Stativschelle sind im Lieferumfang enthalten.

Technische Daten LEICA APO-VARIO-ELMARIT-SL 1:2,8-4/90-280 mm

Technische Daten LEICA APO-VARIO-ELMARIT-SL 1:2,8-4/90-280 mm
Verwendbare Kameras: Leica SL, Leica T (Typ 701)
Bildwinkel (diagonal, horizontal, vertikal, bei 90/280mm): Für Leica SL (Typ 601): ca. 26°, 22°, 15° / 9°, 7,5°, 5° für Leica T (Typ 701): ca. 17°, 15°, 10°* / 6°, 5°, 3°** (entspricht ca. 135*/420** Brennweite bei Kleinbild)
Optischer Aufbau
Zahl der Linsen / Gruppen: 23/17
Lage der Eintrittspupille (bei unendlich): 90/280 mm: 130,2/-21,1 mm (in Lichteinfallsrichtung vor/hinter Bajonett-Auflagefläche)
Bildstabilisierung Mehrachs-System, Stabilisierungsleistung entspricht gem. CIPA- Prüfbedingungen 3,5 Verschlusszeit-Stufen
Entfernungseinstellung Einstellung: Wahlweise automatisch (Autofokus)4 oder manuell, Betriebsarten werden an der Kamera eingestellt
Arbeitsbereich (bei 90/280mm): 0,6/1,4 m
Kleinstes Objektfeld / Größter Maßstab (bei 90/280mm): Für Leica SL (Typ 601): ca. 114 x 171 mm/1:4,8 / 120 x 180 mm/1:5, für Leica T (Typ 701): ca. 76 x 114 mm/1:4,8 / 80 x 120 mm/1:5
Blende
Einstellung / Funktionsweise: Elektronisch gesteuerte Blende, Einstellung über Dreh/Drückrad der Kamera, auch halbe Werte einstellbar
Kleinster Wert: 22
Bajonett: Leica L-Bajonett mit Kontaktleiste
Filterfassung / Gegenlichtblende: Außenbajonett für Gegenlichtblende (im Lieferumfang), Innengewinde für E82-Filter, Filterfassung rotiert nicht
Oberflächenausführung Schwarz eloxiert
Abmessungen und Gewicht
Länge bis Bajonettauflage: ca. 238/310 mm (ohne/mit Gegenlichtblende)
Größter Durchmesser/Höhe mit Stativfuß: ca. 88/123 mm (Gegenlichtblende (B x H) 116 x 96 mm)
Gewicht: ca. 1850/1950 g (ohne/mit Stativfuß)

Das neue Tele-Vario-Objektiv im Leica SL-System:

LEICA APO-VARIO-ELMARIT-SL 1:2,8-4/90-280 mm bietet von Nahaufnahmen über Reisereportagen bis hin zur Sportfotografie vielseitige Einsatzmöglichkeiten.

Wetzlar, 16. März 2016. Ab sofort erweitert das Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280 mm das Objektiv-Angebot für die Systemkamera Leica SL. Der Brennweitenbereich des lichtstarken Tele-Vario-Objektivs ist optimal auf das bereits verfügbare Leica Vario-Elmarit–SL 1:2,8–4/24–90 mm ASPH. abgestimmt. Gemeinsam decken die beiden Objektive den Brennweitenbereich von 24 bis 280 mm für vielseitige Anwendungsbereiche ab.

Das neue Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280 mm zeichnet sich sowohl durch seine große Brennweitenspreizung, als auch die hohe Lichtstärke aus und besticht durch optische und mechanische Präzision. Die eingebaute optische Bildstabilisierung ermöglicht eine Verlängerung der Belichtungszeiten um bis zu 3,5 Blendenstufen und garantiert damit selbst in der Telestellung Aufnahmen aus der Hand. Hinzu kommt die neu entwickelte Doppel-Innenfokussierung des Objektivs, die für einen sehr schnellen, leisen Autofokus und eine konstant hohe Abbildungsleistung von unendlich bis in den Nahbereich sorgt. Mit einer Nahdistanz von 0,6 Metern in der 90-mm-Stellung und 1,4 Metern in der 280-mm-Stellung sowie einem Abbildungsmaßstab von 1:4,8 bis 1:5 ist das vielseitige Objektiv insbesondere für Nahaufnahmen prädestiniert. Zudem ist das Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280 mm staub- und spritzwassergeschützt und besitzt zur leichteren Handhabung einen abnehmbaren Stativfuß.

Wie alle Leica Objektive wurde auch das Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280 mm von den Leica Optik-Spezialisten in Wetzlar entwickelt und verbindet gleichermaßen optisches und technisches Know-How. Die Verbindung von modernster Technik und hochwertigen Materialien sorgt hierbei für eine konstante Qualität. Das Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280 mm verfügt über 23 Linsen (aufgeteilt in sieben bewegliche Baugruppen), darunter sieben Gläser mit anomaler Teildispersion zur Korrektur chromatischer Bildfehler. Die Bewegung der beiden Fokuselemente erfolgt durch einen neu entwickelten Antrieb, bestehend aus lineargeführten Linsen mit Schrittmotoren. Eine Besonderheit ist dabei die konstante Baulänge beim Fokussieren und Zoomen. Die mitgelieferte Gegenlichtblende unterdrückt störende Reflexe und Streulicht.

Das Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280 mm ist mit einem Stativfuß zur Befestigung auf einem Stativ ausgestattet. Sein ergonomisches Design erleichtert das Tragen in der Hand und das Anbringen eines Objektivgurtes. Mit der arretierbaren Stativschelle lässt sich das Objektiv in jedem Winkel fixieren. Alle 90 Grad gibt es eine Rastung, um schnell zwischen Quer- und Hochformat wechseln zu können.

Das Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280 mm ist ab dem 24. März 2016 für eine unverbindliche Preisempfehlung von 5.800 Euro erhältlich.

Neben dem Leica Vario-Elmarit–SL 1 : 2,8–4/24–90 mm ASPH. und dem Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280 mm wird in diesem Jahr noch das Leica Summilux-SL 1:1,4/50 mm ASPH. (verfügbar ab Q4/2016) das Objektiv-Portfolio ergänzen. Darüber hinaus stehen Fotografen mit dem extrem kompatiblen SL-System nahezu alle Leica Optiken zur Verfügung, die jemals hergestellt wurden. So lassen sich die Leica T Objektive direkt an der Leica SL verwenden und der bereits verfügbare M-Adapter T ermöglicht die Nutzung von fast allen Leica M-Objektiven. Leica S-Objektive können mit dem S-Adapter L (verfügbar 05/2016) und Leica R-Objektive mit dem R-Adapter (verfügbar Q3/2016) verwendet werden.

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Andreas ist Fotoingenieur, lebt in Bonn und betreibt neben dem Leica Forum auch das Systemkamera Forum und das Fuji X Forum

3 Comments

  1. „Legt man die 1/Brennweite-Daumenregel zugrunde, so kann man im Telebereich statt 1/300 eine 1/30 sek verwackelungsfrei verwenden.“
    Diese Regel der Kleinbild-Negativ Fotografie ist meines Erachtens nur bedingt digital anwendbar. Schon damals hat das wohl nicht so gut mit einer R3mot und dem Spiegelschlag funktioniert, bei anderen Kameras wohl schon.
    Diese Regel würde ich maximal bei Kameras mit bis zu 12 Megapixeln anwenden. Eher noch bei bei 8 Megapixeln. Alles darüber hinausgehende ist mit steigenden Megapixeln sensibler gegenüber Kamerabewegungen. Daher würde ich bei einer 24 mpix Kamera eher 1/Brennweite x2 (oder besser x2,5) anwenden. Erst dann erhält man die hohe optische Leistung, zu denen diese Objektive fähig sind.
    Trotzdem sind 1/90 bei 300mm doch ein beeindruckender Wert.
    In der Praxis werden bei den meisten Sportaufnahmen mit 300mm ja eh 1/1000 oder kürzere Zeiten verwendet. Oder es werden Landschaftsaufnahmen, bei denen sicher ein Stativ verwendet wird, weil es gerade hier auf jedes kleine Detail im Bild ankommt. Von daher ist ein Bildstabilisator wohl eher von begrenztem Nutzen bei einem (Leica-) Objektiv.

    • Du hast völlig recht, die Daumenregel lässt sich auf hochauflösende Kameras natürlich nicht übertragen.
      Die Rechnung soll nur einen Eindruck geben, in welchen Dimensionen der Stabi Vorteile bringt.

      Und Sport (außer Schach) und Landschaft sind in der Tat nicht die Paradedisziplinen für einen Stabi…

      Andreas

  2. Als Reise- oder Reportageobjektiv ist dieses Objektiv wohl eher ungeeignet. Unabhängig davon wie gut die Qualität sein mag – in der Praxis wärs mir für eine Hochzeitsreportage oder gar auf Reisen einfach zu groß und zu schwer. Ich denke Leica hätte gut daran getan, beim SL-System auf praxistaugliche Linsen zu setzen, wenn man nicht nur Pixelzähler und Prestigekäufer als Kunden gewinnen will. Der SL-Body erfüllt den Anspruch als praxistaugliches Gerät für „normale“ Berufsfotografen durchaus und macht das SL-System grundsätzlich als Alternative zu Canon/Nikon interessant. Die Optiken sind aber einfach zu fett. Als Berufsfotograf mit eigenem Studio seit über 20 Jahren benötige ich kein Referenzobjektiv sondern eines, was neben einer ordentlichen Abbildungsleistung eben im täglichen Umgang auch gut zu handeln ist. Diesen Anspruch erfüllen die beiden SL-Zooms leider nicht.

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