LEICA M MONOCHROM
LEICA M MONOCHROM
LEICA M MONOCHROM

Nachdem die LEICA M9 am 09.09.09 vorgestellt wurde, hatten viele auf eine LEICA M10 spekuliert, als neue Leica Produkte für den 10. Mai (May10) angekündigt wurden. Auf den offiziellen LEICA M10 Nachfolger müssen wir noch warten, stattdessen ist es die LEICA M MONOCHROM geworden:
Die erste digitale Schwarzweiß-Kamera im Kleinbildformat!

Wir hatten die Gelegenheit, schon vor der offiziellen Vorstellung einen Prototypen zu testen, daher gehen wir in diesem Artikel der Frage nach, ob eine derartige Kamera überhaupt sinnvoll ist und für welche Käufer sie interessant sein könnten.

LEICA M MONOCHROM auf den ersten Blick

Wer das aktuelle Leica M Produktprogramm kennt, sieht sofort die Verwandtschaft zur LEICA M9-P:

  • Die LEICA M MONOCHROM hat ebenfalls die Vulkanit-Belederung,
  • Auf der Vorderseit der Kamera fehlen der typische rote Punkt und die Produktbezeichnung
  • Das Display verfügt über der das kratzfeste Saphirglas

Auf der Rückseite der LEICA M MONOCHROM finden sich alle Bedienelemente, wie von der Leica M9 und M9-P gewohnt.

Gravur im Blitzschuh

Die einzigen Unterschiede:

  • Die LEICA M MONOCHROM gibt es nur in schwarzchrom, während die M9-P die Auswahl zwischen schwarz lackiert und silbern verchromt lässt.
  • Auch auf der Oberseite der Deckkappe findet sich keinerlei Gravur, nur im Blitzschuh ist der Schriftzug „MONOCHROM“ dezent sichtbar.

Lieferumfang

Der Lieferumfang entspricht im Wesentlichen der LEICA M9-P, als Software wird ebenfalls Adobe Lightroom ausgeliefert. Hinzu kommt lediglich ein Trageriemen und eine Lizenz für NIK Silverefex 2, eine Software speziell zur Erzeugung und Nachbearbeitung von Schwarzweißbildern.

Baryt Prints für MONOCHROM Kunden

Als spezielles Schmankerl für MONOCHROM Kunden bietet Leica in Kooperation mit Whitewall einen speziellen Service an: Nach der Registrierung auf der Leica Homepage erhalten sie einen eigenen Zugang bei Whitewall und können Ihre Bilder  auf Baryt-Papier ausbelichten lassen.

Menüführung

Die ersten richtigen Unterschiede finden sich in der Menu-Führung der MONOCHROM:

Tönung statt Weißabgleich

Einige Punkte wie Weißabgleich und Farbraum entfallen logischerweise, weil Farbe keine Rolle spielt. Speziell für die SW Fotografie kommen einige Punkte dazu: Die JPEGs der Kamera lassen sich direkt in verschiedenen Tönungen und Stärken einfärben, zur Auswahl stehen Blau, Selen und Sepia.

ISO Bereich

Der gesamte ISO Bereich der Kamera hat sich verschoben:
Der maximale Wert liegt jetzt bei ISO 10.000 – bei der M9 ist bei ISO 2.500 Schluss.
Die Skala beginnt jetzt bei ISO160 – dies ist aber schon die Pull Einstellung, die einen reduzierten Kontrastumfang hat. Als optimalen Wert empfiehlt Leica ISO320.

RAW Histogramm und Clipping-Anzeige

Um den kompletten Kontrastumfang des Sensors auszuschöpfen, stellt das optional einblendbare Histogramm die Verteilung der unbearbeiteten RAW-Daten dar, die durch keinen Kamera-internen Prozess verfälscht wurden.
Die Clipping-Anzeige, um ausgefressene Lichter und Schatten ohne Zeichnung zu finden, lässt sich individuell einstellen, so dass die generierten DNG-Files das Optimum an Grauwerten enthalten.

Sensor

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der LEICA M MONOCHROM liegt im reinen Schwarzweiß-Sensor. Er stammt wie der M9 Sensor auch von Truesense, der ehemaligen Sensorsparte von Kodak.

Ein bisschen Hintergrund, um die Vorteile des Sensors zu erklären: Farbsensoren müssen eine Menge Tricks und Kniffe anwenden und Kompromisse eingehen, um ein Farbbild in voller Auflösung zu liefern.

  • Vor dem Sensor ist ein Muster von Farbfiltern angebracht, das jedem Pixel entweder Rot, Grün oder Blau zuordnet und nur diesen Farbwert aufzeichnet
  • Um für alle Pixel alle Farbwerte zu generieren, müssen zwischen benachbarten Pixeln die fehlenden Farbwerte interpoliert werden
  • Durch den Bildprozessor der Kamera wird versucht, einen Kompromiss zwischen Auflösung, Rauschen und Interpolationsartefakten zu finden

All diese Schritte gehen auf Kosten der Detailauflösung, der Empfindlichkeit und damit indirekt des Rauschverhaltens.

Der LEICA M MONOCHROM Sensor

Der Sensor der LEICA M MONOCHROM ist anders aufgebaut:
Weil er keine Farbwerte liefern muss, kann er die Daten ohne Interpolation und somit ohne die entsprechenden Artefakte und damit die die volle Nennauflösung des Sensors liefern. Auch wenn er mit 18MP die gleiche Nominalauflösung hat wie die M9, sollte er ein wesentlich besseres Bild liefern:

  • Höhere echte Auflösung und Detailschärfe – weil keine Interpolation mit Nachbarpixeln notwendig ist
  • Höhere Empfindlichkeit und dadurch weniger Rauschen – weil keine Filter Licht schlucken

Ob das nur blasse Theorie ist oder sich tatsächlich Unterschiede im Bild zeigen, haben wir in der Praxis getestet.

Die LEICA M MONOCHROM im Praxistest

Um einschätzen zu können, was der reine Schwarzweiß-Sensor der LEICA M MONOCHROM leisten kann, haben wir uns in Bonn einige kritische Motive gesucht. Für alle Bilder gilt:

  • Alle Bilder sind JPEGs, die direkt von der Kamera so generiert wurden oder DNGs, die mit Adobe Photoshop CS5 ohne Nachschärfen entwickelt wurden
  • Die Kamera ist ein Prototyp der MONOCHROM, der mit der Firmware 0.009 arbeitete – also einer frühen Betaversion

Test Detail-Auflösung

Hier zwei Beispielbilder, um die Detail-Auflösung zu beurteilen.

Diese Außenansicht im Kunstmuseum Bonn benutzen wir gerne, um die Auflösung von Kameras zu testen.Bild anklicken für höhere Auflösung
Details werden pixelgenau aufgelöst – ohne Nachschärfen oder Überschwinger, wie man an der Jalousie erkennen kann.
Bild anklicken für höhere Auflösung
In diesem Detail aus der Mauer sieht man perfekte Details ohne Manipulation am Bild.
Bild anklicken für höhere Auflösung

 

Ein anderes Motiv aus dem Botanischen Garten – auf den ersten Blick wirkt es wie aus dem Elektronenmikroskop.
Bild anklicken für höhere Auflösung
Hier sind es punktförmige Strukturen auf den Pflanzen, die wirklich Pixel für Pixel aufgelöst sind.
Bild anklicken für höhere Auflösung
Bild anklicken für höhere Auflösung

Die theoretisch höhere Detailauflösung bestätigt sich also voll in der Praxis – beim nächsten Bilde haben wir die Empfindlichkeit  aufgedreht.

Test High ISO

Um zu testen, wie sich extreme ISO Werte auf das Bild auswirken, haben wir am Rheinufer einige Testaufnahmen abends gegen 21 Uhr bei hohen ISO Werten gemacht.

Diese Mauer habe ich mit ISO 8.000 fotografiert.
Bild anklicken für höhere Auflösung
Details aus einer dunklen Partie rechts im Blattwerk zeigen zwar deutliches Rauschen, aber kleine Details der Efeublätter werden noch aufgelöst.
Bild anklicken für höhere Auflösung

 

Das Rheinpanorama wurde mit ISO 3.200 gemacht.
Bild anklicken für höhere Auflösung
Auch in der Wasserfläche ist kein Rauschen zu sehen.
Bild anklicken für höhere Auflösung

Mein Fazit zur Empfindlichkeit: Die Monochrom kann bis ISO 3.200 ohne Einschränkung genutzt werden, selbst bei ISO 8.000 liefert sie noch wirklich gute Ergebnisse.

Test Kontrastumfang

Was für Kontrastumfang in den Leica M Monochrom DNGs steckt, lässt sich an diesem Bild aus dem Botanischen Garten zeigen.

Das JPEG aus der Kamera ist für meinen Geschmack deutlich zu dunkel und sieht so aus, als ob die Schatten absaufen (das kann gut an der Beta-Firmware 0.009 liegen). Aus dem entsprechenden DNG haben wir zwei Varianten generiert.
Bild anklicken für höhere Auflösung
Variante 1 zeigt das Bild aus, wie ich es gerne hätte.
Bild anklicken für höhere Auflösung
Variante 2 zeigt, was in den Schatten noch alles drinsteckt: Sowohl in der Schattenpartie neben der Tonne als auch unterhalb ist noch jede Menge Information drin.
Bild anklicken für höhere Auflösung

 

Auch Schwarzweiß hat seinen Preis

Angesichts dieser Leistungen geht sicher kaum noch einer davon aus, dass es bei Leica eine Kamera ohne Farbe auch für einen kleineren Preis gibt: Die LEICA M MONOCHROM schlägt auf den Preis einer M9-P etwas drauf und wird für 6.800 € in den Laden kommen.

Anders Fotografieren mit der LEICA M MONOCHROM

So weit die technischen Werte und Leistungen der neuen Kamera – bleibt die Frage: Wie verändert sich die Arbeitsweise mit der LEICA M MONOCHROM?

Während ich mich früher für 36 Aufnahmen einer Filmsorte entscheiden musste, ist mit der Digitalfotografie die große Beliebigkeit eingezogen. Speicherkarten haben eine nahezu endlose Kapazität und während der Aufnahme ist immer der Gedanke präsent: „Ich kann die Bilder ja noch später nachbearbeiten“

Leica hat schon immer eine andere Produktphilosophie verfolgt: „Konzentration auf das Wesentliche„. Der Fotograf war mit einer Leica M schon immer dazu gezwungen, sich während der Aufnahme Gedanken zu machen. Die Leica Monochrom treibt dieses Prinzip auf die Spitze: Autofokus und Programmautomatik gibt es sowieso nicht. Jetzt muss auch das spätere Schwarzweißbild bei der Aufnahme gestaltet werden. Ohne die Farbinformation im Bild kann später am Computer nicht mehr mit dem „digitalen Rotfilter“ oder „Pseudo-Infrarot“ das Bild dramatisiert werden. Lediglich die Mittel der klassischen Schwarzweiß-Dunkelkammer stehen noch zur Verfügung. Wer sich aber auf diese Art zu arbeiten einlässt, wird mit einer kompromisslosen Qualität belohnt.

Für den stolzen Preis von 6.800 € bekommt der Käufer einen echten technischen Leckerbissen: In ihrer Spezialdisziplin Schwarzweiß liefert die LEICA M MONOCHROM in Schärfe, Dynamik und Rauschverhalten fantastische Ergebnisse.

Für wen?

Und als letzte Frage: Für wen ist diese Kamera interessant? Wer bereit ist, für eine Kamera 6.800 Euro zu zahlen, hauptsächlich in Schwarzweiß fotografiert und auf der Suche nach kompromissloser Qualität ist – für diese Zielgruppe könnte die LEICA M MONOCHROM die perfekte Kamera sein.

Im professionellen Bereich sind es vielleicht Reportage-Fotografen, für die die Qualität und bessere High ISO Performance den Unterschied macht, um auch unter schwierigsten Lichtverhältnissen noch gute Ergebnisse zu erzielen.

Eure Meinung?

Soweit mein erster Bericht zur LEICA M MONOCHROM! Ich bin sicher, dass diese Kamera polarisiert und viele von Euch die Kamera ganz anders bewerten!

Was ist Eure Meinung? Ich freue mich auf eure Kommentare und auf heiße Diskussionen im Leica Forum – und vor allem auf tolle Bilder mit der LEICA M MONOCHROM!

New Leica Products available for pre-order

  • Leica M Monochrom

  • LEICA X2

  • LEICA APO-SUMMICRON-M 50 mm f/2 ASPH.

About The Author

Andreas ist Fotoingenieur, lebt in Bonn und betreibt neben dem Leica Forum auch das Systemkamera Forum und das Fuji X Forum

20 Comments

  1. Leica hat einen Vogel
    Seit Monaten habe ich sehnsüchtig auf den heutigen Tag gewartet.
    Ich bin stolzer Besitzer einer M6 mit mehreren Objektiven
    Ich habe im Stillen gehofft, dass nun vielleicht ein Leica-Gehäuse auf den Markt kommt, dass sich auch ein normaler Mensch leisten kann.
    Ich bin maßlos enttäuscht.
    Die Idee einer monochromen Kamera ist zwar bestechend,
    Aber der Preis des neuen Gehäuses deutlich über der der M9 ist einfach eine grobe Unverschämtheit.
    Nur die Reichen und Schönen können sich diese Kamera noch leisten.
    Ich jedenfalls bin nicht bereit, mehrere Monatsgehälter für ein digitales Kameragehäuse der Firma Leica hinzublättern, nur um meine vorhandenen M-Objektive nutzen zu können.
    Nun kann endlich beruhigt ein Gehäuse eines anderen Herstellers kaufen, das 6x billiger ist, und mit den M-Objektiven auch noch ausgezeichnete Fotos liefert.

  2. Ich finde die Monochrom vom Ansatz wirklich spannend.
    Es ist angenehm wieder zurück zur Photographie zu kommen, ohne lästige, große RAW-Dateien und gewaltige Nachbearbeitung – Fotos vor Ort – das gefällt mir sehr.
    Der Preis gefällt mir gar nicht und das der Sensor in einer Kamera steckt, die nur Photographie von 16-135 mm zulässt und Nahaufnahmen kaum erlaubt ist für mich der falsche Weg.

    Kritisch sehe ich auch die Empfindlichkeit – da sehe ich einen Widerspruch, sicher ist es erstrebenswert auch bei 3200 ISO noch rauschfreie Fotos ohne Blitz zu realisieren und bei 8000 ISO rauscharme – aber dafür hat Leica jahrzehntelang hochlichtstarke Objektive produziert…
    nur wie lassen sich hochlichtstarke Objektive und die damit fantastische, geringe Schärfentiefe an einer Monochrom nutzen?
    Was fange ich an mit den Summiluxen und dem Noctilux?
    Und jetzt sage mir bitte niemand, ich solle daran Graufilter verwenden.
    Das selbst Leica sich diesem Problem nicht annimmt, finde ich wirklich ärgerlich – es werden endlich verlustfreie Einstellungen bei 50 ISO und 25 ISO gebraucht.
    Lichtstarke Objektive werden doch keineswegs nur für Dämmerungsfotografie produziert. Das muß doch technisch lösbar sein.

  3. Tönung ist das, was die Damen mit den Haaren machen. Das was Du meinst, nennt man „Tonung“ 😉

  4. Wenn ma denkt, was heute ein S/W Kleinbildfilm höchster Qualität, incl. Entwickeln, Kontaktkopie und Digitalisierung kostet, kann ich für 6.800€ einige Filme auch mal „verschießen“. Mich würde brennend interessieren wie der Sensor im Vergleich zum Film ist, denn aus der Farbfotographie ist meiner Meinung nach ein digitalisierter Farbfilm immer noch besser als ein Digi-Bild. Vielleicht bin ich allerdings da auch die falsche Zielgruppe.
    Zur M-Monochrom kann ich nur sagen: Schnell kaufen, wenn mam kann, nicht anrühren, warten, das wird ein Knaller in 10 Jahren, denn dann werden vielleicht richtig gute Preise für ein solches Produkt, was meiner Meinung nach die Welt nicht braucht, bezahlt.

  5. Ich stimme Herrn Horstmann vollkommen zu. Problem nur, das Kreative nicht immer zu den Reichen gehören und damit Zielgruppe und Käuferpotential nur eine extrem geringe Schnittmenge haben. Vielleicht sollte Leica endlich anfangen, die Geräte nicht mehr ausschließlich über den Preis zu positionieren. Oder glaubt jemand ernsthaft, die Preise seien seriöse Kosten-Kalkulationen?

  6. Ich verstehe nicht warum man da enttäuscht sein kann. Ich persönlich bin absolut begeistert da ich meine meisten Leica Fotos eh in Schwarzweiß verwandle.
    Nun ist es keine billig Kamera, aber habt ihr wirklich erwartet das Leica mit was auch immer für eine M Camera sie rausbringen auf einmal den Preis reduziert?
    Ob das nun was für die schönen und reichen ist finde ich ein bisschen lächerlich.
    Leica war schon immer keine Kamera für die Masse. Und 6800 Euro für eine neue M sind doch auch nicht so überraschend.

  7. Ja, ich kann mich nur anschließen: Leica hat einen Vogel.

    Auf der einen Seite bewundere ich ein Unternehmen, dass schnell und kompetent auf Kundenwünsche reagieren kann auf der anderen Seite frage ich mich: hat der Kunde wirklich nach einer sw Leica für €6.800 gefragt? Finde die Denke von Leica aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten nachvollziehbar: wie können wir eine finanzielle Brücke bauen zwischen einer M9 und M10, bis die Neue auf dem Markt ist. Aber: Leica ist nicht wegen seiner Nischen-Nischen-Produkte wieder auf die Beine gekommen sondern weil ein mutiger Unternehmer sein eigenes Geld in die Hand genommen hat und ein Produkt enwtickeln ließ, dass der Markt gerne auf genommen hat. Die M9 hat wieder Begehrlichkeit geweckt – für einige, nicht den Massenmarkt, aber dafür ist Leica ja auch nicht da.

    Leica sollte sich überlegen, ob es nicht tatsächlich eine interessante Idee sein könnte, den Einsteiger-Markt anzusprechen mit einer digitalen CL, die zwar damals etwas klapperig klang aber immerhin vielen Menschen den Traum von einer Leica näher gebracht hatte.

  8. Ich stimme beiden zu! Auf der anderen Seite hat Leica die Behauptung aufgestellt, eine digitale R liesse sich nicht mehr verkaufen, auf der anderen Seite nun die
    LEICA M MONOCHROM. Das verstehe, wer will.

  9. Auweia. Mit zunehmendem Bedauern sehe ich zu, wie Leica sich in eine Nische begibt, die wohl kaum ein Mensch braucht. Ich bin vor 6 Jahren auf Leica aufmerksam geworden, habe damals auch das Werk besucht und anschließend für den Einstieg eine gebrauchte R-5 erworben. Herrlich: wertige Bauweise, excellenter Sucher, ein „echter“ Blendenring, ein Zeitenrad, hochwertige Optiken – alles was man für gute Fotos benötigt. Da mir die R9 mit Digiback als Übergangslösung erschien, wartete ich auf die digitale R, die möglichst so ein sollte wie die R9, nur eben von Anfang an Digital. Bitte mit Vollformat und den Blendenring beibehalten. Und ich wartete … und wartete … und wartete. Was kam war eine S2, zu einem Preis der nicht marktfähig ist (und dann auch noch ohne Blendenring, wie ungeil), was kam war ein Spielzeug für Reiche namens M8 und M9 und jetzt auch noch das: ne Schwarz-Weiß-M für knapp 7 Mille. Wer soll den das kaufen? Ich nicht. Im Kleinbildbereich bin ich nun bei Canon (5D MK II Bedienkonzept nicht mein Traum, aber funktioniert), im Mittelformat bei Pentax 645D (halber Preis der S2, sehr gute Optiken, praxistauglich). Leica hat die Chance verpasst, Liebhaber der traditionellen Bedienkonzepte im digitalen Zeitalter abzuholen, denn genau das wäre Leicas große Stärke gewesen. Momentan boomt der Retro-Markt; Kamerahersteller haben erkannt das mehrfach belegte Miniknöpfe und Plastikrädchen dem Verbraucher einfach keinen Spaß machen. Olympus bringt die OM-D, Fuji die X10 usw. und bedienen damit genau den Markt, den Leice hätte perfekt bedienen können. Stattdessen setzt Leica auch abgehobene Konzepte zu irrsinnigen Preisen – schade eigentlich.

  10. Tja, was soll man sagen? Wie bei den überteuerten M8 und M9 wird auch die neue M gekauft, egal, was sie kostet. Ich greife lieber zu meinen Nikons und bin mit der Bildqualität mehr als zufrieden. Wer zeigt wie es gehen könnte, ist einmal mehr Fuji mit der X1 Pro, die mehr kann und bessere und preiswertere Optiken hat als Leica. Da bekommt man für weniger als die Hälfte des Preises der M9 -ohne Linse- ein ganzes, mehr als hochwertiges Kamera-System. Für mich als Normalverdiener, der Kameras nicht von der Steuer absetzen kann, sind die Leicakameras und insbesondere die Objektive weit jenseits der für mich geltenden Realität.

  11. Vielleicht hat sich Leica mit der S/W Variante eine nette Abschiedsvorstellung vom Kameramarkt gegönnt. Ich bin zwar stolzer Besitzer einer M9 (owohl nur schön und nicht reich ;-), denke aber dass ich bei der heutigen Konkurrenz nicht mehr zu einem Leicagehäuse greifen würde. Bei den Objektiven bereue ich keinen Cent. Die digitalen M’s sind aber technisch ziemlich im Hintertreffen. Leica soll sich auf die Objektive konzentrieren und mit einem der innovativen Asiatischen Hersteller eine ausgereifte aber günstigere digitale M auf den Markt bringen.

  12. Ich hatte eine Kamera erwartet, welche ihr Suchersystem in Richtung der Fuji X1 Pro enwickelt – von Leica natürlich noch etwas besser und natürlich mit Vollformatsensor. Oder doch wenigstens einen EVF, den man auf die – dafür eingerichtete – M9 neu (oder M10?) aufschieben kann.
    Stattdessen also die M9 mono, die ihre Meriten haben wird, aber doch recht teuer an den (sw-spezialisierten) Mann gebracht werden soll. Ob es dafür einen ausreichenden Markt gibt?

  13. Warum soviel Aufregung ?
    Leica führt die Evolution bestimmter Ideen fort, hier: Optimierung der SW-Fotografie (und hoffentlich nicht des Sammlerwertes). Der Markt , d.h. Die Kauefer werden entscheiden, ob SW Monochrom eine Zukunft hat oder ob es sich um einen Toten, weil ausgestorbenen Evolutionspfad handelt.
    Schade, denn mit den verbrauchten Ressourcen hätte man soviel mehr anfangen können, u m den fantastischen Objektiven endlich ein wuerdiges Backend zu geben.

  14. Schade, Träume sollten irgendwie erreichbar sein und irgendwo auch noch vernünftig. Habe mich heute von meinen Leica Träumen verabschiedet, den Newsletter abgemeldet und finde es eigentlich nur noch schade, ein geschichtsträchtige Traditionsmarke nur noch über Snobismus zu definieren.

  15. Leica lebt davon, Geräte mit Alleinstellungsmerkmalen zu bauen, vor allem auch qualitativ. Die Investitionskosten der M9M werden sich im Rahmen gehalten haben und die Entwicklung wird nicht wesentliche andere Projekte aufgehalten haben. Der Markt dafür wird sicher da sein.

    Der Preis eines Produkts wird im wesentlichen nicht über dei Herstellungskosten sondern über den Markt bestimmt. Ich für meinen Teil bin froh, wenn Leica mit Ihrem neuen Produkt Erfolg hat. Nur ein gesundes Unternehmen wartet auch noch meinen alten Kram und bringt gelegentlich auch Produkte auf den Markt, die für mich stimmen. Die M9M ist nicht so viel teuer als eine M9 plain vanilla. Es gibt halt nicht viele Kameras mit einem vergleichbaren Konzept, ganz zu schweigen von der mechanischen Qualität. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Leica-Benutzer die Nichtumsetzung ihrer Vorstellungen als persönlichen Angriff sehen.

    Und generell zum Preis: Viele stecken wesentlich mehr in Ihre Fahrzeuge, Häuser und Wohnungen. Oft ist es einfach eine Frage der Prioritäten und nicht die Frage, ob man Zahnarzt oder Anwalt ist.

  16. Wunderbar!
    Endlich Mittelformatqualität in einem Kleinbildgehäuse!
    Sobald meine Kasse aufgefüllt ist, werde ich, diesen gewitzten Quantensprung nutzend, auf Monochrom umsteigen.
    Wer da noch klobig, klotzig, überladene, monströse Kameras der Marktführer bedienen will (muß), ist selber schuld!

  17. Ich habe lange mit Leica geliebäugelt, habe mich dann aber angesichts des Preis-Leistungsverhältnisses der M8 dafür entscheiden, das entsprechende Budget (M 8 + 2-3 Objektive) in gebrauchtes Mittelformat zu investieren: eine Hasselblad H2 mit PhaseOne- P25 und inzwischen drei Objektiven. Diese Entscheidung habe ich bis heute keine Sekunde bereut, und ich bin endlich wieder beim Mittelformat.

  18. […] im Internet. Wir haben hier für euch eine Liste von Videos und Reviews zusammengestellt:ReviewsDas Leica Forum präsentiert einen kompletten Review zur Leica M Monochrom!Bellamy Hunt aka JapanCameraHunter hatte […]

  19. Ferrari-Lamb.-Pors.-R.R. etc. : sind Produkte dieser Firmen sinnvoll ? … die gleiche Frage stellt sich hier, zu der neu auf den Markt gebrachten SW-Leica.
    Derjenige welcher sie bezahlen kann und will, ist erfreut darüber, daß es solche exorbitant teuren Produkte zu erwerben gibt. Nach dem Nutzwert wird nicht entschieden.Die Exclusivität, der Auffälligkeitsfaktor in der Sammlergemeinde
    und die individuelle Freude am Design, sind zumeist die Kriterien die den Kauf beeinflussen… Sicherlich bei wenigen Nutzern auch die speziellen technischen Feinheiten der Konstruktion. Ausprobieren würde ich diese Leica gerne – aber kaufen ? Meine umfangreiche Objektivausstattung aus dem Hause Leitz liegt unbenutzt in Kamerakoffern und ich hoffe (immer mal wieder..), daß eine hierzu kompatible digitale Leica, an welche die R-Objektive passen, auf den Markt kommt. Eine Kamera welche farbige Fotos und s-w Fotos in optimaler Qualität
    (eben Leica-like) fabriziert… werde nach so vielen Jahrten des Wartens auf die vor kurzem auf den Markt gekommene Canon, die, welche Leistung,Preis und Herstellerqualität miteinander vereint, erwerben. Werde dann, zähneknirschend,
    einen passenden Zwischenring kaufen und meine geliebten Leica Optiken, zu- mindest bei Standfotos verwenden.

  20. […] Im photokina-Jahr hat Leica  am 10. Mai schon in allen Produktbereichen neue Artikel vorgestellt:LEICA M MONOCHROMLEICA APO-Sumicron-M 50 mm f/2 ASPH.LEICA X2LEICA V-LUX 40LEICA S-Adapter H für Hasselblad H […]

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