Geschichte der Leitz/ Leica-Projektorenfertigung

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Geschichte der Projektorenfertigung bei Leitz/ Leica

Leitz begann bereits 1926, ein Jahr nach der Einführung der Leica Kleinbildkamera, mit der Herstellung von Kleinbild-Diaprojektoren. Der erste Projektor war ein Uleja mit einem 3-linsigen Kondensorsystem und einer Brennweite von 80mm bei Verwendung einer 100-Watt-Lampe. Dieser Projektor wie auch seine Nachfolger bis in die 60er Jahre erlaubten auch die Verwendung eines Vorsatzes für die Projektion von Filmstreifen statt des gerahmten Diapositivs. Schon bald folgte der verbesserte Projektor Gnom, der zum Prado 150 weiterentwickelt wurde. Insbesondere wurde fortlaufend an der Optimierung des Kondensorsystems sowie der Helligkeit des Lichtes bei gleichzeitig zuverlässiger und ausreichender Wärmeabfuhr und Wärmeschutz für das Dia gearbeitet.

Schon lange zuvor hatte Leitz Projektionsapparate für Episkopie, Großdiaprojektion und Zeichenapparate gebaut und entwickelt. Auf diese Erfahrungen konnte man nun zurückgreifen. Broschüre Projektion von 1907

Ab 1958 mit dem Pradovit wurde der automatisierte Diawechsel aus einem Magazin (für 36 und 50 Dias) entwickelt, damit war das spätere Gemeinschaftsmagazin geboren.

Ebenfalls 1958 verließen die ersten Colorplan 2,5/ 90mm - Objektive die Produktion, was neben der Automatisierung und Magazinführung die Projektionstechnik erheblich verbesserte.

Fortlaufend wurden ab dem Prado und insbesondere für den lange produzierten Prado Universal auch verschiedenste Vorsätze für wissenschaftliche Anwendungen angeboten (z.B. Polarisations- und Microansätze).

Bereits zuvor und bis in die 80er Jahre (ebenfalls Prado-Universal) wurden auch jeweils Vorsätze nebst Ersatz- Kondensorsystemen angeboten, die das Betrachten von 6x6-Dias oder 7x7-Dias ermöglichten.

Ab 1974 wurde für einige Jahre ein Projektor für die Betrachtung von Pocketfilm-Dias angeboten, der Pradovit Color 110, für den das Elmaron 2,8 / 45 mm und das Objektiv Colorplan 1:2,5/ 50mm hergestellt wurde. Dieser Projektor nebst zugehörigem Spezialmagazin wurde in Kooperation mit Agfa entwickelt.

1982 entwickelte Leitz mit Kindermann das heute noch gebräuchliche LKM-Magazin (Leitz-Kindermann-Magazin), das die ungeglasten Dias verschüttsicher hält und 60% Platzersparnis mit sich bringt (60er und 80er-Magazine). Der Pradovit R/ RA 152 ist der erste Projektor für dieses Magazinsystem.

1988 geht die Kooperation mit Kindermann noch einen Schritt weiter: Der Projektor Pradovit 153/ 253 entsteht in Zusammenarbeit mit Kindermann und wird auch bei Kindermann gefertigt. Die Kooperation beschränkt sich fortan jedoch auf diesen Projektortyp und endet 1990.

1990 erwirbt Leitz/ Leica die Zett-Projektorenwerke in Braunschweig (ehemals Zeiss-Ikon) und entwickelt auf Basis der von Zett angebotenen Projektoren die Projektorenpalette der Pradovit P 150 (kleiner Heimprojektor) und P 155/ 255 (für gehobene Ansprüche). Dieses Werk war bereits 1928 als Projektorenwerk gegründet und 1969 von Zeiss-Ikon übernommen worden. Zu dieser Zeit ist Zeiss-Ikon noch mit Voigtländer zusammengeschlossen, der Name Voigtländer verschwindet jedoch nach endgültiger Verschmelzung bereits 1970 aus dem Namen. Aus diesem Werk und einem ehemaligen Zeiss-Ikon Perkeo-Projektor geht ab 1995 auch der Pradovit P 600 hervor, ein Spitzenprojektor, der aber erst 1998 (?) das bisherige Spitzenmodell Pradovit P 2002 von Leitz vollständig ersetzt. Dafür wurde durch Überarbeitung des Kondensorsystems (auch beim P 2002) die Lichtleistung nochmals um 20% gesteigert und beide Modelle verfügen über einen schnellen automatischen Lampenwechsel bei Ausfall der Halogenbirne.

Ab 1998 wird als professionelles Spitzenmodell der Rundmagazin-Projektor Pradovit RT angeboten, der aus einer Kooperation mit Kodak entsteht und auch dort gefertigt wird.

Ab 2002/ 2003 wird der ehemalige P 600 in der Variante Pradovit IR (mit IR-Fernbedienung) und Pradovit PC (mit Vorrüstung für PC-Überblendung) angeboten und stellt neben dem Pradovit RT und dem P 300 den vorläufigen Schluss der Projektorenentwicklung bei Leitz dar.

Im Jahr 2004 geht im Zuge wirtschaftlicher Umstrukturierung das Projektorenwerk in Braunschweig in die Hände der Allegra-Gruppe Beteiligungsgesellschaft über. Die Leica-Projektoren werden jedoch weiterhin dort gefertigt.

Etwa im Jahr 2006 wird die Neuproduktion von Dia-Projektoren eingestellt, mit dem Verweis darauf, dass genügend Geräte für den stark gesunkenen Bedarf der nächsten Jahre vorhanden sei.

Auf der Photokina 2008 wird dann der neue Digital-Projektor (Beamer) D1200 vorgestellt, der einer Kooperation mit dem norwegischen Beamer-Hersteller Projectiondesign entstammt.


--Nils Opitz-Leifheit 10:54, 8. Jan. 2008 (CET) --Nils Opitz-Leifheit 16:30, 4. Feb. 2009 (CET)

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