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Old 08/09/07, 06:04 PM   #21 (permalink)
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leicam62003's Avatar
 
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Default AW: Traurige Reportage aus dem Park vor dem Haupbahnhof

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Originally Posted by menze_h View Post
Ich verstehe die Aufregung um diese Bilder nur wenig. Harry Weber, der vor kurzem verstorbene, langjährige Auslandschef des stern Magazin in Österreich, hat eine ähnliche Doku vor einigen Jahren hier in Wien gemacht.

ÖNB Bildarchiv

Zumindest kamen mir Webers Bilder in den Sinn, als ich die von Josef sah (ohne sie vergleichen zu wollen)... Ich halte den Ausdruck "Armutsvoyeurismus" hier für unangebracht, zumal das Bemühen aller Beteiligten zu Helfen hier unaufgeregt und auf Effekthascherei verzichtend gezeigt wird. Ein Problem sind allerdings schon die Persönlichkeitsrechte.

@ Dirk - Die Bemerkung: "Die Bilder selber finde ich nicht gut (aus verschiedenen Gründen)" finde ich recht dürftig. Was sind denn die "verschiedenen Gründe"? Das ist das Leben auf den "roten Taxis", wie du die hier tätige HiOrg fälschlicherweise bezeichnest. So wie Fotografie das Leben abbildet - ob es einem passt oder nicht.

Grüße, Heiko

PS. Den Begriff Traurig kann ich im Zusammenhang mit den Bildern gut nachvollziehen...
Heute kann man alles fotografieren.
[ Robert Frank ]

Wohlwissend sollte es überlegt sein.
[ Dominique Blach]

oder Susan Sontag "Das Leid anderer betrachten"- nett zu lesen.
__________________
Gruß Dominique
Ich schreibe, da du nicht hörtest was ich sprach,
nun lies, was es war.


M6TTL / 2:0 50 / 2:0 35 ASPH / 2.8 90
http://www.24mmx36mm.de
leicam62003 is offline   Reply With Quote
Old 08/09/07, 06:33 PM   #22 (permalink)
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Default AW: Traurige Reportage aus dem Park vor dem Haupbahnhof

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Originally Posted by leicam62003 View Post
Heute kann man alles fotografieren.
[ Robert Frank ]

Wohlwissend sollte es überlegt sein.
[ Dominique Blach]

oder Susan Sontag "Das Leid anderer betrachten"- nett zu lesen.
schön gesagt, Dominique.

Gruß
Dirk
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Old 08/09/07, 07:56 PM   #23 (permalink)
menze_h
 
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Default AW: Traurige Reportage aus dem Park vor dem Haupbahnhof

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Originally Posted by leicam62003 View Post
Heute kann man alles fotografieren.
[ Robert Frank ]

Wohlwissend sollte es überlegt sein.
[ Dominique Blach]

oder Susan Sontag "Das Leid anderer betrachten"- nett zu lesen.
Mit beiden Aussagen hast du recht! Ich empfehle dir dazu noch: "Gisèle Freund, Photographie und Gesellschaft". Ein Standartwerk für Fotografen - allerdings nicht mehr für die heutigen.

Noch eine Bemerkung sei mir erlaubt: Mir erschließt sich nicht, warum wir Bilder die das Elend und die Armut der Menschen, z.B. in Indien zeigen, zur Fotokunst hochstilisieren, gleichzeitig Armut und Hilflosigkeit vor unserer Haustür, die fotografisch festgehalten wird, ausblenden wollen. Wenn wir über Voyeurismus diskutieren dann richtig. Keine Heuchelei bitte! So lange die "Verbraucher" teilnahmslos um 17:15 Uhr in der ARD "Brisant" konsumieren ist es Heuchelei...

Und noch eines zu den Bildern: Ich finde ein Amateur ist hier sehr sensibel und mutig vorgegangen. Andere hätten sich wohl nur mit 300mm getraut.

Grüße, Heiko
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Old 08/09/07, 08:26 PM   #24 (permalink)
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Kasior's Avatar
 
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Default AW: Traurige Reportage aus dem Park vor dem Haupbahnhof

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Originally Posted by menze_h View Post

Noch eine Bemerkung sei mir erlaubt: Mir erschließt sich nicht, warum wir Bilder die das Elend und die Armut der Menschen, z.B. in Indien zeigen, zur Fotokunst hochstilisieren, gleichzeitig Armut und Hilflosigkeit vor unserer Haustür, die fotografisch festgehalten wird, ausblenden wollen.


Grüße, Heiko
Besser hätte ich meine Meinung auch nicht sagen können, gerade hier bei uns in Hamburg ist vor "unserer Haustür" sehr krass.
__________________
Gruß Jochen


Meine LFI-Gallerie
Kasior is offline   Reply With Quote
Old 08/09/07, 08:33 PM   #25 (permalink)
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Originally Posted by 38josef View Post
Heiko, danke für Deine Hilfe. Mindestens sollte ich die Bilderserie anders benennen. Die "Reportage" klingt zu stolz und könnte manche Leser provozieren. Mein Schuld. ( meine Sprachenlücke )
Viele Grüsse nach Wien. Josef
Hallo, Josef!

Du hast hier Szenen gezeigt, wie sie in den Großstädten der "reichen" EU tagtäglich passieren, und damit den Finger auf eine offene Wunde gelegt. Das sieht keiner der "Wohlstandsbürger" gerne. Diese Szenen werden mit wachsender Globalisierung zunehmen. Und es ist gut, wenn man dieser unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhält: Das passiert nicht nur in den klassischen Armutsgebieten unserer Welt, sondern direkt vor unseren Augen, wenn man bereit ist, hinzusehen.
Eine Serie nachdenklich machender Bilder.

LG
Franz
franz_schn is offline   Reply With Quote
Old 08/09/07, 09:10 PM   #26 (permalink)
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Default AW: Traurige Reportage aus dem Park vor dem Haupbahnhof

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Originally Posted by menze_h View Post
...Mir erschließt sich nicht, warum wir Bilder die das Elend und die Armut der Menschen, z.B. in Indien zeigen, zur Fotokunst hochstilisieren, gleichzeitig Armut und Hilflosigkeit vor unserer Haustür, die fotografisch festgehalten wird, ausblenden wollen...
Hallo Heiko,

diesen Grundsatz kann man ohne weiteres so stehenlassen.

Trotzdem hätt ich hier für meinen Teil nicht fotografiert und fotografieren wollen, zumal ich nicht wissen würde, was ich hinterher mit diesen Bildern anfangen sollte?

Eine ähnliche Szene ist uns vor einigen Monaten bei uns im Tagebaugebiet passiert, als wir zu den Abrissdörfern unterwegs waren.
In der Mittagszeit fuhren wir einige Kilometer weiter in ein, nicht vom Abriss betroffenes, Dorf um dort auf dem örtlichen Marktplatz in einem Bistro etwas zu trinken.

Wir, zu dritt waren wir unterwegs, tranken eben unseren Kaffee, als eine betrunkene Frau, die wohl Beziehungsprobleme hatte, durch die Tischreihen torkelte. Der Wirt hat ihr noch irgentetwas nachgerufen. Einige Schritte weiter, nicht weit von uns drei, fiel sie dann zu boden, blieb liegen und war nicht mehr ansprechbar.
Nun ja, alle drei hatten wir unsere Kameras dabei, doch auf die Idee zu fotografieren kam keiner von uns. Stattdessen war stabile Seitenlage und Notruf angesagt.

Traurig war nur, daß die Frau beim Rettungspersonal schon bekannt war und das ihr wohl öfters passieren würde.

Aber das ist nur eine kleine Geschichte am Rade zu diesem Thema, die mir soeben wieder einfiel.

Gruß
Thomas
__________________

-> Ein kleiner Bilderbogen...!

Last edited by thowi : 08/09/07 at 09:20 PM.
thowi is offline   Reply With Quote
Old 08/09/07, 09:17 PM   #27 (permalink)
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@Heiko:

Mir erschließt sich nicht, warum wir Bilder die das Elend und die Armut der Menschen, z.B. in Indien zeigen, zur Fotokunst hochstilisieren, gleichzeitig Armut und Hilflosigkeit vor unserer Haustür, die fotografisch festgehalten wird, ausblenden wollen.

Meine Zustimmung zu Deinen Worten.

lg
Ludwig
Ludwig der 13te is offline   Reply With Quote
Old 08/09/07, 10:18 PM   #28 (permalink)
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Originally Posted by Ludwig der 13te View Post
@Heiko:

Mir erschließt sich nicht, warum wir Bilder die das Elend und die Armut der Menschen, z.B. in Indien zeigen, zur Fotokunst hochstilisieren, gleichzeitig Armut und Hilflosigkeit vor unserer Haustür, die fotografisch festgehalten wird, ausblenden wollen.

Meine Zustimmung zu Deinen Worten.

lg
Ludwig

Ich finde es geradezu obszön, einen freiwillig besoffenen Typen in Mitteleuropa inmitten von Luxus (sauberes Trinkwasser, medizinische Versorgung, Sozialsystem, perfektes Bildungsystem) mit dem Elend von hungernden Menschen ohne sauberes Trinkwasser, medizinische versorgung, soziale Absicherung, und oftmals ohne die Chance auf Bildung zu vergleichen.

Obszön.

Der eine wirft das weg, was der andere nicht mal bei größter Anstrengung erreichen könnte.

Ich kann absolut keine Ähnlichkeit in den Lebensumständen oder dem Leiden dieser beiden genannten Menschengruppen feststellen.

Gute Nacht.
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Old 08/10/07, 06:44 AM   #29 (permalink)
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Originally Posted by Motivfindender View Post
Ich finde es geradezu obszön, einen freiwillig besoffenen Typen in Mitteleuropa inmitten von Luxus (sauberes Trinkwasser, medizinische Versorgung, Sozialsystem, perfektes Bildungsystem) mit dem Elend von hungernden Menschen ohne sauberes Trinkwasser, medizinische versorgung, soziale Absicherung, und oftmals ohne die Chance auf Bildung zu vergleichen.

Obszön.

Der eine wirft das weg, was der andere nicht mal bei größter Anstrengung erreichen könnte.

Ich kann absolut keine Ähnlichkeit in den Lebensumständen oder dem Leiden dieser beiden genannten Menschengruppen feststellen.

Gute Nacht.
Warum auch immer jemand in seinem Leben strauchelt und zu Fall kommt, daß er schlußendlich auf der Straße landet: Die Ursachen können vielfältig sein.
Das Problem dieser "freiwillig besoffenen Typen" ist oft recht einfach, aber umso dramatischer. Kein fester Wohnsitz = keine Arbeit = kein Geld = kein fester Wohnsitz = keine Arbeit ad infinitum. Der "reiche" Staat tut nicht viel für diese Mitbürger. Meist sind es kirchliche Institutionen und private Initiativen, die das Leid dieser Menschen etwas erleichtern und lindern.
Sie allesamt quasi als sich "freiwillig besaufende" Typen abzustempeln finde ich obszön.

LG
Franz
franz_schn is offline   Reply With Quote
Old 08/10/07, 08:46 AM   #30 (permalink)
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Originally Posted by Motivfindender View Post
Ich finde es geradezu obszön, einen freiwillig besoffenen Typen in Mitteleuropa inmitten von Luxus (sauberes Trinkwasser, medizinische Versorgung, Sozialsystem, perfektes Bildungsystem) mit dem Elend von hungernden Menschen ohne sauberes Trinkwasser, medizinische versorgung, soziale Absicherung, und oftmals ohne die Chance auf Bildung zu vergleichen.

Obszön.

Der eine wirft das weg, was der andere nicht mal bei größter Anstrengung erreichen könnte.

Ich kann absolut keine Ähnlichkeit in den Lebensumständen oder dem Leiden dieser beiden genannten Menschengruppen feststellen.

Gute Nacht.
Guten Morgen.

Auch für diese zweite Antwort/Bemerkung kann ich mich nur bedanken.

Was das Elend im eigenen Land angeht (damit will ich die Tragik in den armen Ländern nicht schmälern) rate ich zur Vorsicht. Ich habe über 20 Jahre im "roten Taxi" (wie du es nennst) verbracht. Etwas mehr Differenzierung würde dir gut tun; wenn du das überhaupt kannst.
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Old 08/10/07, 10:39 AM   #31 (permalink)
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Default Re: AW: Traurige Reportage aus dem Park vor dem Haupbahnhof

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Originally Posted by menze_h View Post
... Mir erschließt sich nicht, warum wir Bilder die das Elend und die Armut der Menschen, z.B. in Indien zeigen, zur Fotokunst hochstilisieren, gleichzeitig Armut und Hilflosigkeit vor unserer Haustür, die fotografisch festgehalten wird, ausblenden wollen...
1. Weil besoffene Europäer selten so exotisch sind wie arme Inder-Kinder

2. Weil die Bilder der armen Inder-Kinder sich wegen der Exotik auch über-ästhetisieren lassen.

3. Weil sofort alle "Verrat" schreien, wenn ein gerade 19 jähriger Schnösel westliche Armut ästhetisiert - das Ergebnis trotz Plastik look immer noch um 100 Klassen besser ist als alles, was die Schreihälse zusammen genommen jemals produziert haben.


Ich sehe das anders: Armut, Leid, Not abzubilden ist die delikateste Herausforderung im Spannungsfeld von Voyeurismus, Kitsch, Sozialkritik und Reportage.

Hier - ganz speziell - ist das Ergebnis entscheidend: Die bezweckte Reaktion des Betrachters und wie man sie erzeugt. Sonst geht's in die Hose - so wie bei Josef (tut mir leid, Josef).

Und Heiko, fang jetzt bitte nicht wieder mit dem "es ist egal was der Betrachter denkt" an - das hatten wir erst vorgestern.

Christian

Last edited by Chrizzlie : 08/10/07 at 10:40 AM. Reason: wollte schon wieder mal editen - und 'n Fipptehler beseitigen
Chrizzlie is offline   Reply With Quote
Old 08/10/07, 01:13 PM   #32 (permalink)
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Default AW: Re: AW: Traurige Reportage aus dem Park vor dem Haupbahnhof

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Originally Posted by Chrizzlie View Post
Ich sehe das anders: Armut, Leid, Not abzubilden ist die delikateste Herausforderung im Spannungsfeld von Voyeurismus, Kitsch, Sozialkritik und Reportage.

Hier - ganz speziell - ist das Ergebnis entscheidend: Die bezweckte Reaktion des Betrachters und wie man sie erzeugt. Sonst geht's in die Hose - so wie bei Josef (tut mir leid, Josef).
Mit dem ersten Satz hast du sicherlich recht. Mir geht es aber vor allem darum, dass man die in Europa vorhandene Armut nicht verstecken darf, noch schlimmer, sie nicht abtun darf mit lockeren Sprüchen.

Welches Ergebnis, welche Umsetzung einem dann passt ist die Sache jedes Einzelnen. Dafür gibt es eh kein Rezept.

Josefs Bilder haben auf mich eine Wirkung, weil ich diese Situation ungezählte Male selbst erlebt habe. Ich erkenne etwas wieder...

Grüße, Heiko
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Old 08/10/07, 01:14 PM   #33 (permalink)
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Originally Posted by andre56 View Post
Die Herren in Schwarz machen wahrlich keinen Vertrauen erweckenden Eindruck. Sollte man die mal nach dem Weg fragen ???
Damit hätte ich keine Problem - immerhin haben sie sich ja auch bei ihrer Arbeit photographieren lassen. So übel können die also nicht sein´.
__________________
Gruß an alle ypsilantis

Stefan
rathead is offline   Reply With Quote
Old 08/10/07, 01:59 PM   #34 (permalink)
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vor allem halte ich die Einstellung für äußerst bedenklich, auf der Straße liegende Menschen als "besoffen", "bekifft", "Sozialschmarotzer" odgl. abzutun, ohne zu wissen, was für eine Geschichte sich jeweils dahinter verbirgt. So eine menschenverachtende Einstellung hat es schon öfter gegeben in unserer Geschichte - und sie hat nie Gutes bewirkt.

Ich halte Josefs Bilder in keiner Weise für voyeuristisch - sondern für die Dokumentation eines in unserer Gesellschaft alltäglichen Vorfalls. Alltäglich ist es aber leider auch, nicht hinzuschauen, so wie man auch das Sterben nicht anschauen will ... oder das Hinschauen gleich als voyeuristisch zu bezeichnen.

Der bereits erwähnte Wiener Photograph Harry Weber hat noch ganz andere, erschütternde, Szenen festgehalten .... z.B. im Psychiatrischen Krankenhaus Steinhof oder im Altersheim Lainz in den 60er Jahren. (H. Weber - Ein photographisches Bilderleben - Verlag Brandstätter)
Voyeurismus? oder Dokumentieren eines Ist-Zustandes?

Gruß,
Astrid
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Old 08/10/07, 05:11 PM   #35 (permalink)
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Ich möchte wieder allen, für alle Kommentare bedanken.
Wenn es aber noch möglich wäre, würde ich meine Bilder lieber löschen. Ich wusste nicht, dass sie so negativ wirken werden.

Zum Schluss möchte ich noch ein Bild aus diesem Gebiet beilegen. Vielleicht wird dieses Bild besser wirken. Ruhiger! MfG. Josef

http://www.gigafiles.co.uk/files/401/L1000523_CF.jpg (Prag, Hauptbahnhof, die alte Halle, HELIAR 15 mm )
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Last edited by 38josef : 08/10/07 at 05:13 PM.
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Old 08/10/07, 05:14 PM   #36 (permalink)
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Josef,
Deine Bilder wirken nicht negativ, sie gefallen nur eben nicht.
Das ist ein Riesen-Unterschied.
Zudem - die Diskussion war doch möglicherweise auch interessant, um zu sehen, wie solche Fotos ankommen.

Alle Beteiligten hatten die Chance, etwas dazuzulernen.

Ob sie die ergreifen, ist jedem selber überlassen.

Beste Grüße
Dirk
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Old 08/10/07, 05:20 PM   #37 (permalink)
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Originally Posted by Motivfindender View Post
Josef,
Deine Bilder wirken nicht negativ, sie gefallen nur eben nicht.
Das ist ein Riesen-Unterschied.
Beste Grüße
Dirk

OK, Dirk, und auch beste Grüsse! Josef
38josef is offline   Reply With Quote
Old 08/10/07, 07:06 PM   #38 (permalink)
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Originally Posted by menze_h View Post
Mit beiden Aussagen hast du recht! Ich empfehle dir dazu noch: "Gisèle Freund, Photographie und Gesellschaft". Ein Standartwerk für Fotografen - allerdings nicht mehr für die heutigen.

Noch eine Bemerkung sei mir erlaubt: Mir erschließt sich nicht, warum wir Bilder die das Elend und die Armut der Menschen, z.B. in Indien zeigen, zur Fotokunst hochstilisieren, gleichzeitig Armut und Hilflosigkeit vor unserer Haustür, die fotografisch festgehalten wird, ausblenden wollen. Wenn wir über Voyeurismus diskutieren dann richtig. Keine Heuchelei bitte! So lange die "Verbraucher" teilnahmslos um 17:15 Uhr in der ARD "Brisant" konsumieren ist es Heuchelei...

Und noch eines zu den Bildern: Ich finde ein Amateur ist hier sehr sensibel und mutig vorgegangen. Andere hätten sich wohl nur mit 300mm getraut.

Grüße, Heiko
Der größte Fehler in deinem Satz ist das Wort "wir".
Ich hochstilisiere diese nicht. Nö, ganz im Gegenteil.
Ich schaue auch nicht Brisand, wundere mich höchstens so über den Schwachsinn, den die Menschen konsumieren. Für mich sind die eingestellten Fotos Voyeurismus !

Ich verschließe aber auch nicht die Augen davor - nur, die Art und Weise wie ein Mensch in solch einer Situation dargestellt wird - also, würdevoll?, soll ich es so nennen?, dass ist es, was für mich zählt.
Die eingestellten Bilder sind für "Brisand" das richtige - sie berücksichtigen in keinster Weise seine WÜRDE. Sie sind auch seitens der evtl. beabsichtigten Aussagekraft eher kontaproduktiv.

UND vor ALLEM: Was habe ich eigendlich von diesen Fotos - was sollen sie mir sagen?
Wenn sie nichtssagend sind!
Da nutzt auch nicht´s wie "sensibel und mutig"!
Warum glauben immer alle, dass wir diese Informationen benötigen?

Warum stellen Menschen Bilder und Videos ins Netz, die zeigen, wie z.B. jemand eine Sylvesterrakete aus dem After geschossen in den Himmel befördert?

ES INTERESSIERT mich einen SCHEIß! - Es liegt wohl in dem damit verbundenen Indentifikationsfaktor. "Das kann ich auch" sehr schön.

Warum strebt niemand nach "Das möchte ich auch können."

Unterschied klar?

Das ist ein Endlosthema.

"Gisèle Freund, Photographie und Gesellschaft". - meine Ausgabe ist von 1993.
Aus diesem Grund habe ich noch Susan Sontag "Über Fotogrfaie" im Regal. Mal was neues

Böse oder o.a. Absichten unterstelle ich dem Fotografen aber nicht.
__________________
Gruß Dominique
Ich schreibe, da du nicht hörtest was ich sprach,