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Old 02/10/08, 09:52 PM   #1 (permalink)
Erfahrener Benutzer
 
Join Date: 08/23/07
Posts: 212
Default Historische Überblendsteuerungen

Hallo liebe Forenten,
ich möchte mich Heute einmal mit dem Thema "Historische Überblendsteuerungen" zu Wort melden.
Vor den noch aktuellen Geräten von Leica, Stumpfl usw.gab es u.a. die Leica-Steuergeräte DU-24A und DU-24P über die bestimmt schon genug geschrieben wurde.
Mit der Einführung des Pradovit color erschien bei Leitz der Fadomat, eine Einrichtung die rein mechanisch funktionierte und bei dem Blenden abwechselnd vor den Objektiven geöffnet oder gechlossen wurden.Die Lampen wurden dabei nicht ein-und ausgeschaltet. Das Gerät selbst wurde von Leitz France gebaut.
Vermutlich zur gleichen Zeit erschien von Leitz eine "Projektionseinrichtung für Bildwechsel ohne Dunkelpause". Bei dieser mussten die Projektoren umgebaut und die Lampen wurden bei jedem Bildwechsel ( vermutlich hart ) ein und ausgeschaltet. Triacs und Thyristoren gab es damals noch nicht. Beschrieben ist die Einrichtung in der Leitz-Druckschrift 310-62R.
Das nächste Überblendsteuergerät, das zwar nur eine harte Überblendung ermöglichte, aber keinen Eingriff in die Projektoren erforderte und bei dem die Lampen auch nicht ständig ein- und ausgeschaltet wurden sondern ständig brannten, war der "twinmaster", der von einer schwedischen Firma hergestellt wurde. Ich war mit diesem Gerät sehr zufrieden, leider funktioniert es mit den nachfolgende Pradovit C -P2002 nicht.
Abschließend möchte ich noch an einen "Steuergeräte-Anschluß, 12-polig" erinnern, der von Leitz im Gesamtkatalog von Nov. 1979 unter der Zusatz-Bestell-Nr. 37958 angeboten wurde. Dieser war für fremde Überblendsteuerungen vorgesehen, bei denen die Lampensteuerung über einen Triac im Überblendsteuergerät ( nicht im Projektor ) erfolgte.
flodur99 is offline   Reply With Quote
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Old 02/10/08, 11:46 PM   #2 (permalink)
lll
Erfahrener Benutzer
 
Join Date: 10/14/02
Posts: 1,132
Default AW: Historische Überblendsteuerungen

Hallo Rudolf,

ich habe in dem Geschäft mal mein Geld verdient: professionelle Dia-AV. Kodak Carousel hatte den Standard bei den Projektoren gesetzt, Stangenmagazine (mit "Magazinrückholer") waren den Amateuren vorbehalten. Auch die Fülle der dort eingesetzten Überblendlösungen interessierten die AV-Branche kaum. Dort war Mitte der 80er der digitale Durchbruch geschafft. Mit electrosonic, dataton oder dem Kodak-Kooperationspartner AVL(?).

Mit der Digitalisierung wurden die Schauen zuverlässig, manche Effekte überhaupt erst möglich. Die größte Schau, die ich mit produziert habe, war eine 84(!)-Projektorenschau für das Siemens-Museum in München. Ein Screen setzte sich aus 21 4x4-Dias in nahtloser Softedgetechnik zusammen.

In der Folge wurden von der Steuertechnik immer mehr Effekte eingebunden: Laser, Licht, Pyrotechnik, Saaltechnik etc. etc. Die Überblendsteuerung war nur noch die selbsstverständliche Basisfähigkeit.

Als das Business auf dem Gipfel seines Könnens stand, gestalterisch wie technisch, ist es eines jähen Todes gestorben. Mit der Möglichkeit, zu annehmbaren Preisen Video zu projezieren galt die Standbildprojektion als veraltet. Und im Profigeschäft, wo du auf Messen Innovationen zu feiern hast, ist nichts tödlicher, als mit einer Technik zu arbeiten, der das Image des Veralteten anhängt. Der Markt ist Anfang der 90er binnen ein, zwei Jahren gestorben, gnadenlos.

Dann erst kamen stumpfl, bässgen und Konsorten. Und Leica! Wie immer zu spät, glaubten sie die Ektapros im Leica-Gewand noch verkaufen zu können. Übrigens, auch docter optic ist mit seinen hervorragenden Projektionsoptiken, die teils unter dem Namen Kodak verkauft wurden (auch unter Leica-brand?) bei diesem Marktumbruch auf der Strecke geblieben. Selbst Schneider Kreuznach ist mit ins Schlingern gekommen, hatten sie doch gerade ein PC-Projektionsobjektiv mit austauschbaren Optikzellen für die Mehrprojektorenprojektion entwickelt. Eine Serie ist nach den Prototypen noch gebaut worden, Comm-tech hat sie kurze Zeit später zum Materialpreis verramscht.

So, genug für heute aus dem Nähkästchen. Aber Du siehst, dass Leica in diesem professionellen Markt immer nur eine marginale Rolle gespielt hat und immer auf die Zuarbeit Anderer angewiesen war. Die ersten zuverlässigen Überblendsteuerungen bei Leica, die analogen FM-Steuerungen, kamen von electrosonic, den digitalen Weg ist man dann mit Stumpfl gegangen.

Gruß Friedhelm

Last edited by lll : 02/10/08 at 11:52 PM.
lll is offline   Reply With Quote
Old 02/11/08, 12:29 AM   #3 (permalink)
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Default AW: Historische Überblendsteuerungen

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Originally Posted by flodur99 View Post
Abschließend möchte ich noch an einen "Steuergeräte-Anschluß, 12-polig" erinnern, der von Leitz im Gesamtkatalog von Nov. 1979 unter der Zusatz-Bestell-Nr. 37958 angeboten wurde. Dieser war für fremde Überblendsteuerungen vorgesehen, bei denen die Lampensteuerung über einen Triac im Überblendsteuergerät ( nicht im Projektor ) erfolgte.
Diese Lösung habe ich wohl - ein Schuss in den Ofen.
Für Dia-Heimabende viel zu aufwendig, umständlich - und sonst nicht zu gebrauchen.
Träume aus längst vergangenen Tagen.
LG
LF
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Old 02/11/08, 11:38 AM   #4 (permalink)
Erfahrener Benutzer
 
Join Date: 08/23/07
Posts: 212
Default AW: Historische Überblendsteuerungen

Lieber Herr Fett,
Ihrem Beitrag 2 kann ich bezüglich der Versäunmisse von Leitz nur beistimmen.
Andererseits bitte ich zu bedenken, daß es auch viele Diafotografen gibt, die sich mit einer einfachen Überblendsteuerung zufrieden geben.
Ich will aber mit meinem Beitrag alte Kamellen nicht gesund beten sondern nur daran erinnern, welche steinigen Wege die Überblendsteuerung bis zum heutigen Tage auch im Zusammenhang mit Leitz / Leica hinter sich gebracht hat.
In diesem Zusammenhang fällt mir noch eine alte Überblendeinrichtung ein, das "Leitz-Animatic-Convar", das in der Leica-Fotografie 3/1976 beschrieben wurde.
Ich bin der Meinung, wenn schon über alte Diaprojektoren berichtet, dann dürfen wir auch die Überblendsteuergeräte nicht vergessen.
MfG R. Zettner
flodur99 is offline   Reply With Quote
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