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| Forum zur Leica M8 In diesem Forum geht es ausschließlich um die Leica M8 |
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#1 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 09/19/05
Posts: 1,245
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Hallo!
Manuell fokussierende Kameras wie die M8 setze ich besonders gerne ein. Schon im Vorfeld der Aufnahme nehme ich oft die Fokuseinstellungen am Objektiv mit Hilfe der am Objektiv abzulesenden Schärfentiefenscala vor. Meines Wissens sind diese Markierungen für das Kleinbild ausgelegt, die Schärfentiefe müsste also an der M8 größer sein als eingestellt. Heute habe ich folgendes bei 2 identischen Landschaftsaufnahmen (vom Stativ) festgestellt (M8, 28mm Elmarit): 1. Aufnahme: Blende 11, Fokus auf unendlich. Ergebnis wie erwartet: Eingezogener Vordergrund (Entfernung zur Kamera ca. 2 Meter) leicht unscharf, entferntes sehr scharf. 2. Aufnahme: Blende 11, Fokus auf 2,5 Meter (laut Scala soll nun ja der Bereich 1,2 Meter bis unendlich scharf abgebildet werden, mindestens da ja eigentlich für das KB vorgesehen). Ergebnis: Vordergrund sehr scharf, entferntes unscharf). Mir ist schon klar, dass die Markierungen am Objektiv nur ein Richtwert sein können (immerhin gibt es ja auch noch Faktoren wie Aufnahmeabstand und Vergrößerungsbedarf), hatte aber gehofft, dass an der M8 durch den im Vergleich zum KB kleineren Aufnahmechip diese Scalen großzügig die Schärfentiefe benennen und man sich darauf verlassen kann. Meine Frage: Wenn bei einer Landschaftsaufnahme möglichst alles (Vordergrund 2 Meter von der Kamera bis unendlich) wirklich scharf sein soll, welche Einstellungen nehmt Ihr beim 28er? Möglichst kleine Blende und Fokuseinstellung auf unendlich (dann dürfte die Beugung zuschlagen…)? Oder Blende 8 und Fokus auf 5Meter? Was ist zu empfehlen? Dank schon einmal im Voraus. Gruß Volker |
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#2 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 08/09/06
Posts: 424
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Hallo, Volker,
den sog. Nah-Unendlichkeits-Punkt kann man mit genügender Genauigkeit nach folgender Formel berechnen: a (mm) = f^2/(K*u) dabei ist: f = Brennweite der Optik (mm) K = Blendenzahl u = zulässiger Zerstreuungkreisdurchmesser (für M8: 0.03 mm / 1.33 ˜ 0,023 mm) Für Blende 8 mit 28 mm ergibt sich: (28*28)/(8*0,023) d.h. ca. 4,20 m Bei einem auf "Unendlich" eingestellten Objektiv ist ab ca. 4,20 m alles scharf, stellt man dagegen auf ca. 4 - 5 m ein, so sollte zwischen ca. 2 - 2/1/2 m und "Unendlich" alles scharf sein und man hat die optimale Schärfentiefe. Gruß Udo Last edited by Corax : 06/15/08 at 12:18 PM. |
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#3 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 09/25/02
Posts: 4,418
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Erstens ist die Schärfentiefe bei der M8 mit jedem Objektiv gleich
wie bei demselben an der analogen M. Zweitens würde ich bei Landschaftsaufnahmen auf Unendlich stellen und den Standort und die Blende danach wählen, was in der Nähe noch scharf sein soll. Drittens würde ich auf mehr als 5.6, allenfalls 8 bei einem modernen Objektiv nicht abblenden. str. Last edited by str : 06/15/08 at 01:02 PM. |
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#4 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 08/09/06
Posts: 424
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Quote:
Wer sich für die Theorie interessiert: Kurt Dieter Solf, Fotografie, Grundlagen, Technik, Praxis, Fischer 1976, ISBN 3 436 01453 2 Ein sehr gutes Buch mit viel Theorie zu Objektiven usw., heute wahrscheinlich nur noch antiquarisch zu erhalten! Gruß Udo |
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#5 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 05/27/08
Posts: 123
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Fürs praktische, bezüglich dem Corpfaktor mit der M8 machte ich es so: für z.B. eingestellte Blende 8 nehme ich dann die Markierungen für Blende 5,6 (also immer eine Blendenstufe kleiner) der Schärfentiefenskala, und setze dann die rechte der beiden Markierungen auf die Unendlichmarkierung des Objektivs- fertig ist die nah-unendlich-Einstellung. Funktioniert gut.
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abgemeldet. |
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#6 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 09/25/02
Posts: 4,418
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Quote:
durch den Cropfaktor nicht beeindrucken läßt. Zunächst einmal bildet es genau gleich ab, egal wo die Bildbegrenzungen sind, von dem Leistungsabfall zu den Rändern hin natürlich abgesehen. Sodann muß ein Bild um den Cropfaktor mehr vergrößert werden, wenn nicht die Größe des abgebildeten Gegenstands sondern das Bildformat interessiert. In Bezug jedoch auf den Gegenstand, soll er gleich groß vergrößert werden, bleibt alles beim Alten, meine ich. Bedenkt man aber den Cropfaktor hinsichtlich des Bildformats, muß er ebenso für das Verhältnis von nunmehr wirksamer Blende und damit ebenso für die Tiefenschärfe mitbedacht werden, versuche ich mich an Gelesenes zu erinnern. Ein 50er wird zum 76er-Objektiv, Blende 5.6 damit zu 7.2. Eine andere Frage ist, ob denn der für die Skala am Objektiv zugrunde- gelegte Zerstreukreis für gegenwärtige Objektive, Filme und die Sensoren klein genug ist. Da schärfer abgebildet wird, ist der Unschärfeeindruck schneller erreicht. Man wird also eine Blende weiter offen ablesen, als eingestellt ist. str. |
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#7 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 09/27/07
Location: Den Haag
Posts: 378
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Ich bin ein Physiker.
Crop gibt ein niedrieger "Unschärfenkreis" ca. 20 micrometer statt film 30 micrometer Fur ein 28 mm objectiv is das optimum an die M8 etwa: focussieren 5 mtr, blende 8, scharfe von 2.4 m - Unendlich focussieren 4 mtr, blende 11, scharfe von 1.77 m - Unendlich f/8 ist moglich besser weil kein/weniger beugungsunscharft |
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#9 (permalink) | ||
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 09/25/02
Posts: 4,418
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Quote:
dieser Art der Berechnung der Cropfaktor linear eingesetzt worden ist; der Zerstreukreis ist aber eine Fläche. Wenn davon auszugehen ist, daß durch den Cropfaktor in der Vergößerung eine längere Brennweite wirksam zu sein scheint, dann haben wir die Tiefenschärfe dieser Brennweite, allerdings auch ein anderes Verhältnis von Objektivöffnung und dieser Brennweite. Die Öffnung jedoch bleibt gleich. Damit verändert sich aber das für dieTiefenschärfe maßgebende Verhältnis von Öffnung und Brennweite. Nun geht bei der Berechnung der Tiefenschärfe die Brennweite im Nenner quadratisch, die Blende im Zähler linear ein. Bei einem Cropfaktor von 1.3 wird das aber nicht so aufregend. So ist verständlich, daß Leica in der Anleitung der Objektive nun schreibt: Quote:
falsch gesehen habe. str. |
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#10 (permalink) | |
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Posts: n/a
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Dadurch ändert sich doch nicht die Schärfentiefe der Aufnahme. |
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#11 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 09/25/02
Location: Europa
Posts: 6,099
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Quote:
kann man pauschal so nicht sagen, denn es hängt vom Endergebnis ab. bei einem kleinerem Ausgangsformat muß ich stärker vergrößern, wenn ich, sagen wir mal, ein DIN A 2+- Bildchen haben möchte. Damit vergrößere ich auch den Zerstreukreis, wobei dann bei gleichem Betrachtungsabstand der Schärfeeindruck eher verloren geht = kleinere Tiefenschärfe. |
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#12 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 09/25/02
Posts: 4,418
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Ganz richtig. Nur muß eben um den corpfaktor mehr vergrößert werden,
meine ich. Bei den üblichen Vergößerungen und Betrachtungsabständen wird das allerdings nicht problematisch werden. str. |
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#13 (permalink) | |
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Posts: n/a
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kann man aus dem Abstand noch nicht mal mehr mit der Lesebrille etwas scharf sehen. ![]() |
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#16 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 09/25/02
Location: Europa
Posts: 6,099
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Quote:
sorry, Du hast aber schon erkannt, dass die "15cm" von Dir ins Spiel gebracht wurden und wir hier um das Grundsätzliche diskutieren. ![]() |
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#18 (permalink) | ||
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Erfahrener Benutzer
Join Date: 03/01/06
Location: Hamburg
Posts: 2,085
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Quote:
Auf die Gefahr hin, allgemein Bekanntes zu wiederholen: Das Konzept der Schärfentiefe, also der Annahme einer ausgedehnten Zone, in der ein Objektiv scharf abbildet, entsteht durch eine zunächst einmal willkürliche Setzung, ein gewisses Maß an Unschärfe als hinreichend scharf zu akzeptieren. Dieses Maß an akzeptabler Unschärfe wird durch den maximal akzeptablen Durchmesser des Unschärfekreises angegeben. Zu diesem maximal akzeptablen Durchmesser des Unschärfekreises kann man auf unterschiedliche Weise gelangen. Meist geht man vom Auflösungsvermögen eines typischen Betrachters aus, also davon, was das menschliche Auge aus einem normalen Betrachtungsabstand, als der meist die Bilddiagonale genommen wird, noch auflösen kann. So kommt man zu Faustregeln wie der, daß der Unschärfekreis maximal 1/1500 der Bilddiagonale betragen darf. Hier kommt nun der Crop-Faktor ins Spiel, denn wenn das aufgenommene Bild bei einem Crop-Faktor von 1,33 eine um 1,33 kleinere Diagonale hat, schrumpft auch der maximal akzeptable Durchmesser des Unschärfekreis in gleichem Maße, mithin linear. Alternativ kann man statt vom typischen Betrachter auch von der maximalen Auflösung des Systems aus Kamera und Objektiv ausgehen. Man akzeptiert also nur ein solches Maß an Unschärfe, daß ein schärferes Bild ohnehin nicht mehr vom Sensor aufgelöst werden könnte. Bei Sensoren mit Farbfiltern im Bayer-Muster kann man als Faustformel davon ausgehen, daß ein kleinerer Unschärfekreis als 1,5 x Pixelabstand keinen höheren Schärfeindruck mehr erzeugt, und speziell bei Sensoren mit Antialiasingfilter sind oft auch 2,0 x Pixelabstand akzeptabel. Bei dieser Art, den Unschärfekreis zu begrenzen, spielt der Crop-Faktor als solcher keine Rolle; nur der Pixelabstand zählt. Was nach diesem Maßstab als scharf akzeptiert wird, ist unabhängig vom Betrachtungsabstand so scharf, wie es das System aus Kamera und Objektiv überhaupt erlaubt. Nun gibt es aber noch einen Unterschied zwischen Farbfilm und Sensor, auf den ich in der LFI schon mal eingegangen war, nämlich die Dicke der Emulsionsschichten des Farbfilms, die zu einer größeren Robustheit gegenüber einer leichten Fehlfokussierung führt – innerhalb einer schmalen Zone ändert sich der Schärfeeindruck kaum. Diesen Toleranzbereich gibt es beim Sensor nicht; hier ist der Punkt, an dem die maximale Schärfe entsteht, scharf begrenzt, und eine leichte Fehlfokussierung mindert bereits den Schärfeeindruck. Dies führt wiederum dazu, daß ein Sensor relativ zur Bilddiagonalen keine so großen Unschärfekreise wie der Farbfilm akzeptiert; bei gleichem Crop-Faktor müßte der Unschärfekreis bei einer Digitalkamera kleiner sein, wenn das Bild nicht als unscharf empfunden werden soll. Quote:
Nun kommt aber auch noch die Blende ins Spiel. Wenn man die Schärfentiefe konstant halten wollte, müßte die Öffnung, also der Durchmesser der Eintrittspupille, gleich bleiben. Die Blendenzahl, also die Brennweite geteilt durch den Durchmesser der Eintrittspupille, müßte durch den Crop-Faktor geteilt werden, um die für eine konstante Schärfentiefe nötige Blende zu ermitteln. Diese Überlegungen basieren aber auf einem am typischen Betrachter orientierten Unschärfekreis und berücksichtigen nicht die geringere Toleranz des Sensors für Abweichungen von der optimalen Fokussierung. Wie immer bei Betrachtungen zur Schärfentiefe muß man letztendlich feststellen, daß man sie zwar berechnen kann, diese Berechnungen aber auf willkürlichen Setzungen beruhen – irgendjemand muß entscheiden, was er als hinreichend scharf akzeptiert.
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Michael J. Hußmann Last edited by mjh : 06/16/08 at 11:21 AM. |
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