AW: Interne Dynamikerhöhung
Man muß hier zwei Dinge unterscheiden: Zum einen können einige Kameras die Tonwertwiedergabe optimieren, indem sie beispielsweise die Schatten aufhellen. Das führt bei Aufnahmen kontrastreicher Motive zu ansehnlicheren Bildern, vergrößert aber nicht den Dynamikumfang – erkennbar daran, daß die Kamera nicht anders belichtet als im normalen Modus.
Eine Dynamikerweiterung setzt voraus, daß die Kamera nicht wie sonst allgemein üblich so belichtet, daß ein mittleres Grau vom Sensor als mittleres Grau registriert wird, und es bei der Erhaltung der Zeichnung in den Lichtern auf ein Gottesurteil ankommen läßt, sondern durch eine gezielte Unterbelichtung die Zeichnung in den Lichtern rettet. Eine knappere Belichtung ist aber äquivalent zu einer Belichtung gemäß einem höheren ISO-Wert, weshalb Canon, Fuji und Pentax die Dynamikerweiterung nur bei ISO-Werten anbieten, die mindestens um das Ausmaß der gewünschten Dynamikerweiterung über der Grundempfindlichkeit liegen. Anders macht es scheinbar Nikon, deren aktives D-Lighting ebenfalls knapper belichtet, den ISO-Wert aber nicht ändert. Wenn man beispielsweise bei einer D300 die höchste Stufe des Active D-Lighting und ISO 100 auswählt, belichtet sie effektiv gemäß ISO 160, zeigt aber weiterhin ISO 100 an. Letztendlich läuft es auf dasselbe hinaus.
Die aufgrund der knapperen Belichtung (um 1 EV bei Canon und Pentax, um bis zu 2 EV bei Fuji) dunkleren Bilder müssen nun noch mit einer angepaßten Gradationskurve korrigiert werden, die Schatten und Mitteltöne anhebt und die Lichter komprimiert – etwa so, wie man es vom Farbnegativfilm gewohnt ist.
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Michael J. Hußmann
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