Thread: Mark Levinson
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Old 05/10/08, 04:56 AM   #51 (permalink)
Leicapaul
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Originally Posted by Arkadin View Post
Der kürzlich verstorbene Tom Colangelo zeichnete auch für alle Verstärker mit
der Bezeichnung ML verantwortlich. ML1 und ML2 waren noch überarbeitete
Designs von John Curl, ab ML 3 waren es reine Colangelo-Designs.
Die ML3 läuft bei mir seit über 20 Jahren zur vollsten Zufriedenheit.
Nach der Übernahme durch den Harman-Konzern wurden die Nr-Geräte von
Kevin Burke entwickelt, leider nicht zu deren Vorteil.
Nachdem Mark Levinson mitte der 80er seine Firma samt Namen
verkaufen musste gründete er mit Tom Colangelo Cello, durfte aber
lange nicht offiziell in Erscheinung treten da er keine Rechnte an seinem
Namen mehr hatte. Heute verscherbelt Harman den Namen sogar für
Handysoundsysteme an LG!

PS: Interessante Parallelen, Verdier und Antares stehen auch bei mir.
Noch eine interessante Parallele: nicht nur Mark Levinson verscherbelte die Rechte am eigenen Namen, auch Sydney Harman tat es, zumindest die an seinem ursprünglich mal amerikanischen Produkt Harman/Kardon, und zwar an seinen OEM Lieferanten Shin shin shirasuna corporation
in Taipeh. Nur waren die Harman Int. Leute clever und finanziell stabil genug, ihren ehemals ei-
genen Namen als Händler des früheren Zulieferers weiter zu vermarkten und den smarten
Professor Ottala ( der, dessen Name für die TIM-less Schaltungen stand, bevor Werbeleute die "Hochstromtechnik" entdeckten) zur Aufwertung des ramponierten eigenen Renommes einzu-
spannen; durchaus zum gegenseitigen Nutzen, wie Ottalas weitere Industreikarriere zeigt! Und
warum sollten ausgerechnet die, bei denen schon der ehemals eigene Name buchstäblich
Handelsware ist, Skrupel beim Umgang mit ihren Zweit- und Drittlables wie AKG; REVOX oder eben auch Levinson haben? Heißen nicht billige Autoradios heute Sherwood, mit ein paar
verkupferten Blechabschirmungen aufgepeppter Philips Kram Marantz, und - schlimmer noch -
solange Panasonic dafür zahlt, manch wundersame Preßlinse "Leica" ?

Die vielfach zum Ausdruck gebrachte Häme über Auswüchse einer sich geradezu parareligiös
gebärdenden Branche sollte nicht den Blick dafür trüben, daß als deren Katalysatoren real
existierende Gurus und andere Paradiesvögel unerläßlich sind. Mark Levinson ist ganz sicher
der Erste unter ihnen, Dieter Burmester vermutlich der geschäftlich Erfolgreichste, Ingo Hansen
womöglich der Lustigste, vielleicht mit Joop van den Hul um die Wette!

Leid tun mir allerdings die Leute, die mit wirklich seriöser Entwicklungsarbeit erst die Bühne
für solche Figuren geschaffen haben, etwa John Curl oder einige ehrwürdige ältere Herren
aus Japan, deren Namen niemand kennt, genauso ihre jüngeren Kollegen bei Sony, die sich
mit manch kurios anmutender - wissenschaftlich durchaus haltbarer - Beobachtung nicht an
die Öffentlichkeit trauten, weil sie wussten, was Ihnen da von seiten etwa einiger LeicaForenten
wohl "blühen" würde.

Und so werden wir wohl damit leben müssen, daß immer wieder mal ein Kind mit dem Bad
ausgeschüttet werden wird, leider!
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