Hallo!
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Originally Posted by drjr
oh, das wußte ich wirklich nicht, ich dachte die Ladezyklen seien entscheidend und benutze meine Akkus immer bis die Kiste ihr Leben aushaucht. Das könnte dann eventuell erklären dass bei meiner M8 selten mal Bilder bei Dauerfeuer verschwinden!?!?!?
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Es sind zwei Fakten, welche die Gebrauchsfähigkeit eines Akkus (eingeschränkt auf gasdichte NiCd, NiMH, und Li-Ion) beschränken:
1) die Nettokapazität, also die maximale Stromkapazität,
2) der Innenwiderstand.
Während (1) eigentlich selbsterklärend ist, ist (2) schon etwas weniger offenkundig.
Der Innenwiderstand einer Akkuzelle (bzw. jeder elektorchemischen Zelle) ist im Stromlauf in Serie zur Last zu sehen. Nach dem ohm'schen Gesetzt (I = U / R) können wir nach der Umwandlung in U = I * R den Spannungsabfall in Abhängigkeit vom Laststrom berechnen. Das was dann von der Ruhespannung (Zelle im unbelasteten Zustand) übrig bleibt, das kommt auch in unsere Kamera. Die Elektronik der Kamera kann die Zellenspannung (je nach Last) etwas ausgleichen, aber die Tiefentladungsschutzschaltung (im Akku und in der M8) schaltet ab einer gewissen Minimalspannung einfach ab.
Ein Akku mit niedrigem Innenwiderstand hat auch noch bei Höchststromentnahme einen Spannungspegel, der eine sichere Funktion gewährleistet.
Der Innenwiderstand wird mit zunehmenden Alter, mit der Anzahl der Lade-/Entladezyklen und durch Massakrieren immer höher.
Gegen das Alter können wir nichts machen, die Anzahl der effektiven Ladezyklen können wir jedoch so gering wie möglich halten, wenn wir den Akku immer nur Teilentladen. Wobei Teilentladen eine Entladung auf 60-70% der Nettokapazität ist.
Ich kann hier nur aus der Erfahrung mit Mobiltelephonen und IBM ThinkPads sprechen. Meine Vermutung basiert auf zwei Gegebenheiten:
1) Ich lade mein Mobiltelephon immer in der Autohalterung. Das heißt, der Akku wird (zumindest an Werktagen) in der Früh und am Nachmittag jeweils für ca. 20min nachgeladen, unter Tags und über Nacht ist das Telephon immer eingeschalten. Ich denke, ich komme so gut wie nie unter 70-80% der Nennkapazität. Folge: Alle meine Akkus (mit der Zeit haben sich da schon einige gesammelt) haben noch annähernd Nennkapazität (sicher mehr als 90%).
2) Einige ThinksPads haben in der Ladeschaltung (im Akku selbst) einen Zähler der Ladezyklen und eine Anzahl der noch verbliebenen Ladezyklen. Faktum: nur eine Entladung unter die 50% Grenze zählt als solcher. Ein neuer Akku startet mit 100 Zyklen, ich habe einen gebrauchten Akku, der hatte beim Erwerb den Zählerstand 45 und jetzt nach 2 Jahren und nur einer Komplettentladung den Stand 44. Die Kapazitätsanzeige steht immer noch auf 99%.
Was schadet dem (niedrigen) Innerwiderstand?
So ziemlich alles! Aber es gibt einige Mißhandlungen, die ein sprunghaftes Ansteigen des Innenwiderstandes (und damit eine Verkürzung der nutzbaren Lebensdauer) zur Folge haben...
Entladung (und wahrscheinlich auch Ladung) bei niedriger Temperatur. Wobei als niedrig alles unter 20°C gilt. Solange die Temperatur noch über 0-5°C bleibt, ist ein sofortiges Ableben eher unwahrscheinlich, nur zu oft sollte dieser Betriebszustand nicht eintreten. Unter 0°C wird ein jeder Akku zu einem Primärelement (Batterie), läßt sich also nur mehr mit Mühe aufladen und hat einen überdurchschnittlich hohen Innenwiderstand. Die Erklärung liegt mit mangelder Diffusionsfähigkeit des Elektrolyten sicherlich nicht ganz falsch.
Entladung unter 50% der Nennkapazität. Muß wohl als Faktum angesehen werden. Kann sicher auch wieder durch Verschlechterung der Elektrolytdiffusion erklärt werden.
Zum Abschluß noch ein Wort zu "Billigakkus". Die haben meist schon von Geburt an einen (zu) hohen Innenwiderstand und bleiben bei der Aussortierung der "Markenakkus" über. Sie haben manchmal sogar eine höhere (anfängliche) Nennkapazität, aber auch das ist ein Zeichen für eine Art Fehlproduktion.