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Zitat von Motivfindender
Wer außerhalb der strikten Foto-Dokumentation arbeitet, der drückt sich in der Fotografie genauso aus wie in der Malerei oder Musik oder Schriftstellerei oder im Tanz oder.... und zwar egal, ob er will oder nicht.
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Originally Posted by menze_h
Diesen Satz würde ich so nicht stehen lassen. Auch in der Fotodokumentation gibt es Bilder, die wie ein Gemälde auf den Betrachter wirken! Hier werden die Unterschiede zwischen Könnern und Künstlern übrigens sehr schnell deutlich. Aber auch in diesem Genre hat sich die Manipulation eingenistet – ich würde vieles nicht mehr Bildbearbeitung nennen sondern Bildfälschung. Nun kommt der Einwand: das hat es früher auch schon gegeben! Stimmt, nur nicht so schamlos wie heute.
Grüße, Heiko
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Hier sehe ich ebenfalls, daß die Grenze des Erträglichen weit, weit über das hinaus geschoben wurde, was man dem genre noch zugestehen sollte.
Hier ist die Manipulation durch Bilder (hatte ich im "Portrait"-Thread ja bereits ausgeführt) voll im Gange.
Ich erinnere mich noch, wie schockiert ich war, als ich las, daß der "SPIEGEL" sich erstmals dazu bekannte, sogenannte Dokumentarische BIlder digital aufzupeppen. Die begründung war die gleiche wie seit Jahrtausenden:
Weil es die Anderen (Focus) ja auch machen.
Danach waren halt plötzlich hellrote Flecken neben Leichen, die Auflage diktiert eben alles.
Wenige Monate danach entdeckte ich eine für den SPIEGEL erstaunlich amateurhafte, krasse Bildfälschung: Ein Kampfpanzer Leopard war recht plump zur Illustration eines Artikels über einen militärischen Einsatz unter eine Brücke in ein altes Flussbett eingesetzt worden, weder die Schatten noch die Perspektive stimmte.
Vermutlich hatte man nur die Ausgangsdatei und die Datei mit der perfekten Fälschung bei der Druckfreigabe verwechselt.
Ich finde das für einen dokumentarischen Anspruch von Fotografie skandalös, nicht erst seit Collin Powells megapeinlichen UNO-Auftritt. Letzterer hat aber immerhin jedem klargemacht, wie sehr die dreistesten Fälschungen bereits tägliche Routine bis in höchste Entscheidungsebenen geworden ist.
Fortschritte in der Fotografie und EBV sind aber nicht per se schlecht.
Wie immer bei der ethischen Würdigung von technologischen Fortschritten ist es halt der verwendungszweck, der zwischen böse und gut bzw. kriminell und integer unterscheiden läßt.
Wie ich bereits ausführte, ist die Beseitigung von schweißtreibenden Hürden, die sich zwischen gesehenem Bild und anzusehendem Abzug stellen, nichts per se schlchtes.
Und daß nunmehr immer mehr "Kleinkünstler" auf dem "Markt" sind, ist auch nichts per se schlechtes, es ist das logische Ergebnis eines technologischen Demokratisierungsprozesses!
Die "neue" digitale Technik ist sogar auf unmittelbar politischer Ebene mittlerweile ein gegengewicht basisdemokratischer Menschen oder auch "nur" massiv Unterdrückter mnschen überall in der welt, weil mittlerweile sogar Handys und hochauflösende Filmkameras taschenformat haben und überall verfügbar sind.
Insofern stellt die Entwicklung gerade bei der Massenmanipulation inzwischen beiden Seiten (ebenso wie das Internet) fast beiden seiten gleiche Waffen zur Verfügung.
Die Zukunft wird zeigen, ob nun damit eher eine Korrektur in Richtung "mehr Wahrheit" oder eher eine heftige Konkurrenz um die effizienteste Manipulation zwischen den Seiten beginnt.
Vermutlich beides. je nachdem, welche Personen dahinter stecken.
Warum ich anscheinned off-Topic schreibe?
digitale Fotos und analoge Fotos können beide verfälscht werden, bei letzeren ist es halt nur schwieriger. Ich kann möglicherweise im Extremfall entweder besseres Licht abwarten oder mich an den rechner setzen.
Aber: Wieso soll warten auf besseres Licht mehr oder bessere Auseinandersetzung mit dem Motiv sein als eine nachträgliche bearbeitung?
In beiden Fällen geht dem eben genau diese Auseinandersetzung mit dem Motiv und der Vorstellung, wie es ausehen könnte , mithin künstlerische (oder könner-typische

) Überlegungen in die Gestaltung ein.
Ich weiß schon, was Du sagen willst.. aber man kann eben nicht so leicht trennen zwischen dem, was man gutheißen und dem, was man verdammen will... außer bei den Extremen (Fälschungen) .
Beste Grüße
Dirk