Quote:
|
Originally Posted by telewatt
..Leica M3 ohne Ösen habe ich auch nicht gefunden nur eine M1 ohne ... 
|
Meine Vermutung, daß es sich um ein "Entwicklungsmodell" der MD handeln könnte, habe ich oben schon erwähnt.
Doch warum kam die MD erst 6 Jahre später auf den Markt.
1. M 1 und MD nebeneinander - das wäre kaufmännisch erst recht Irrsinn.
Die MD wurde dann auch nicht zu den "Foto"-Konditionen verkauft, sondern mit geringerer Spanne. Sie hatte bei einfacherer Herstellung so mit fast den selben Werksabgabepreis wie die M 1.
Außerdem schaffte man sich mit der MD den bei der M 1 noch "altgewohnten", wohl kaum mehr hinreichend rentablen upgrade-Service vom Hals.
2. Die M 1 wollte man wohl 1960 nicht killen, da man damals die heute irrwitzig erscheinende Strategie verfolgte, eine M 1 mit Visoflex gegen die Spiegelreflexkameras zu stellen. Oder - so wurde auch argumentiert -
- wir haben eine bessere Lösung als Zeiss bei der Contarex.
- Wir haben kein Wechselmagazin, - das bei Zeiss wurde als Murks angesehen - sondern für fast das gleiche Geld eine komplette Kamera.
1965 kam die Leicaflex - und die ganze Spiegelreflex-Gegenargumentation von Leitz war hinfällig.
Wenn ich mir die Zeit so zurückrufe - denkbar wäre es, aus diesem Grund die M 1 so lange am Leben zu halten.
Denn allein als einfache Sucherkamera war sie überteuert, für Leitz hingegen wohl kaum richtig rentabel. Ich kenne kein Anwendungsgebiet, das eine M 1 mit Sucher rechtfertigt.
NS
Vielleicht hatte das Institut von gerd_heuser einen guten Kontakt zum Werk.
Eine Spezial-Kamera in Sonderanfertigung zählte nicht zum Fotoprogramm und unterlag damit nicht der Preisbindung.
