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Old 07/10/06, 11:31 AM   #10 (permalink)
seven
Erfahrener Benutzer
 
Join Date: 06/27/06
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Default AW: Jenoptik chinesisch? amerikanisch?

Hallo zusammen,

die Produktion im Ausland ist ja an sich nichts schlimmes.
Man nennt das in der VWL komparative Kostenvorteile, d.h. jedes Land sollte das produzieren, was es im Vergleich zu anderen Ländern billiger herstellen kann, dann profitieren alle Länder davon. Leider ist dies in der Realität nicht so umsetzbar, denn oft werden die Märkte eben durch Subventionen (Agrarbereich in der EU) abgeschottet, was für den Verbraucher doch von Nachteil ist, da ihm ein Teil seines Einkommens verloren geht.

Wenn Leica im Ausland produziert, aber die Qualitätsstandards stimmen, was soll dann daran schlimm sein? Es wird sich wahrscheinlich nicht einmal im Preis niederschlagen, denn die Marke Leica ist so stark, dass sich damit ein hoher Preispunkt realisieren lässt.

Auch die Asiaten können mittlerweile gute Produkte bauen. Wie hat man über die ersten Toyotas gelacht und nun ist Toyota der Automobilbauer Nummer 1 auf der Welt.
Und die Mär vom deutschen Expoerweltmeistertum ist zwar schön populistische, bei einer Betrachtung von Export pro Kopf relativiert sich dieser Weltmeisterstitel aber erheblich.

Als Wirtschaftspartner sind Chinesen sicher mit Vorsicht zu genießen und besonders auf die vertragliche Seite ist bei Joint Ventures zu achten, aber der chinesische Markt ist einfach zu groß um darauf zu verzichten und das Wissen, können sich die Chinesen auch so besorgen: Kauf des Produktes - auseinanderbauen - nachdenken - nachbauen.

Das Nachbauen liegt übrigens schon ewig in der chinesischen Kultur, denn Künstler haben so lange den Meister kopiert bis sie so gut oder besser waren wie er. Heute kopiert man eben Adidas, Puma, LV oder Rolex.
Kopien machen 3% des chin. BIP aus.

So denn,

Grüße,

Sven
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