Einige Forumsmitglieder wurden von Leica gebeten, die neue Leica M (240 zu testen). Hier ist der zweite Bericht von Chris Tribble mit einigen Beispielbildern in DNG und voller Auflösung. Im ersten Teil gibt es Leica M Bilder von Jonathan Slack

Nutzungsrechte für alle Bilder liegen bei Chris Tribble

Arbeiten mit der Leica M-240

Hintergrund

Die Aufnahmen in diesem Artikel wurden über einen Zeitraum von drei Wochen gemacht. In dieser Zeit hatte ich einige Aufträge, bei denen ich die M einsetzen konnte. Außerdem hatte ich die Kamera immer dabei (meist mit einem 35er Summicron ASPH), wenn ich zu Fuß durch London zu Kundenmeetings ging oder im Rahmen meiner Lehrtätigkeit an meiner Uni. Dadurch konnte ich mich immer wieder von den Low Light Fähigkeiten der M240 überzeugen – aber auch in den seltenen Momenten von winterlichem Sonnenlicht.

Meistens habe ich versucht, die Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen zu testen (kein Problem im englischen Winter). Dies führte zu einer großen Zahl uninteressanter Bilder von schlecht ausgeleuchteten Innenräumen. Aber einige Fotos gefallen mir selber, hauptsächlich von der Waterloo Bridge gemacht, in der Gegend rum um St. Paul’s Cathedral und andere Sehenswürdigkeiten in und um London. Über ein Wochenende war ich in Cheshire, wo ich zahlreiche Serien von zugefrorenen Pfützen machte (die mit der Leica M-240 wirklich schön aussehen). Wie auch imer – es gab auch Sonnenmomente und ich nahm die Kamera auch mit zu anderen Aufträgen: Unternehmensveranstaltungen und Theateraufführungen, so dass ich jetzt das Gefühl habe, die Kamera zu kennen und ihr Potential einschätzen zu können.

Generell

Ich habe die M-240 mit einer ganzen Reihe von Objektiven getestet: Leica M 21mm f2.8 Elmarit pre-ASPH, 28mm f2 Summicron ASPH, 35mm f2 Summicron Asph, 50mm f1.4 Summilux ASPH, 90mm f2 Summicron ASPH und 135mm f3.5 Apo-Telyt.
Außerdem habe ich ein R 80-200 f4 getestet und ein paar andere Nikon und Canon Objektive mit kodierten Adaptern. Alle haben perfekt funktioniert – es war ein Vergnügen, den Messsucher mit den M Optiken zu benutzen und den elektronischen Sucher für längere Brennweiten.

Wer sich die M-240 lediglich als Messsucherkamera wünscht, bekommt alles, was die M9 schon geboten hat, aber in einer schnelleren Kamera mit Wetterschutz, wesentlich besserem Display und mit einem weicheren, leiseren Verschluss.
Wer außerdem nach einer spiegelosen Systemkamera mit Vollformat sucht, bekommt mit der M-240 eine leistungsstarke Lösung aus Live View und elektronischem Sucher, die für Makrofotografie und längere Brennweiten in meinen Augen den Visoflex-Sucher überflüssig macht (nicht aber den Balgen, die Optiken und all die anderen Dinge, die man vielleicht mit der M-240 ausprobieren will)

Live View

Der Live View ist sehr schön integriert, der Fokus Assistent und Focus Peaking verändern das Fotografieren mit langen Brennweiten und im Makrobereich komplett. Der elektronische Sucher arbeitet auch sehr gut, Objektive mit 90mm oder mehr lassen sich wesentlich schneller und genauer scharfstellen. Auch wenn ich – wie Jono Slack – eine kurze Auslöseverzögerung im Live View festgestellt habe, ist der allgemeine Eindruck ganz ausgezeichnet.

Bildqualität

Auch wenn ich keinen wissenschaftlichen Test gemacht habe, konnte ich doch Bilder aus einer M9 und M-240 vergleichen, die unter gleichen Umständen aufgenommen wurden. Im ISO Bereich 200 bis 3200 sind die Ergebnisse genau das, was ich mir erhofft habe. Wenig Rauschen, ein wirklich effektiver Weißabgleich (wesentlich besser als M9 und meine Canon 5DII) und ISO 6400 absolut gebrauchstauglich. Im Prinzip sind die ISO 3200 Ergebnisse der M-240 besser als die bei ISO 1600 der M9, ISO 6400 an der M-240 wesentlich besser als ISO 2500 der M9.

Für alle, der sich die unten verlinkten Bilder anschaut, möchte ich betonen, dass sie mit einem frühen Vorserien-Modell gemacht wurden, sowohl der Sensor als auch die Firmware entsprechen noch nicht dem späteren Serienmodell. Es gibt sicher noch Verbesserungspotential (die Rottöne sind noch nicht perfekt), ich bin mir aber sicher, dass Leica diese Probleme behebt, bevor sie auf den Markt kommt – in hoffentlich nicht all zu ferner Zukunft. Dafür sind Betatests ja schließlich da.

Chris Tribble

London, 5. Februar 2013

Bild Download Daten
Leica M Sample 1 © Chris Tribble
  • Leica M (240) – Vorserien-Modell
  • 35 mm
  • ISO 6400
  • 1/125
Leica M Sample 1 © Chris Tribble
  • Leica M (240) – Vorserien-Modell
  • 135 mm
  • ISO 6400
  • 1/30
Leica M Sample 1 © Chris Tribble
  • Leica M (240) – Vorserien-Modell
  • 35 mm
  • ISO 6400
  • 1/30
Leica M Sample 1 © Chris Tribble
  • Leica M (240) – Vorserien-Modell
  • 35 mm
  • ISO 6400
  • 1/30
Leica M Sample 1 © Chris Tribble
  • Leica M (240) – Vorserien-Modell
  • 135 mm
  • ISO 400
  • 1/25 sec
Leica M Sample 1 © Chris Tribble
  • Leica M (240) – Vorserien-Modell
  • 50 mm
  • ISO 200
  • 1/250 sec
Leica M Sample 1 © Chris Tribble
  • Leica M (240) – Vorserien-Modell
  • 35 mm
  • ISO 200
  • 1/60 sec

Über den Autor

Andreas ist Fotoingenieur, lebt in Bonn und betreibt neben dem Leica Forum auch das Systemkamera Forum und das Fuji X Forum

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